Netflix in Indonesien gesperrt

Der größte Telekommunikationsnetzbetreiber Indonesiens, PT Telekomunikasi Indonesia oder kurz Telkom, hat den Zugang zu Netflix gesperrt, wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet. Als Gründe gab er an, Netflix habe seines Wissens keine Zulassung für Indonesien. Zu seinem Angebot zählten außerdem Gewalt und Pornografie, wie kurz zuvor die Zensurbehörde sowie indonesische Kabelfernsehanbieter angemerkt hatten.

(Bild: Netflix)Ein Sprecher des in Staatsbesitz befindlichen Dienstleisters erklärte der US-Zeitung: „Wir unternehmen diesen Schritt, um die Menschen in Indonesien zu schützen.“ Netflix müsse sein Angebot für das Land anpassen. Das Unternehmen selbst konterte, der Sinn eines On-Demand-Diensts sei es, die Nutzer entscheiden zu lassen, was sie sehen wollten. Es verweist auch auf seine Kindersicherung, mit der jeder PIN-Sperren für Inhalte mit Gewalt und Sex einrichten könne.

Indonesien war Teil von Netflix‘ überraschender Expansion im Januar, als es meldete, 130 neue Länder auf einen Streich erschlossen zu haben. Sein Angebot ist derzeit noch über andere Telekommunikationsetze im Land als Telkom empfangbar, der Rückschlag deutet aber an, dass die Expansion vielleicht zu überfallartig erfolgte und nicht mit allen zuständigen Behörden abgeklärt war.

Das WSJ zitiert Heru Sutadi vom Information and Communication Technology Institute in Jakarta, Netflix bedrohe sowohl Kabelfernsehanbieter als auch die lokale Filmbranche in Indonesien. Es bediene die gleiche Zielgruppe wie sie, nämlich Städter mit einem Faible für internationale Filme. Netflix sei aber billiger als ein Kabelfernseh-Abo.

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Indonesien ist für amerikanische Technikfirmen kein einfaches Pflaster. Imgur, Reddit und Vimeo wurden dort gesperrt, weil sie Zensur nicht wie gefordert umsetzten. Nur die Sperre von Imgur hob man später wieder auf. Und der seit August 2014 in Indonesien aktive Uber arbeitet gerade daran, sich lokal als ausländischer Investor zu etablieren, um den Auflagen für seine Betriebsgenehmigung zu entsprechen.

Ein ähnlicher Weg wie Uber steht laut dem für Information und Kommunikation zuständigen Minister Rudiantara auch für Netflix offen. Es gebe noch keine exakt auf Anbieter wie Netflix passende Gesetzgebung. Man erwarte aber eine Selbstzensur, wie lokale Fernsehsender sie vornähmen, erklärte der Minister, der wie viele Indonesier nur einen Namen trägt.

Eine Entscheidung des Ministerium soll im Februar fallen. Eine „Sondergenehmigung“ für Netflix ist laut Rudiantara möglich, falls die angebotenen Inhalte als „nützlich für die Bevölkerung“ angesehen werden. Bis dahin bleibt Netflix offiziell verfügbar.

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