Panda Security: 95 Prozent aller E-Mails sind Spam

Die führenden Spam-Nationen im dritten Quartal waren Indien, Brasilien und Russland. Der Anteil von Trojanern am weltweiten Malware-Aufkommen wächst auf 55 Prozent. Hacker benutzen immer häufiger Soziale Netze zur Verbreitung von Schadsoftware.

Im dritten Quartal waren 95 Prozent aller weltweit verschickten E-Mails Spam. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung (PDF) von Panda Security. Demnach kamen 55 Prozent des Spamaufkommens aus zehn verschiedenen Ländern. Führend waren Indien, Brasilien und Russland, gefolgt von der Ukraine, Rumänien und Südkorea. Die meisten unerwünschten Nachrichten wurden über Botnetze verschickt.

Der Analyse zufolge waren zwischen Juli und September 55 Prozent aller Schadprogramme Trojaner. Viele seien entwickelt worden, um persönliche Informationen zu stehlen und Hackern Zugriff auf Bankkonten zu verschaffen, so Panda. Diese Art der Bedrohung habe in den vergangenen zwei Jahren kontinuierlich zugenommen, da sie Kriminellen die höchsten Gewinne einbringe.

Indien war im dritten Quartal für mehr als zehn Prozent des weltweit verschickten Spams verantwortlich (Bild: Panda Security).
Indien war im dritten Quartal für mehr als zehn Prozent des weltweit verschickten Spams verantwortlich (Bild: Panda Security).

Die Liste der Länder mit den meisten Angriffen führte im dritten Quartal Taiwan an – vor Russland, Brasilien, Argentinien, Polen und Spanien. Deutschland lag auf Platz 13, hinter den USA (Platz 8) und Großbritannien (Platz 12).

Panda Security hat im dritten Viertaljahr 2010 einen weiteren Trend beobachtet: Cyberkriminelle wenden sich vermehrt Sozialen Netzen statt E-Mail zu, um Schadprogramme zu verbreiten. Ein Beispiel dafür seien Clickjacking-Angriffe via Facebooks „Gefällt mir“-Button. Zudem würden immer häufiger Techniken zur Suchmaschinenoptimierung missbraucht, um mit Malware verseuchten Websites hohe Platzierungen in Suchergebnissen zu verschaffen.

Außerdem hätten sich mehrere Würmer erfolgreich per Twitter verbreitet. Einer habe eine JavaScript-Lücke ausgenutzt, die Cross-Site-Scripting ermöglichte. Auch sogenannte „MouseOver“-Würmer, die sich verbreiten, wenn ein Nutzer einfach nur mit der Maus über Inhalte geht, hätten eine Gefahr dargestellt. Beide Probleme seien von Twitter relativ schnell gelöst worden, so Panda.

Im abgelaufenen Quartal registrierte der Sicherheitsanbieter nach eigenen Angaben zudem vermehrt Angriffe auf Smartphones mit Googles Mobilbetriebssystem Android, darunter ein Schädling, der sich als angeblicher Video-Player ausgibt und SMS-Nachrichten an teure Sonderrufnummern verschickt. Eine andere Malware namens TapSnake tarnt sich als Spiel und nutzt Geolokalisierung, um Standortdaten zu sammeln und an Dritte weiterzugeben.

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