Starkes Comeback: LGs 12,5-Zöller P210 im Praxistest

Mit dem P210 meldet sich LG auf dem deutschen Notebookmarkt zurück. Dank des schmalen Rahmens um den matten 12,5-Zoll-Screen ist es nicht größer als ein 11,6-Zöller. Intels ULV-Core-i5 sorgt für ordentliche Rechenleistung.

Neues Management, neue Strategie: Nach zwei Jahren Abstinenz ist der koreanische Elektronikkonzern wieder ein Player auf dem hiesigen Notebookmarkt. Zur ersten Tranche gehört das P210, das mit einem flachen, matt-weißen Gehäuse zumindest optisch auf Anhieb überzeugt. ZDNet hat es getestet.

Das Chassis des LG ist zwar nur aus Kunststoff, hinterlässt aber einen wertigen Eindruck: Sogar bei stärkerem Druck gibt es an keiner Stelle nach. Auch der Deckel ist stabil konstruiert; bei Druck kommt es zu keiner Verfärbung des Displays. Mit einer Bauhöhe von nur 2,1 Zentimetern gehört das Gerät zu den flachsten Notebooks auf dem Markt. Insgesamt ist es ein echter Hingucker.

Nach dem Aufklappen zeigt sich eine Überraschung: der Rand und das Display ist relativ schmal. Daher bringt LG in einem Chassis, das so groß ist wie das eines 11,6-Zöllers, einen 12,5-Zoll-Screen unter. Länge und Breite entsprechen fast genau den Abmessungen des Macbook Air mit 11,6 Zoll. Allerdings ist das Apple-Notebook deutlich flacher.

Obwohl das P210 nicht als Business-Gerät positioniert ist, kommt es mit einem matten Display – eine rühmliche Ausnahme im Consumer-Segment. Störende Reflexionen sind daher überhaupt kein Thema. Der Screen löst 1366 mal 768 Pixel auf. Die Blickwinkelstabilität ist überdurchschnittlich. Dank der hohen Helligkeit lässt sich das LG auch im Freien nutzen.

Aufgrund des schmalen Display-Rands konnte LG die 1,3-Megapixel-Webcam offenbar nicht wie üblich über dem Screen unterbringen. Stattdessen sitzt sie unter dem Screen in der Nähe des Scharniers. Und so wird man auch gefilmt – was sich bei einer Videokonferenz als nicht optimal herausstellt.

Bei den Schnittstellen sieht es etwas mau aus: So hat das Notebook nur zwei USB-Ports, die beide rechts sitzen und noch nicht auf die Version 3.0 unterstützen. Auch der Kopfhörerausgang ist dort untergebracht. Auf der linken Seite gibt es einen Micro-HDMI-Port. Um ein Display anzuschließen, benötigt man also einen Adapter oder gleich ein entsprechendes Kabel. Die Nutzung des proprietären Netzwerk-Port macht den mitgelieferten Adapter notwendig. Die Schnittstelle bietet aber nur 100 MBit/s statt der heute üblichen 1 GBit/s.

Das dürfte in der Praxis aber kaum negativ ins Gewicht fallen, da so portable Geräte meist per WLAN angebunden sind. Das Modul unterstützt 802.11b/g/n, aber nicht den a-Standard. Das 5-GHz-Band, das beispielsweise in einer funkverseuchten Stadtwohnung sinnvoll ist, kann mit dem LG daher nicht genutzt werden.

Das Tastenfeld des LG ist etwas kleiner als gewohnt – was beim Tippen etwas Gewöhnung erfordert. Zudem könnte der Anschlag etwas sauberer definiert sein. Viele Tasten sind doppelt belegt. Ihre Funktion kann über die Funktionstaste aufgerufen werden. Auch das Mauspad ist auffallend klein geraten. Trotzdem gelingt es problemlos, mit zwei Fingern zu scrollen. Die Reaktion ist erfreulich direkt – fast wie bei Apple.

Komponenten und Leistung

Angetrieben wird das P210 von einem Intel Core i5-470UM. Es handelt sich um eine spromsparende Ultra-Low-Voltage-CPU, die allerdings noch nicht der neuesten Generation namens Sandy Bridge, sondern dem Vorgänger Arrandale angehört. Der Chip arbeitet mit 1,33 GHz Basistakt, Turbo Boost übertaktet einzelne Kerne auf bis auf 1,86 GHz. Von der integrierten Beschleunigungseinheit für AES-Verschlüsselung profitieren Programme wie Truecrypt oder Winzip beim Packen verschlüsselter Archive.

Für die Grafik sorgt die im Chip integrierte Intel Graphics HD. An Bord sind außerdem 4 GByte DDR3-RAM sowie eine 320-GByte-Festplatte mit 5400 Umdrehungen pro Minute. Im PC Mark Vantage erreicht das P210 4090 Punkte und liegt damit wenig überraschend auf dem Niveau anderer Notebooks mit dieser Plattform. Wer nicht gerade extrem leistungshungrige Anwendungen fährt, ist damit gut bedient.

Akkulaufzeit und Lautstärkeentwicklung

Das LG P210 kommt mit einem fest verbauten Akku, der eine Kapazität von 3150 mAh bietet. Damit ist er deutlich leistungsfähiger als der Stromspeicher des Lenovo U260, der nur mit 2700 mAh spezifiziert ist. Der Stromverbrauch des LG liegt zwischen 13 und 34 Watt. Beim Surfen per WLAN im Web bei abgedunkeltem Display hält der Akku dreieinhalb bis vier Stunden.

Erfreulicherweise ist das Notebook sowohl im Standardbetrieb als auch unter Volllast kaum hörbar: die Lüfter arbeiten sehr leise.

Fazit

Mit dem P210 gelingt LG ein starkes Comeback auf dem deutschen Notebookmarkt: Das Gerät überzeugt mit einer kompakten Bauform, hoher Stabilität und gutem Design. Wenn man nicht gerade aufwändige 3D-Spiele oder sehr leistungshungrige Anwendungen ausführen will, bietet es mehr als genug Performance. Die Akkulaufzeit ist mit knapp vier Stunden in Ordnung. Mit 899 Euro ist das P210 allerdings auch nicht ganz billig.

Leider basiert das Notebook noch nicht auf der neuesten CPU-Generation Sandy Bridge. Nachteile sind zudem die Position der Webcam, das Fehlen von USB 3.0 und die kleine Tastatur.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Starkes Comeback: LGs 12,5-Zöller P210 im Praxistest

Kommentar hinzufügen

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *