US-Senator fordert Bitcoin-Verbot

Joe Manchin hat sich an die US-Notenbank und andere Bundesbehörden gewandt. Ihnen fehlt aber vermutlich die Berechtigung zu einem solchen Schritt. Manchin hatte 2011 schon die Schließung des Online-Marktplatzes Silk Road gefordert, der Bitcoin für Zahlungen nutzte.

Ein US-Senator hat Bundesbehörden einschließlich der US-Notenbank in einem offenen Brief aufgefordert, Bitcoin zu verbieten. Die virtuelle Währung sei „äußerst unstabil und zerstörerisch“. Sie ermutige zu „verbotenen Handlungsweisen“.

bitcoin

Der demokratische Senator Joe Manchin vertritt West Virginia. Er gehört auch dem für die Banken zuständigen Komitee des Senats an. Sein Brief ging außer an die Notenbank etwa ans Finanzministerium. Manchin führt als Argument auch an, China, Südkorea und Thailand hätten schon Restriktionen oder Verbote gegen Bitcoin erlassen.

Es gilt allerdings als unwahrscheinlich, dass die Notenbank Bitcoin überhaupt verbieten kann, ohne dass der Kongress vorher ein neues Gesetz erlässt und der Präsident es unterzeichnet. Dies macht Manchins Aufforderung zu einer eher rhetorischen Geste. Allerdings könnten die angeschriebenen US-Behörden wohl durchaus Vorschriften erlassen, die die Kosten von Bitcoin-Transaktionen deutlich erhöhen und das Geschäftsmodell mancher Start-ups beschädigen würden, was wiederum zu nachlassendem Interesse von Investoren am Bitcoin-Bereich führen würde.

Manchin war 2011 einer von zwei demokratischen Senatoren gewesen, die eine Zerschlagung des Online-Marktplatzes Silk Road forderten. Er und sein Kollege Charles Schumer aus New York schrieben damals: „Die einzige Bezahlmethode für diese illegalen Käufe ist eine nicht nachzuverfolgende Peer-to-peer-Währung namens Bitcoins.“ Das war zwar möglicherweise unzutreffend – Bitcoins sind leichter nachzuverfolgen (PDF), als viele glauben -, hatte aber den gewünschten Effekt. Vergangenen Herbst verhaftete die Bundespolizei FBI den mutmaßlichen Betreiber von Silk Road. Das Verfahren gegen ihn wurde diesen Monat eröffnet.

Zu einer anderen Einschätzung von Bitcoin als Manchin war im Dezember 2013 die Bank of America gekommen. Die digitalen Münzen könnten nach ihrer Einschätzung dauerhaft einen Wert von 1300 Dollar erreichen und „eine bedeutende Zahlmethode für den E-Commerce“ werden. Dem Bitcoin-Markt traute die Bank ein Volumen von 15 Milliarden Dollar zu.

Diese Überlegungen kamen allerdings auf dem Höhepunkt des Bitcoin-Booms. Aktuell macht die Kryptowährung eine schwere Krise durch, nachdem die große Wechselbörse Mt. Gox aus Japan diese Woche alle Transaktionen „einstweilen eingestellt“ hat. Anleger fürchten um ihre Einlagen. Andere Wechselbörsen haben sich distanziert.

[mit Material von Declan McCullagh, News.com]

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2 Kommentare zu US-Senator fordert Bitcoin-Verbot

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  • Am 1. März 2014 um 15:27 von Gerd Taddicken

    Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

    Die Forderung des amerikanischen Senators Joe Manchin kann m.M.nach nur als Versuch gewertet werden: Retten, was noch zu retten ist.

    Aber dafür ist es beim Bitcoin (BTC) zu spät. Es steckt einfach die Angst – oder soll man eher sagen, der Neid – dahinter, dass Geld, was die Reichen gerne ,abgeschöpft‘ hätten, nun in die Hände anderer gerät. Hierbei sind nicht irgendwelche Betrüger gemeint, sondern Menschen, die mit modernen Mitteln etwas Neues schaffen: Und zwar Virtuelles Geld (Krypto-Geld).

    Der Senator sagt: ,Bitcoins sind (a),,äußerst instabil und zerstörerisch”. Sie ermutige zu (b)“verbotenen Handlungsweisen”. Zu (a) kann man das auch zu Aktien sagen. Viele Aktien sind schon ins Bodenlose gestürzt und haben damit manche Existenz zerstört. Und (b) verbotene Handlungsweisen kann man schon immer mit Bargeld machen: Drogen kaufen, Leute bestechen, Schwarzarbeit bezahlen. Alles schon bekannt und wird (Judas wurde auch mit ,Bargeld = 30 Silberlinge‘ bezahlt). Schon zweitausend Jahre her.

    Der Kursabsturz durch die Börse Mt.Gox ist – oder war ein Fehler – macht nichts; die Show läuft weiter!

    Meine 2 Bitcoins vom Juli 2012, von denen noch 0,1 existieren sind immer noch rund 40 Euro wert, obwohl ich damals nur ca. 14,25 Euro für zwei ,ganze‘ bezahlt habe.

    Die Banken haben Angst, wenn die Kunden ihre Rechnungen direkt per Bitcoin z.B. mit dem Smartphone oder mit dem Notebook bezahlen. Dann gehen ihnen zig Milliarden an Überweisungs- und Kontoführungsgebühren verloren. Da ,liegt der Hase im Pfeffer begraben‘!

    Aber diese Technologie lässt sich genau so wenig aufhalten, wie Informationen über das Internet zu sammeln und Nachrichten per E-Mail und/oder Messenger etc. zu versenden. Der Computer vernichtet zwar Arbeitsplätze, gibt ,dem kleinen Mann‘ aber auch vieles an Rechten und Möglichkeiten zurück.

    Viele Grüße und einen schönen Märzanfang

    Gerd Taddicken – Nordenham

    Link = http://www.zdnet.de/88185459/us-senator-fordert-bitcoin-verbot

    2014-03-01, Sonntag, gg. 15.26 h (MEZ)

    P.S. Ich habe vorhin gg. 14.09 h (MEZ) gerade testweise einen Euro vom Smartphone an meine Partei ,Alternative für Deutschland (AfD)‘ Kreis: OL-BRA-DEL gesandt. Hier kann man es auf der Blockchain ablesen = https://blockchain.info/tx-index/be0dc4ac3ebf0a0d6bb5ba032f20f1a24f2b8d3a3649d6eb87ab8795c29aeef5

    • Am 28. März 2014 um 8:36 von Pascal Feldmann

      Gib dem Coin Zeit und dein Vertrauen und du wirst sehen sie (die Kritiker) werden sich selber in den A**** beissen, dass sie das Potential nicht erkannt haben.

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