Sony ermöglicht 185 TByte auf einem Magnetband

Die Speicherdichte seiner neuen Technik beträgt 148 Gigabit pro Quadratzoll. Aktuelle Bänder kommen auf gerade einmal 2 Gigabit pro Quadratzoll. Dazu nutzt es durch Sputtern hergestellte Kristallschichten mit durchschnittlich 7,7 Nanometern Dicke.

Sony meldet die erfolgreiche Entwicklung einer neuen Magnetband-Technik, die 74-mal mehr Daten als die bisherige aufnehmen kann. Auf eine Kassette passen somit bis zu 185 TByte. Das Verfahren soll jetzt kommerzialisiert werden, um der wachsenden Nachfrage nach Speicherkapazität im Zeitalter von Big Data und Clouddiensten zu begegnen.

Sony-Tape

Die Dichte der neuen Technik beträgt 148 Gigabit pro Quadratzoll. Aktuelle Speicherbänder erreichen ein Maximum von 2 Gigabit pro Quadratzoll. Um diese Steigerung zu erreichen, musste Sony nach eigenen Angaben neue Wege gehen: Eine Reduktion der Größe der magnetischen Partikel, die bisher regelmäßig zu mehr Kapazität führte, erwies sich als zunehmend problematisch.

Stattdessen verlegte sich Sony auf Sputtern, auch Kathodenzerstäubung genannt. Dabei werden Wikipedia zufolge Atome aus einem Festkörper (Target) durch Beschuss mit energiereichen Ionen (vorwiegend Edelgasionen) herausgelöst. So lassen sich Schichten kleiner Kristallteilchen mit weniger als 5 Nanometern Dicke erstellen.

Bisher scheiterte diese Methode an der großen Schwankung bei der Größe der Kristallteilchen, aber Sony hat nun nach eigenen Angaben eine Möglichkeit gefunden, die Kristallgröße konstant zu halten und auf durchschnittlich 7,7 Nanometer zu bringen. Dazu verwendet es Argon-Ionen, die es in einem Vakuum auf die Kristalle feuert. IBM war an der Erforschung der Technik beteiligt.

Weitere Forschungen könnten sogar noch zu einer geringeren Größe führen, erklärt Sony. Dies würde dann einen weiteren Dichte-Rekord bedeuten. Das Unternehmen stellt seine Technik derzeit auf der Intermag Europe 2014 in Dresden vor.

Aufgrund der großen Speichermengen sind Magnetspeicherbänder eine weiterhin in Rechenzentren relevante Technik. Da sich aber nicht beliebig auf alle Segmente zugreifen lässt, kommen sie nur zur Archivierung zum Einsatz.

Parallel arbeitet Sony auch an anderen Arten von Speichermedien. Dieses Jahr hat es schon zusammen mit Panasonic eine neue Generation optischer Medien vorgestellt, die bis zu 300 GByte Kapazität liefern sollen. Die beiden Firmen halten zudem eine weitere Steigerung auf 500 GByte und 1 TByte in näherer Zukunft für denkbar.

[mit Material von Steve McCaskill, TechWeekEurope.co.uk]

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Themenseiten: Forschung, IBM, Sony, Storage

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