London: USB-Stick mit Daten tausender Mieter im Pub verloren

Insgesamt enthielt das Medium rund 26.000 Datensätze von zwei Wohnungsbau-Genossenschaften. Von mindestens 800 waren die Bankkonten angegeben. Als Maßnahme ist künftig Verschlüsselung verpflichtend.

Union Jack

In London sind die Daten tausender Mieter verloren gegangen: Ein Mitarbeiter einer gemeinnützigen Wohnungsbau-Genossenschaft, die in Großbritannien „Housing Associations“ heißen, hatte einen nicht verschlüsselten USB-Stick in einer Kneipe liegengelassen.

Der Flash-Speicher enthielt unter anderem Kontodaten von 800 Wohnungsmietern der Genossenschaft Lewisham Homes. Insgesamt waren persönliche Daten von rund 20.000 ihrer Mieter gespeichert. Das teilte das Information Commissioner’s Office (ICO; die britische Datenschutzbehörde) gestern mit. Dazu kamen noch 6200 Datensätze aus einer anderen Genossenschaft, der Wandle Housing Association.

„Private Daten auf einem nicht verschlüsselten Speicherstick abzulegen ist ebenso riskant, wie Fotokopien aus dem Büro mitzunehmen“, sagte ICO-Sprecherin Sally-Anne Poole. Ihre Behörde ist berechtigt, gegen Richtlinien verstoßende Aktionen mit Geldstrafen bis 50.000 Pfund (57.500 Euro) zu belegen. Das geschah im jetzt veröffentlichten Fall jedoch nicht. Lewisham Homes und Wandle Housing Association haben sich stattdessen zu Datenschutzmaßnahmen verpflichtet. In Zukunft werden ihre Mitarbeiter verschlüsselte Speichermedien einsetzen.

Großbritannien sorgt immer wieder durch spektakuläre Fälle von Datenverlust in öffentlichen Einrichtungen für Schlagzeilen. Im Juni musste die nationale Gesundheitsbehörde den Verlust eines Notebooks melden, das unverschlüsselte Daten von 8,63 Millionen Briten enthielt. Zudem sollen auf dem Gerät Unterlagen über 18 Millionen Krankenhausbesuche, Operationen und Behandlungen gespeichert gewesen sein. Ein anderes Beispiel ist die englische Stadt Wigan, die 2009 ein Notebook mit den Daten von 43.000 Schulkindern und Jugendlichen verlor. Es besteht allerdings die theoretische Möglichkeit, dass die britischen Behörden nicht einfach schusseliger sind als die deutschen, sondern dass Verlustfälle dort seltener unter den Tisch gekehrt werden können.

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