GCHQ: Cyber-Bedrohungen sind so gefährlich wie Spionage

Den Schutz vor Cyberangriffen stellt der Geheimdienst auf eine Stufe mit der Abwehr staatlicher und militärischer Bedrohungen. Dabei soll das vor einem Jahr gegründete National Cyber Security Centre helfen. Im Gegensatz zum GCHQ arbeite es auch mit der Privatwirtschaft und Bildungseinrichtungen zusammen.

Der britische Geheimdienst Government Communications Headquarters (GCHQ) stellt digitale Bedrohungen inzwischen auf eine Stufe mit Spionage und anderen staatlichen oder militärischen Bedrohungen. Jeremy Fleming, der Anfang des Jahres vom Inlandsgeheimdienst MI5 auf den Chefsessel des GCHQ wechselte, will den Geheimdienst nun zu einer Cyber-Organisation umbauen.

Government Communications Headquarters (GCHQ) (Bild: GCHQ)Schon vor rund einem Jahr war das National Cyber Security Centre (NCSC) als Teileinheit des GCHQ gegründet worden. Die britische Regierung habe zudem die Geldmittel erhöht, „um die Klügsten und Besten aus unserer Gesellschaft“ zu rekrutieren, sagte Fleming. Die neuen Aufgaben entsprächen der Bedeutung von Technologien wie Hochgeschwindigkeitsinternet und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

„Feindliche Staaten, Terroristen und Kriminelle nutzen dieselben Funktionen – sofortige Konnektivität und verschlüsselte Kommunikation – um unsere nationale Sicherheit zu untergraben, unsere Interessen anzugreifen und immer häufiger auch um Verbrechen zu begehen“, schrieb Fleming am Sonntag in einem Gastbeitrag für die Zeitung The Telegraph. „Unsere Gegner sind gut darin, neue Wege zu finden, uns zu schaden.“

Der Geheimdienst habe zwar immer verdeckt operiert, mit dem NCSC beginne jedoch eine neue Ära der Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft, den Medien, Schulen und Universitäten. Für einen Geheimdienst, der stets die Notwendigkeit gesehen habe, im Schatten zu agieren, sei dies eine große Herausforderung, ergänzte Fleming.

„Wenn der GHCQ weiterhin helfen soll, das Land sicher zu machen, dann muss der Schutz der digitalen Heimat genauso ein Teil unserer Mission werden und bleiben wie die weltweite Informationsbeschaffung und unsere Bemühungen gegen den Terrorismus“, erklärte Fleming.

Das NCSC hatte in der vergangenen Woche anlässlich seines einjährigen Bestehens Bilanz gezogen. In der Zeit seien 1131 Cyberangriffe gemeldet worden, von denen 580 als „schwerwiegend“ eingestuft worden seien. 30 Angriffe hätten sogar eine regierungsweite Reaktion ausgelöst.

Allerdings erntete die Spezialeinheit für Cyberverbrechen auch Kritik. Das Public Accounts Committee, dass die Ausgaben der britischen Regierung überwacht, erklärte im Februar, der Schutz vor Cyberbedrohungen sei in Großbritannien trotzt der Schaffung des NCSC weiterhin eine „Buchstabensuppe“. Mit der Aufgabe seien immer noch mindestens zwölf Teams und Organisationen betraut mit überlappenden Aufgaben.

[mit Material von Matthew Broersma Silicon.co.uk]

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Themenseiten: Cybercrime, GCHQ, Politik, Security, Sicherheit

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