Softwareauswahl: Nicht nur Preise und Funktionen zählen

Experton hat Verhaltensmuster und Strategien von Firmen bei der Beschaffung von Software untersucht. Als Auswahlkriterien dominieren sogenannte "harte Faktoren". Die Nachfrage nach Content-Management-Systemen und Application Middleware zieht an.

In Deutschland werden Anwender nach Zahlen der Experton Group 2010 voraussichtlich 22,5 Milliarden Euro in Software investieren. Das sind rund 0,5 Prozent weniger, als die Marktforscher für 2009 prognostizieren. Bei in etwa gleichbleibendem Investitionsumfang verschieben sich jedoch die Schwerpunkte, die Firmen bei der Anschaffung von Software setzen. Während in den kommenden Jahren die Ausgaben für System- und systemnahe Software bis auf wenige Ausnahmen (etwa Storage Management) zurückgehen, steigen die Investitionen in sogenannte „kundengerichtete Anwendungen“.

Beispielsweise rechnet die Experton Group bei Softwarelösungen für das E-Procurement 2010 mit einer Zunahme von 2,3 Prozent und 2011 mit einem Wachstum von 4,1 Prozent. Positiv soll sich auch der Markt für CRM-Lösungen entwickeln (plus 1,8 beziehungsweise plus 3,4 Prozent). Ein steigendes Investitionsvolumen sagen die Marktforscher zudem Lösungen für bessere Zusammenarbeit (Collaboration) und das Finden und Managen von Informationen (Suche, Content Management, Business Intelligence) voraus.

Bei der Softwareauswahl sind die weichen Faktoren zwar deutlich schwieriger zu sammeln und zu bewerten, sie sollten jedoch nicht vernachlässigt werden
„Bei der Softwareauswahl sind die weichen Faktoren zwar deutlich schwieriger zu sammeln und zu bewerten, sie sollten jedoch nicht vernachlässigt werden“, sagt Axel Oppermann, Advisor bei der Experton Group (Bild: Experton Group).

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten gewinnen die sogenannten „harten Faktoren“ bei der Bewertung einer Software zunehmend an Bedeutung. Zu diesen direkt quantifizierbaren Parametern, mit deren Hilfe sich der Einfluss der Software auf den Erfolg des Unternehmens nachweisen lässt, zählen insbesondere Größen, die einen höheren Gewinn beziehungsweise eine finanzielle Entlastung ermöglichen. 56 Prozent der 117 Befragten in Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern gaben an, dass für sie bei der Kaufentscheidung ausschließlich diese Determinanten relevant sind.

„In der Regel sind die harten Faktoren für die Entscheider leichter zu beurteilen und zu sammeln. Die Bewertung der weichen Faktoren hingegen ist deutlich schwieriger. Sie sollten jedoch nicht vernachlässigt werden“, sagt Axel Oppermann, Advisor bei der Experton Group. Bei den weichen Faktoren handelt es sich um Bewertungsgrundlagen, bei denen solche messbaren Größen nicht vorliegen oder sich nur grob abschätzen lassen. Dazu zählen etwa die Einstellung und das Wissen der Mitarbeiter sowie Produktivitätssteigerungen, die sich nicht direkt in höheren Umsätzen oder Gewinnen messen lassen.

Nur mittels ganzheitlicher Bewertung der Einflussfaktoren einer Software auf den Erfolg des Unternehmens lasse sich der tatsächliche Nutzen einer Software nachweisen, so Oppermann. Beispielsweise seien die Auswirkungen einer CRM-Lösung auf die Ertragslage oder auf das Tagesgeschäft mit den traditionellen kaufmännischen Methoden und Kenngrößen nur sehr schwer nachzuweisen.

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