Bitkom: die Zahl der unbesetzten IT-Stellen nimmt um 20 Prozent zu

Der Branchenverband Bitkom zählt mehr als 51.000 offene Stellen für IT-Spezialisten. Mitarbeiter sind vor allem im Bereich Software-Entwicklung gefragt. Experten für Big Data und Cloud Computing werden derzeit besonders gesucht.

Laut einer aktuellen Erhebung des Bitkom sollen inzwischen 70 Prozent der Unternehmen Probleme haben, vakante Stellen im IT-Bereich mit Fachkräften zu besetzen. Noch vor einem Jahr berichteten 60 Prozent von solchen Schwierigkeiten.

Dem Branchenverband zufolge fehlen demnach in Deutschland 51.000 IT-Spezialisten, was einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent entspricht. Damals zählte der Verband 43.000 offene Stellen. Für die für alle Branchen repräsentative Umfrage wurden mehr als 1500 Geschäftsführer und Personalverantwortliche von Unternehmen mit mehr als drei Mitarbeitern befragt. Der Bitkom hat die komplette Auswertung im Vorfeld des 10. Nationalen IT-Gipfels, der heute und morgen stattfindet, vorgestellt.

Die Nachfrage nach IT-Experten steigt in allen Branchen, so der Bitkom in einer Aktuellen Erhebung über den Arbeitsmarkt. (Grafik: Bitkom)Die Nachfrage nach IT-Experten steigt in allen Branchen, so der Bitkom in einer Aktuellen Erhebung über den Arbeitsmarkt. (Grafik: Bitkom)

„Der Fachkräftemangel hat die Marke von 50.000 Stellen übersprungen, Unternehmen aller Branchen suchen händeringend IT-Experten. Wir brauchen Digitalexperten, vom Software-Entwickler über den IT-Sicherheitsspezialisten bis zum IT-Berater, um die digitale Transformation in Deutschland erfolgreich gestalten zu können“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Vor allem Software-Entwickler sind derzeit gefragt. (Bild: Bitkom)Vor allem Software-Entwickler sind derzeit gefragt. (Bild: Bitkom)
In Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche gibt es 20.500 unbesetzte Stellen. Vor allem Softwareanbieter und IT-Dienstleister sind auf der Suche, hier gebe es rund 17.400 Vakanzen. 2200 Experten werden bei Unternehmen gesucht, die IT-Hardware und Kommunikationstechnik oder Unterhaltungselektronik anbieten. 900 freie Stellen finden sich bei den Anbietern von Telekommunikationsdiensten. Dabei suchen die Unternehmen vor allem Software-Experten.

6 von 10 Digitalunternehmen die freie Stellen für IT-Spezialisten haben, suchen Software-Entwickler. Experten für Big Data sind besonders gefragt. Hier suchen 47 Prozent der Unternehmen Mitarbeiter mit entsprechenden Skills. Aber auch Cloud Computing (40 Prozent) sowie App-Entwicklung (36 Prozent) sind gefragt. Auch für Industrie-4.0-Projekte werden immer mehr Experten gesucht. 35 Prozent der Unternehmen sind hier auf der Suche. 2015 waren es noch 23 Prozent.

Auch IT-Berater werden stärker gesucht. 21 Prozent der Unternehmen sind es in diesem Jahr, 14 Prozent der Unternehmen waren 2015 auf der Suche. „Die weiterhin hohe Nachfrage nach Entwicklern und der steigende Bedarf an IT-Beratern spiegelt die Digitalisierung der Wirtschaft wider. ITK-Unternehmen helfen Unternehmen aus allen anderen Branchen dabei, ihre Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle zu digitalisieren“, so Rohleder weiter. Anwendungsbetreuer und Administratoren und IT-Sicherheitsexperten werden ebenfalls gesucht.

Experten für Big Data und Cloud Computing werden derzeit besonders gesucht. Den stärksten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr aber zeichnet die Umfrage im Bereich Industrie 4.0. (Bild: Bitkom)Experten für Big Data und Cloud Computing werden derzeit besonders gesucht. Den stärksten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr aber zeichnet die Umfrage im Bereich Industrie 4.0. (Bild: Bitkom)

Bei Anwenderunternehmen sind aktuell 30.500 Stellen für IT-Experten unbesetzt. Hier ist aber die Nachfrage nach Anwendungsbetreuern und Administratoren rückläufig, die fällt von 44 Prozent auf 37 Prozent. Bei Anwendern steigt aber die Nachfrage nach Software-Entwicklern 27 Prozent auf 31 Prozent. Darin sieht Rohleder einen weiteren Beleg für die zunehmende Digitalisierung der deutschen Wirtschaft.

[Mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin ZDNet
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2 Kommentare zu Bitkom: die Zahl der unbesetzten IT-Stellen nimmt um 20 Prozent zu

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  • Am 16. November 2016 um 17:45 von Root

    So wie die Schulbildungsqualität abnimmt wird es in 10 Jahren alle Branchen in betreffen.

  • Am 18. November 2016 um 15:51 von plastikschaufel

    Die Anforderungen der Unternehmen sind einfach unrealistisch.
    Man erwartet zu viel und zahlt zu wenig.

    Als ich gerade meine Ausbildung fertig hatte, hab ich in 90% der Fälle keinerlei Reaktion auf meine Bewerbungen bekommen. Gut, war jetzt kein >überragender< Abschluss mit Note 2, aber sollte doch reichen um wenigstens mal beachtet zu werden.

    Viele Stellenangebote sind zudem falsch oder veraltet, wie man auf Nachfragen schon mal erfährt.

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