CBS INTERACTIVE BUSINESS SITES: ZDNET.DE | SILICON.DE
BEI SILICON.DE: Der Wochenrückblick in Bildern
ANZEIGE
 

Microsoft-Deutschlandchef spricht sich für Internetzensurgesetz aus

Sibylle Gassner, Björn Greif
|
09.12.09, 15:52 Uhr
In einem Interview kritisiert Achim Berg die Kursänderung der Bundesregierung. Auch die Weigerung von Bundespräsident Horst Köhler, das umstrittene Gesetz zu unterzeichnen, hält er für falsch. Er selbst erntet Kritik von der Piratenpartei.

Microsoft-Deutschlandchef Achim Berg (Bild: Microsoft)
Microsoft-Deutschlandchef Achim Berg (Bild: Microsoft)

Microsofts Deutschlandchef Achim Berg hat in einem Interview mit dem Deutschlandfunk für das umstrittene Zensurgesetz plädiert, das Internetsperren vorsieht. Zugleich kritisierte er die Haltung des Bundespräsidenten, der das Gesetz vorerst nicht unterschreiben wird. Auch an der Kursänderung der Bundesregierung ließ Berg kein gutes Haar.

Gefragt nach seiner Meinung zur Internetstrategie der Bundesregierung, entgegnete Berg wörtlich: "Es ist natürlich so, dass die Politik auch jetzt durch Gesetze versucht, zu verhindern, dass wir gerade Kinderpornografie oder andere Themen in den Griff bekommen, also wirklich den Zugang zu erschweren zu diesen pornografischen Inhalten."

Berg betonte weiter, dass er das umstrittene Gesetz an der Stelle von Bundespräsident Horst Köhler unterschrieben hätte. Nachdem die FDP in den Koalitionsverhandlungen mit der CDU durchgesetzt hatte, dass die Internetsperren ausgesetzt werden, stoppte der Bundespräsident das Gesetzt vorläufig mit der Bitte um "ergänzende Informationen".

Der Microsoft-Manager räumte ein, dass es natürlich Spezialisten gebe, die eine solche Blockade vielleicht sehr einfach umgehen könnten. Es gehe ihm aber vor allem um den "Symbolcharakter". "Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Das heißt, ich muss mich im Internet auch an gewisse Regeln halten. Das haben einige etwas durcheinandergeworfen mit Meinungsfreiheit. Das ist aber nicht das Gleiche. Ich muss mich an Recht und Gesetz halten, und das hat im Internet genauso zu gelten wie auch im realen Leben", so Berg.

Kritik an Bergs Vorstoß kam prompt und besonders laut aus der Piratenpartei. "Seine Phrasen sind die gleichen, die wir zuvor schon von einer Frau von der Leyen gehört haben. Die Verquickung von Wirtschaft und Politik offenbart sich hier in einer Art und Weise, wie ich es selten erlebt habe", sagte Andreas Popp, stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland, die sich vehement gegen das geplante Zugangserschwerungsgesetz ausspricht.

HIGHLIGHT
Ein umstrittenes Gesetz soll Kinderpornografie im Internet verhindern. Doch das glauben nur wenige. Vielmehr sehen Kritiker eine Zensur durch den Staat. ZDNet erläutert die Problematik dieses Gesetzes und zeigt, wie man die Sperren umgeht.

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
9 von 13 Lesern fanden diesen Artikel nützlich.

Lesermeinungen zum Artikel

 
von Rumble
am 9. Dezember 2009, 17:01 Uhr
Wenig überraschend...
... dass sich ausgerechent Microsoft massiv für ein Gesetz einsetzt, das sich zur Zensur eignet.

Ich kann mir auch gut vorstellen, welche Seiten Microsoft dann als erstes gern zensiert hätte.


Die Verquickong von Industrie und v.d.Leyenscher Politik ist nicht nur offensichtlich. Sie ist widerlich bis zum Kotzen, Mr. Microsoft1
ANZEIGE

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei

  • Digg
  • Del.icio.us
  • Webnews
 
ANZEIGE
  • News
  • Artikel
  • Videos
  • Bilder
Lesermeinungen in News »

19. März 2010, 19:11 Uhr
das ...

... hört sich zumindest nach einem etwas anderen Ansatz als TwiFaceBuzz an, ist mehr » mehr...

zu Apple arbeitet an Social-Networking-Dienst "iGroups"

19. März 2010, 18:00 Uhr
Vorraussichtlich aus China?

"Google zieht sich am 10. April voraussichtlich aus China zurück." Aha? Da wir ja » mehr...

zu Google zieht sich voraussichtlich am 10. April aus China zurück

19. März 2010, 16:31 Uhr
Wegelagerei

Wenn die Telekom für sowas mehr Kohle von den Anbietern haben will so müsste im Umkehrschluß » mehr...

zu Bericht: Telekom will Geld von Anbietern datenintensiver Webdienste

Top-Themen bei ZDNet

Android gegen WM 6.5: Welches OS wird gewinnen?

Windows Mobile ist seit vielen Jahren im Markt etabliert. Doch Android schickt sich an, Microsoft Marktanteile... » mehr

Google Chrome: nützliche Add-ons und Alternativen

Zahlreiche Erweiterungen erhöhen die Funktionalität von Chrome. Mit einem Tool lässt sich der Datensammelleidenschaft... » mehr

ACTA-Abkommen: lückenlose Überwachung im Internet

In geheimen Beratungen haben 39 Staaten das ACTA-Abkommen verhandelt. Jetzt kommen die Details ans Licht.... » mehr