Ermittlungen gegen René Obermann eingestellt

Der Korruptionsverdacht gegen den Telekom-Chef hat sich nicht bestätigt. Das wurde schon länger erwartet. Sein Arbeitgeber stellte sich im Dezember durch eine Vertragsverlängerung hinter Obermann.

Telekom-Chef René Obermann (Bild: Deutsche Telekom)
Telekom-Chef René Obermann (Bild: Deutsche Telekom)

Der Korruptionsverdacht gegen den Vorstandschef der Deutschen Telekom, René Obermann, hat sich nicht bestätigt. Die Staatsanwaltschaft Bonn stellt ihre Ermittlungen gegen den Manager deshalb ein.

Obermann war wegen angeblicher Bestechung auf dem Balkan ins Visier der Behörde geraten. Doch nach Auswertung der Unterlagen sowie Anhörungen von Beschuldigten und Zeugen habe sich der Anfangsverdacht gegen Obermann nicht erhärtet, erklärte der Bonner Staatsanwalt Friedrich Apostel.

Diese Entscheidung war erwartet worden, nachdem Apostel bereits signalisiert hatte, dass die Nachforschungen kaum neue Erkenntnisse gebracht hätten. Offiziell einstellen wollte er die Untersuchung aber erst nach einem Treffen mit dem Bundeskriminalamt, das in der Sache ebenfalls ermittelte.

Die Behörde hatte das Verfahren im September nach einem Rechtshilfeersuchen aus den USA eingeleitet. Der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom hatte sich kurz darauf demonstrativ hinter den Vorstandsvorsitzenden gestellt. Sein Vertrag wurde im Dezember um fünf Jahre verlängert, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Ermittlungen gegen Obermann noch liefen.

Themenseiten: Business, Gerichtsurteil, Telekom, Telekommunikation

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1 Kommentar zu Ermittlungen gegen René Obermann eingestellt

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  • Am 5. Januar 2011 um 12:04 von Allendorf

    Unternehmensethik und Nibelungentreue!
    Das Einstellen von Ermittlungen heißt nur das nach Auswertung der aktuell vorhanden Beweismittel das (deutsche)Verfahren eingestellt wurde. Gleichzeitig kann es als ein starkes Indiz für die Unschuld gelten. Unverständlich ist mir, warum den Vorstandschef trotz des laufenden Ermittlungsverfahren „Korruptionsverdacht“ das Anstellungsverhältnis gleich für 5 Jahre verlängert wurde. Dies ist ein falsches Signal für ethisches Verhalten im Unternehmen. Eine Beurlaubung oder zumindest eine Vorbehaltsregelung bei der Vertragsverlängerung wäre ein wichtiges Zeichen nach innen und außen gewesen. So zeigt m.e. die Verantwortlichen das sie gerade nach den Erfahrungen mit den jüngsten Skandealen nicht viel gelernt haben und bei dieser Grundhaltung neue Skandale wahrscheinlicher werden. Auch stellt sich die zusätzliche Frage ob die Personalpolitik der Telekom die gleich großzügigkeit bei anderen Arbeitnehmern niederen Ranges zeigt und das Instrument der Verdachtskündigung nun überaus maßvoll einsetzt.

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