Galaxy-Note-7-Debakel: Erste Sammelklagen gegen Samsung eingereicht

Die Rückrufaktion beschäftigt nun Gerichte in den USA und Südkorea. In beiden Fällen geht es nicht um Schäden, die durch überhitzte Note 7 verursacht wurden. Verbraucher fordern stattdessen eine Entschädigung, weil sie ihre Geräte nicht benutzen konnten.

Im US-Bundesstaat New Jersey haben drei Verbraucher im Zusammenhang mit dem Debakel um das Smartphone Galaxy Note 7 eine Klage gegen Samsung eingereicht. Sie fordern Schadenersatz in nicht genannter Höhe – allerdings nicht, weil überhitzte Note 7 sie verletzt oder ihr Eigentum beschädigt haben, sondern weil sie ihre bei Mobilfunkprovidern in den USA gekauften Geräte „nicht sicher nutzen konnten“. Die Kläger haben zudem die Zulassung ihrer Klage als Sammelklage beantragt.

Samsung Galaxy Note 7 (Bild: Samsung)Darüber hinaus werfen sie dem koreanischen Unternehmen Betrug sowie das Zurückhalten und Verzerren von Informationen vor. Über den Status als Sammelklage muss nun ein Bundesrichter entscheiden. Er prüft, ob außer den Klägern auch zahlreiche weitere Verbraucher in ähnlicher Weise betroffen sind, wie Android Police berichtet.

Da Samsung die Käufer des Note 7 aufgefordert habe, ihre Geräte auszuschalten und nicht mehr zu benutzen, habe ihnen über einen Zeitraum von Tagen oder gar Wochen kein funktionierendes Smartphone zur Verfügung gestanden, heißt es in der Klage. In der Zwischenzeit hätten sie aber weiterhin die Gebühren für ihren Mobilfunkvertrag bezahlen müssen, in dem auch Kosten für das Smartphone enthalten seien.

Der Schaden, den die Kläger auf mehrere Millionen Dollar schätzen, sei auch entstanden, weil Samsung keine Ersatzgeräte zur Verfügung gestellt habe. Die von Samsung im Austausch angebotenen Modelle Galaxy S7 und S7 Edge seien kein adäquater Ersatz für das Note 7 gewesen, da sie weniger „fortschrittlich“ seien. Es sei also zu erwarten gewesen, dass Betroffene an dem ursprünglich gekauften Gerät festhielten.

Eine ähnliche Klage wurde auch in Samsungs Heimatland Südkorea eingereicht. Auch hier geht es nicht darum, dass Verbraucher konkret durch überhitzte Note 7 geschädigt wurden. Stattdessen fordern die Kläger eine Entschädigung für den Mehraufwand, der ihnen durch den Rückruf entstanden ist, sowie für die Ängste, die sie aushalten mussten, weil sie ein möglicherweise gefährliches Gerät mit sich führten.

In beiden Fällen ist unklar, ob sich die Kläger mit ihren Forderungen vor einem Gericht durchsetzen können. Es ist allerdings davon auszugehen, dass weitere Klagen eingereicht werden, zumal vor allem US-Gerichte oftmals hohe Entschädigungen absegnen und solche Klagen somit für die Kläger und deren Anwälte ein lukratives Geschäft sein können. Welchen Entschädigungen Samsung Verbrauchern anbietet, deren Note 7 tatsächlich explodiert sind, ist nicht bekannt.

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Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
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3 Kommentare zu Galaxy-Note-7-Debakel: Erste Sammelklagen gegen Samsung eingereicht

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  • Am 20. Oktober 2016 um 13:04 von Name

    S7 Edge ist also „weniger fortschrittlich“ … obgleich es technisch fast baugleich ist. Es gibt Spinner auf diesem Planeten …

  • Am 20. Oktober 2016 um 14:16 von PeerH

    Na ja, gerade in den USA kriegen die Kunden ja eine finanzielle Wiedergutmachung – also doch ziemlich übertrieben. Zumal das Argument Fehlen des ‚fortschrittlich‘ seins nicht wirklich das ist, was für einen finanziellen schaden gesorgt haben dürfte. Auch, dass ein Konzern sofort 1 Million Ersatzgeräte parat haben soll, erscheint mir für eine Klage doch ziemlich unrealistisch. Aber das werden die Richter schon ordentlich prüfen.

  • Am 21. Oktober 2016 um 8:54 von ckOne

    Aber in den USA bekommen die Benutzer des Handys bestimmt recht, siehe „Stella Award“ !!!!

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