Galaxy S9+: Die Softskills des Samsung-Smartphones machen den Unterschied

Neben einer exzellenten Hardwareausstattung bietet das Samsung Galaxy S9+ noch weitere Features, die in ihrer Gesamtheit das Android-Smartphone vom Mitbewerb klar abheben.

Das Galaxy S9+ verfügt nicht nur über das derzeit beste Display und über eine hervorragende Smartphonekamera, sondern kann auch in Sachen Prozessorleistung unter den verfügbaren Android-Smartphones neue Rekorde erzielen. Mit 6 GByte RAM sollte selbst für anspruchsvolle Anwendungen genügend Entfaltungsraum bereitstehen. So viel zur Hardware, über die schon genügend geschrieben wurde. Darüber hinaus verfügt das Samsung-Gerät jedoch über weitere Merkmale, die in ihrer Gesamtheit das Galaxy S9+ einzigartig machen.

Galaxy S9+ (Bild: Samsung

1. Software-Updates

Für viele Anwender ist die Auslieferung von Android-Sicherheitsupdates, die von Google monatlich veröffentlicht werden, ein wichtiges Kriterium. Klar ist, dass die Google-Smartphones am schnellsten mit diesen Updates versorgt werden. Doch auch die Samsung-Geräte erhalten diese meistens innerhalb weniger Wochen nach Veröffentlichung durch Google. Das mag dem ein oder anderen nicht schnell genug gehen, doch im Fall des Galaxy S9+ zeigt sich offenbar, dass die mit Android 8 eingeführte und mit Project Treble bezeichnete Technik, für eine beschleunigte Auslieferung sorgt. Bereits wenige Tage nach der Veröffentlichung der März-Sicherheitspatches hat das Galaxy S9+ diese ebenfalls erhalten – und zwar nicht nur die freien Geräte, sondern auch die von den Mobilfunkprovidern verkauften S9-Smartphones.
Samsung garantiert für seinen Galaxy-S-Smartphones drei Jahre lang monatliche Sicherheitsupdates, sowie zwei Android-Betriebssystemaktualisierungen. Wie die Update-Historie bisheriger Galaxy-Geräte zeigt, deckt sich dieses Versprechen auch mit der Praxis.
Galaxy-S9+: März-Update (Screenshot: ZDNet.de)

2. Sicherer Ordner

Mit Sicherer Ordner (früher MyKNOX) können Anwender sensible Informationen und Apps in einen geschützten Bereich verschieben. Sicherer Ordner realisiert auf Basis von Knox eine private verschlüsselte Umgebung auf dem Galaxy-Smartphone. Anwendungen und Daten, die zu Sicherer Ordner verschoben wurden, befinden sich in einer Sandbox, wodurch eine zusätzliche Ebene für Sicherheit und Datenschutz geschaffen wird. Somit werden privaten Daten wie Bilder, Notizen und Anwendungen vor dem Zugriff anderer Personen geschützt, auch wenn das Smartphone nicht gesperrt ist. Selbst wenn man das Gerät rootet, hat man keinen Zugriff auf diesen Bereich, da in diesem Fall Sicherer Ordner nicht mehr funktioniert und die darin enthaltenen Daten gelöscht werden.

Galaxy S9: Sicherer Ordner (Screenshot: ZDNet.de)

3. Samsung Knox

Mit Knox verfügen die Samsung-Smartphones über eine Sicherheits- und Management-Architektur, die es in dieser Form im Mobilbereich kein zweites Mal gibt. Die Knox-Plattform besteht aus Sicherheitsmechanismen, die Schutz vor Eindringlingen, Malware und anderen bösartigen Bedrohungen bieten. Auf Basis dieser Techniken hat Samsung zudem Software-Lösungen entwickelt, die die Knox-Sicherheitsarchitektur nutzen. Beispiele dafür sind der bereits erwähnte Sichere Ordner und der Passwortmanager Samsung Pass. Knox kann aber auch von Dritthersellern genutzt werden. Die Blackberry-Tochter Secusmart hat beispielsweise seine Sicherheitslösung SecuSuite für Samsung Knox entwickelt.

Samsung Knox bietet darüber hinaus verschiedene Möglichkeiten zur Verwaltung der Geräte, die zu Standard-EMM-Suiten kompatibel sind und auch von dem von Samsung angebotenen Clouddienst Knox Configure genutzt werden können. Mit Knox 3.1, das auf den S9-Smartphones zum Einsatz kommt, stehen außerdem deutlich mehr Steuerelemente für das Mobile Device Management zur Verfügung. Für die DeX-Umgebung können Administratoren nun App-Shortcuts, anpassbares Branding, Bildschirm-Timeouts, Netzwerkverbindungen und Steuerelemente für die Apps, die auf dem DeX-Startbildschirm erscheinen sollen, definieren. Knox 3.1 bietet auch einige allgemeine Funktionen, darunter eine feinere Kontrolle über die Berechtigungen im Arbeitsprofil. Zum Beispiel können Unternehmen ganz einfach verschiedene Anwendungen auf die Whitelist oder Blacklist setzen.

