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Statt Internetsperren: Bundesregierung plant "Löschgesetz"

Sibylle Gassner, Björn Greif
|
09.02.10, 15:03 Uhr
Eine neue Gesetzesinitiative sieht die Löschung kinderpornografischer Webseiten vor. Bundesjustizministerin: "Das ist effektiver, als sie mittels leicht umgehbarer Sperren zu verstecken." Horst Köhler wurde über den Schritt informiert.

Die Bundesregierung will offenbar von dem umstrittenen Internetzensurgesetz Abstand nehmen und eine neue Regelung auf den Weg bringen, die eine Löschung kinderpornografischer Webseiten vorsieht. Dies habe das Kanzleramt Bundespräsident Horst Köhler in einer Stellungnahme mitgeteilt, bestätigte am Dienstagmorgen ein Sprecher des Justizministeriums.

Details zum Inhalt der Stellungnahme wollte der Sprecher nicht nennen. Er verwies allerdings auf den Koalitionsvertrag, in dem vereinbart wurde, dass die Regierung ein Löschen der Seiten bevorzugt.

Das sogenannte "Zugangserschwerungsgesetz" war in der vergangenen Wahlperiode von Bundestag und Bundesrat beschlossen worden – auf den Weg gebracht hatte es die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen. Das umstrittene Gesetz sorgte vor allem in der Internetgemeinde von Anfang an für heftige Kritik. In Foren wurde der Spitzname "Zensursula" für Ursula von der Leyen geprägt.

Experten diskutierten sogar, ob das Gesetz möglicherweise verfassungswidrig sei. Das Blockieren der Seiten habe zudem keine Wirkung. Befürworter dagegen erklärten, nur versierte Internetnutzer mit krimineller Energie könnten die Sperren umgehen.

Vor dem Hintergrund solcher und ähnlicher Diskussionen verweigerte Bundespräsident Horst Köhler dem Gesetz im November seine Unterschrift und forderte von der neuen Bundesregierung ergänzende Informationen.

HIGHLIGHT
Ein umstrittenes Gesetz soll Kinderpornografie im Internet verhindern. Doch das glauben nur wenige. Vielmehr sehen Kritiker eine Zensur durch den Staat. ZDNet erläutert die Problematik dieses Gesetzes und zeigt, wie man die Sperren umgeht.

Die jetzt vom Kanzleramt vorgelegte Stellungnahme enthält nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" eine klare Abkehr vom alten Sperrkurs. Bis man zu einem neuen "Löschgesetz" komme, werde man sich auf Basis des bisherigen Gesetzesentwurfs "ausschließlich und intensiv für die Löschung derartiger Seiten einsetzen, Zugangssperren aber nicht vornehmen", heißt es darin. "Die damit gemachten Erfahrungen werden in die Gesetzesinitiative einfließen".

Sie soll Ende vergangener Woche im Bundespräsidialamt eingegangen sein. Federführend bei dem Schreiben waren Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Sie hatte sich schon früher dafür ausgesprochen, illegale Webinhalte zu löschen.

"Wenn das Gesetz nicht in Kraft tritt, machen wir genau eines: Dann sorgen wir dafür, dass diese Inhalte gelöscht werden", so die FDP-Politikerin gegenüber dem Spiegel. "Das ist allemal effektiver, als zu versuchen, sie durch leicht umgehbare Sperren nur zu verstecken." Gleichzeitig sagte sie, der Respekt vor den Kompetenzen des Bundespräsidenten gebiete es, sich mit Empfehlungen zurückzuhalten.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von Stefan
am 10. Februar 2010, 07:24 Uhr
Für dumm verkauft
Ein Löschgesetz? Was ist das denn für eine Nebelbombe? Brauchen wir dann etwa bei Falschgeld auch noch ein Vernichtungsgesetz?
 
von Mila
am 10. Februar 2010, 08:43 Uhr
warum so umständlich?
Warum schreibt man nicht einfach den Provider der Seiten an und bitten diesen, die Seite vom Netz zu nehmen? Herrjeh, muss denn für alles immer ein Gesetz her? Haben die von der Regierung nix besseres zu tun?
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19. März 2010, 19:11 Uhr
das ...

... hört sich zumindest nach einem etwas anderen Ansatz als TwiFaceBuzz an, ist mehr » mehr...

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19. März 2010, 18:00 Uhr
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19. März 2010, 16:31 Uhr
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Wenn die Telekom für sowas mehr Kohle von den Anbietern haben will so müsste im Umkehrschluß » mehr...

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