HP beginnt mit Verkauf seiner 3D-Druckerreihe Jet Fusion

Es nimmt ab sofort Vorbestellungen für die Modelle 3200 und 4200 entgegen, die zur Prototypentwicklung und Fertigung in Unternehmen gedacht sind. Sie erreichen auf einem Raum von 40,6 mal 30,5 mal 40,6 Zentimetern eine Baugeschwindigkeit von 3500 respektive 4500 Kubikzentimetern pro Stunde.

HP hat auf der Fachkonferenz RAPID in Orlando, Florida, den Verkaufsstart der ersten beiden Modelle seiner 3D-Druckerreihe Jet Fusion bekannt gegeben. Die für Modellwerkstätten und 3D-Druckereien konzipierten Geräte HP Jet Fusion 3D 3200 und HP Jet Fusion 3D 4200 lassen sich ab sofort vorbestellen. Die Auslieferung erfolgt gegen Ende des Jahres. Die zugrunde liegende Drucktechnik Multi Jet Fusion hatte HP schon Ende Oktober 2014 vorgestellt.

Der HP Jet Fusion 3D 3200 ist für die Prototypentwicklung vorgesehen. Er kommt zu Preisen ab 120.000 Euro auf den Markt. Der HP Jet Fusion 3D 4200 eignet sich laut Hersteller zusätzlich für die Fertigung mit kurzer Durchlaufzeit. Er soll eine schnelle Produktion zu niedrigen Stückkosten ermöglichen. Das Angebot wird durch eine zugehörige Software, die HP-Jet-Fusion-3D-Verarbeitungsstation, die eine schnelle Kühlung ermöglicht, sowie Verbrauchsmaterialien ergänzt. Das Gesamtpaket kostet rund 145.000 Euro.

Die HP-Jet-Fusion-3D-Modelle 3200 und 4200 lassen sich ab sofort vorbestellen (Bild: HP).Die HP-Jet-Fusion-3D-Modelle 3200 und 4200 lassen sich ab sofort vorbestellen (Bild: HP).

Für den recht hohen Preis verspricht HP einen bis zu zehnmal schnelleren Druckvorgang als mit bisherigen Angeboten von Wettbewerbern sowie halb so hohe Gesamtkosten beim Druck. Außerdem biete man neue Gestaltungsmöglichkeiten, da Funktionsteile auf Ebene einzelner Voxel gedruckt werden können. „Unsere 3D-Druckerplattform ist einmalig, da sie 340 Millionen Voxel pro Sekunde und nicht nur jeweils einen Punkt verarbeiten kann. Dadurch ermöglichen wir unseren Partnern aus den Bereichen Prototypentwicklung und Fertigung wesentlich schnellere Baugeschwindigkeiten, funktionelle Teile und eine hohe Wirtschaftlichkeit“, kommentierte Stephen Nigro, Leiter des 3D-Druckgeschäfts von HP, anlässlich der Produktvorstellung.

Laut Datenblatt (PDF) lassen sich mit beiden 3D-Drucksystemen Objekte mit einer Größe von maximal 40,6 mal 30,5 mal 40,6 Zentimetern erstellen. Die Schichtdicke kann dabei zwischen 0,08 und 0,10 Millimetern (beim Jet Fusion 3D 3200) respektive 0,07 und 0,12 Millimetern (beim Jet Fusion 3D 4200) betragen. Die Geräte erreichen eine Baugeschwindigkeit von bis zu 3500 beziehungsweise 4200 Kubikzentimetern pro Stunde. Sie zeichnen sich laut Hersteller unter anderem durch eine integrierte Qualitätskontrolle, die besonders feine Temperaturkontrolle und speziell entwickelte Bindemittel aus. Dies ermögliche auch die Produktion von beweglichen und sogar elastischen Teilen.

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Nigro zufolge ist HP Jet Fusion 3D „das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung und Expertise in Feinmechanik, Mikrofluidik und Materialwissenschaften“. Dennoch könne kein Unternehmen die Fertigungsindustrie im Alleingang umkrempeln. HP arbeitet daher mit einer Reihe von Herstellern (darunter BMW und Nike) sowie Entwicklungspartnern und strategischen Partnern (etwa Autodesk, Jabil, Johnson & Johnson, Materialise, Proto Labs, Shapeways und Siemens) zusammen. In Kooperation mit weiteren Partnern will es zudem das Druckmaterial verbessern und neue Anwendungen finden. An dem in Vorbereitung befindlichen „3D Material App Store“ sind aktuell neben dem französischen Chemiekonzern Arkema mit BASF, Evonik sowie Lehmann & Voss auch drei deutsche Firmen beteiligt.

Mit der Zeit soll das Ökosystem weiter ausgebaut werden. Einen Schritt dazu hat HP erst diesen Monat mit der formellen Gründung der HP Tech Venture Group gemacht. Über den Wagniskapitalarm will es fortan gezielt in einer frühen Phase ihrer Entwicklung in Start-ups investieren, deren Arbeit zu den Forschungen der HP Labs komplementär ist. Als eine der strategischen Säulen dieser Investitionspläne wurden auch 3D-Drucktechnologien genannt.

Bei Software greift HP ebenfalls auf etablierte Firmen zurück – in dem Fall Autodesk, Materialise und Siemens. Die Zusammenarbeit mit Anbietern von Fertigungssoftware soll die Integration des 3D-Drucks in die Fertigungsprozesse sicherstellen. Große Hoffnungen ruhen hier auf dem Druckformat 3MF. Neben HP gehören dem Industriekonsortium auch seine Partner Autodesk, Materialise, Shapeways und Siemens an. Weitere Mitglieder sind neben Dassault Systems, GE, Microsoft und SLM Solutions die bei 3D-Druckgeräten grundsätzlich mit HP konkurrierenden Firmen 3D Systems und Stratsys sowie das eher auf kleinere Druckgeräte ausgerichtete Ultimaker.

[mit Material von Peter Marwan, silicon.de]

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Björn Greif
Autor: Björn Greif
Redakteur ZDNet.de
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