Knox hatte Samsung vor wenigen Jahren als Sicherheits- und Managementplattform für die Galaxy-Smartphones integriert. Inzwischen sind Teile davon auch in Android for Work eingegangen. Der vollständige Funktionsumfang ist allerdings auf die Samsung-Smartphones begrenzt.

Laut einer Untersuchung von Gartner sind Geräte mit Samsung Knox nicht nur gegenüber anderen Android-Smartphones hinsichtlich Sicherheit und Managebarkeit im Vorteile, sondern können auch gegenüber iOS punkten. Von den von Gartner überprüften zwölf Funktionen im Bereich „Corporate Managed-Security“ erreicht Samsung Knox zu 100 Prozent die Bewertung „strong“, während unter iOS 11 nur 5 von 12 Parametern mit „strong“ bewertet werden.

Bei den von Gartner überprüften 16 Geräte-Sicherheitsfunktion erreicht Samsung Knox in dreizehn Fällen die Bewertung „strong“, während iOS 11 nur sieben Mal die Bestnote erhält. Auch generell holt Android laut Gartner gegenüber iOS auf. Während Smartphones mit Android 7 und fünf „strong“-Bewertungen der iOS-Plattform noch unterlegen waren, erreichen Smartphones mit Android 8 11-mal die Bestnote und ziehen damit am iPhone vorbei.

Galaxy S9: Knox 3.1 (Bild: Samsung)

4. Schutz vor Spionage durch Hintergrund-Apps

Bei der Installation von Apps fordern diese Berechtigungen an. Dass eine Kamera-App die Berechtigung zur Nutzung der im Smartphone integrierten Kamera anfordert, dürfte jedem Anwender einleuchten. Dementsprechend wird er diese Berechtigungsanforderung akzeptieren. Allerdings können Apps eine einmal erteilte Berechtigung auch im Hintergrund nutzen, sodass man davon nichts mitbekommt. Erst mit Android P soll das in Bezug auf die Kamera und das Mikrofon nicht mehr möglich sein.

Um vor einer heimlichen Nutzung von im Hintergrund laufende Apps auf erteilte Berechtigungen zu warnen, hat Samsung einen Schutzmechnismus integriert. Die Option App-Berechtigungsüberwachung, die unter Einstellungen – Gerätesicherheit ein- und ausgeschaltet werden kann, verschickt Benachrichtigungen, sobald eine für die Überwachung ausgewählte App im Hintergrund eine zuvor gewährte Berechtigung genutzt wird.

App-Berechtigungsverlauf (Screenshot: ZDNet.de)

5. Samsung Pass

Samsung Pass ist ein Passwortmanager, der die Eingabe von Zugriffsdaten bei Web-Anmeldungen erleichtert. Bei der Erstanmeldung werden nach Zustimmung durch den Anwender für die Nutzung von Samsung Pass Nutzer-ID und Passwort in einem von Samsung Knox geschützten Bereich abgespeichert. Bei einer erneuten Anmeldung reicht zur Authentifizierung im System gespeicherte und durch Knox verschlüsselte biometrische Daten (Fingerabdruck, Intelligenter Scan) des Anwenders aus, um sich bei dem entsprechenden Dienst anzumelden.

Samsung Pass: Galaxy S9+ (Bild: ZDNet.de)

6. Exzellente Sound-Wiedergabe mit USB-Audio

Mit der Unterstützung von Dolby Atmos bieten die Samsung-Smartphones Galaxy S9+ und Galaxy S9 einen erheblich verbesserten Klang. Dabei werden mit Automatisch, Film, Musik und Stimme vier Tonprofile unterstützt. Durch Aktivierung von Dolby Atmos steigt die Klangqualität bei allen Lautstärkestufen erheblich. Subjektiv kommt es einem vor, man hätte einen doppelt so teuren Kopfhörer in Betrieb genommen.

Mit der Unterstützung von Dolby Atmos sind die Galaxy-S9-Smartphones allerdings nicht alleine. Auch andere Smartphones wie das LG G6 oder das iPhone X bieten Dolby Atmos. Was sie aber einzigartig im Audiobereich macht, ist ein zusätzliches Feature: Adapt Sound.

Adapt Sound bietet drei verschiedene Voreinstellungen, die laut Samsung auf Basis von Forschungsergebnissen und statistischen Analysen zu menschlichen Hörgewohnheiten/vermögen für verschiedene Altersgruppen optimiert sind: unter 30-Jährige, Personen im Alter von 30 bis 60 Jahren und über 60-Jährige.

