Forscher aus USA und Deutschland konzipieren Android-Sicherheits-Plug-ins

Das Framework Android Security Modules sieht Abfragen vor, um bestimmte Aktionen durchzuführen. Module könnten auch Daten anonymisieren, bevor Apps darauf zugreifen dürfen. Vor allem wären Sicherheits-Aktualisierungen ohne komplettes OS-Update möglich.

Sicherheitsforscher von Universitäten in Deutschland und den USA haben ein Framework für Googles Betriebssystem Android vorgeschlagen, das Anwendern und Entwicklern Sicherheits-Plug-ins ermöglichen würde. Sie taufen das System Android Security Modules (ASM). Es soll sicherstellen, dass jeder Android-Nutzer Zugang zu Sicherheitskorrekturen hat, und wäre zugleich ein Ansatzpunkt für Anbieter von Security-Software.

(Bild: ZDNet.com)

Die Forscher der Technischen Universität Darmstadt und der North Carolina State University schildern ASM in einem Forschungsbericht (PDF), den sie diese Woche auch auf dem Usenix Security Symposium in San Diego vorstellen werden. Zusätzlich haben sie ihre Software für nichtkommerziellen Einsatz frei verfügbar gemacht – mit dem Hinweis, dass sie ihr Potenzial erst durch eine Integration ins Betriebssystem voll entfalten würde.

Einer der Autoren, Assistenzprofessor William Enck aus North Carolina, kommentiert: „Im heutigen Wettrüsten zwischen White-Hat- und Black-Hat-Hackern werden ständig neue Sicherheitserweiterungen erdacht. Diese Werkzeuge gelangen aber nie in die Hände der Anwender, da jede einen Wechsel der Firmware oder des Betriebssystems erfordert. Das ASM-Framework erlaubt eine Implementierung solcher Erweiterungen ohne Aktualisierung der Firmware.“

Das Betriebssystem würde ASM-Sicherheitsmodule im Zweifelsfall aufrufen, um zu bestimmen, ob eine Aktion durchgeführt werden soll. Enck: „Unser ASM-Framework könnte in diversen privaten und Firmen-Szenarien zum Einsatz kommen. Zum Beispiel ließe sich eine Zweiteilung realisieren, sodass Anwender ihre Smartphones sowohl zu Hause als auch in der Arbeit sicher einsetzen könnten, Privat- und Firmendaten aber strikt getrennt blieben.“ Eine solche Trennung ermöglichen etwa Samsung Knox und Blackberry Balance.

„Zusätzlich wären Module zum Schutz der Privatsphäre denkbar. Das Framework sieht Aufrufe vor, um Daten zu filtern, zu modifizieren oder zu anonymisieren, bevor sie Drittanbieter-Apps zur Verfügung gestellt werden“, sagt der US-Forscher.

Die Veröffentlichung des Frameworks zum jetzigen Zeitpunkt sei für Sicherheitsspezialisten gedacht, erklärt er weiter. Für eine ernsthafte Nutzung müsste es Google oder ein Android-Gerätehersteller fest integrieren. Dazu wären allerdings Änderungen am architektonischen Kern von Android nötig, sodass ein kurzfristiger Einbau unwahrscheinlich ist.

Google hat zuletzt selbst den Ansatz verfolgt, Android-Sicherheitspatches modular zu machen und somit auch an Endgeräte mit älteren Versionen des Betriebssystems zu verteilen. Dazu nutzt es die App Google Play-Dienste, die diese Aufgabe ab Version 5.0 übernimmt.

[mit Material von Charlie Osborne, ZDNet.com]

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