Schon alleine diese Voreinstellungen sorgen ähnlich wie Dolby Atmos für eine Steigerung der Klangqualität. Doch optimaler ist natürlich ein auf das eigene Hörvermögen abgestimmtes, personalisiertes Tonprofil anzulegen. Das wird durch einen Hörtests ermöglicht der 36 unterschiedliche Tonsignale abspielt. Nach jedem Ton teilt man mit, ob man den Ton gehört hat oder nicht. Für ein optimales Ergebnis sollte man diesen Test in einer möglichst ruhigen Umgebung durchführen. Praktisch ist auch die Möglichkeit, nicht nur ein, sondern mehrere personalisierte Ton-Profile anzulegen. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn unterschiedliche Kopfhörer verwendet werden.

Wer Adapt Sound und Dolby Atmos einmal ausprobiert hat, will Musik im Mobilbereich auf keine andere Weise mehr hören.

Galaxy S9+: Adapt Sound passt die Soundqualität an das eigene Hörvermögen an (Screenshot: ZDNet.de)

7. Virtuelle Realität

Unterstützung für Virtual-Reality-Headsets bieten viele Smartphones. Doch kaum ein anderer Hersteller ist wie Samsung in der Lage exklusive Inhalte für die VR-Plattform bereitzustellen. Und dabei ist nicht gemeint, dass Samsung ausgewählte Presseveranstaltungen live in 360-Grad überträgt. Vielmehr sind es Events wie die Live-Übertragung des Coldplay-Konzerts aus Chicago im August letzten Jahres, das anschließend auch Offline zur Verfügung stand, die das Salz in der Suppe ausmachen.

GearVR: Coldplay-Konzert steht in voller Länger zur Verfügung (Screenshot: ZDNet.de)Das Coldplay-Konzert vom 17. August 2017 in Chicago hat Samsung für Gear-VR-Nutzer kostenlos in einer 360-Grad-Version live übertragen. Danach stand es einige Monate auch offline zur Verfügung (Bild: ZDNet.de).

8. Zusammenspiel mit einem Samsung-TV

Mit einem Galaxy-Smartphone stehen bei der Steuerung eines Samsung TVs natürlich mehr Optionen zur Verfügung als mit jedem anderen Telefon. Hierzu zählt beispielsweise die Ausgabe des TV-Bild auf das Display des Smartphones. Die Übertragung von Inhalten in die andere Richtung funktioniert natürlich auch.

Galaxy S9+ und Samsung TV (Bild: ZDNet.de)

 

9. Samsung DeX

Mit Samsung DeX lassen sich die kompatiblen Galaxy-Smartphones S8, S8+, Note 8, S9 und S9+ als Basis für einen Desktop-Arbeitsplatz verwenden. Neben der im letzten Jahr vorgestellten DeX Station bietet Samsung mit DeX Pad eine weitere Möglichkeit für die Desktop-Nutzung an.

Außerdem hat Samsung die Desktopschnittstelle DeX verbessert. Sie unterstützt nun auch Monitore mit bis zu einer Auflösung von 2560 x 1440 Bildpunkten und erlaubt die Nutzung des Smartphone-Displays als Tastatur und Touchpad.

Apple-Trackpad unter DeX (Bild: ZDNet.de)

10. Enterprise Edition

Last but not least bietet Samsung mit der Enterprise Edition des Galaxy S9 eine für Unternehmen vorgesehene Variante an, für die es ein Jahr länger als die Standard-Modelle Sicherheitsupdates garantiert – insgesamt also vier Jahre. Darin enthalten ist auch eine dreijährige Lizenz für die Dynamic Edition von Knox Configure und der Service Enterprise Firmware-Over-The-Air (E-FOTA on MDM) vervollständigen das Angebot für geschäftliche Anwender.

Fazit: Softskills Galaxy S9+

Die kurze Zusammenstellung von zusätzlichen Eigenschaften, die das Galaxy S9+ mitbringt, zeigt, dass die Fokussierung auf die klassischen Smartphone-Kriterien wie Kamera, Performance und Display dem neuen Samsung-Flaggschiff nicht vollständig gerecht werden. Ein Smartphone mit einer gleichwertigen Kamera zu finden, ist sicher nicht unmöglich. Ebenso gibt es Modelle, die über ein sehr gutes Display verfügen und eine tolle Performance bieten. Erst die zusätzlichen Eigenschaften in den Bereichen, Sicherheit, Managebarkeit und Audio sowie exklusive VR-Angebote und dem Zusammenspiel mit anderen Samsung-Produkten heben das Galaxy S9+ vom Mitbewerb ab und machen es zu einem einzigartigen Gerät.

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Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Galaxy S9+: Die Softskills des Samsung-Smartphones machen den Unterschied

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  • Am 7. August 2018 um 13:56 von Sascha

    Hallo,

    bei mir auf dem Galaxy S7 gibt es seit gestern (Update) auch die Funktion der Benachrichtigungsüberwachung.

    Außerdem geht bei mir seit einiger Zeit Samsung Pay. Zumindest sind die meisten Dialoge mittlerweile auf Deutsch und ich kann eine Karte hinzufügen. Leider ist meine Bank aber nicht unterstützt. Finde aber auch online sonst nicht bzgl Samsung Pay in D.

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