Microsoft investiert kräftig in Deutschland

Deutschland-Chef Berg verteidigt Vista und nennt ambitionierte Ziele

Auf der heute in München gestarteten Partnerkonferenz hat Microsofts Deutschland-Chef Achim Berg das „EnerGY“-Programm vorgestellt. Mit ihm soll die Marktposition von Microsoft sowie der Standort Deutschland ausgebaut werden. Insgesamt ist dafür ein dreistelliger Millionenbetrag zusätzlich zu den üblichen Investitionen vorgesehen. Im seit 1. Juli laufenden Geschäftsjahr investiert Microsoft davon 35 Millionen Euro und will 100 neue Mitarbeiter einstellen.

Deutschland ist nach den USA und Japan der wichtigste Markt für Microsoft. Berg betonte, dass der Konzern im Geschäftsjahr 2008 in Deutschland im europäischen Vergleich überdurchschnittlich gewachsen sei. Unter anderem sei „Vista in Deutschland extrem gut gelaufen“.

Kritik am Betriebssystem wies Berg zurück: „Wenn einer erzählen will, Vista sei kein hervorragendes Betriebssystem, dann soll er jetzt auf die Bühne kommen und die Gründe dafür darlegen“, rief Berg dem Auditorium zu. Es gebe keinen Grund mehr, Vista nicht auszurollen: Die Treiber seien inzwischen verfügbar, die passenden Endgeräte im Markt, Servicepack 1 vorhanden und Applikationen stünden bereit.

Auch mit Apple setzte sich Berg auseinander: Mit Hinweis auf die immer wieder hervorgehobenen Vorzüge in der Bedienbarkeit sowie den nahezu ebenso häufig kritisierten Einsatzmöglichkeiten von Apple-Produkten in Unternehmen forderte er: „Ich setze mich gerne mit einem Apple-Manager aus Deutschland auf der Bühne zu einem Streitgespräch zusammen, um die technischen Aspekte der beiden Betriebssysteme zu erörtern. Bisher hat sich dazu aber noch keiner bereitgefunden.“

Aber auch anderen Wettbewerbern gegenüber sieht Berg sein Unternehmen hierzulande gut aufgestellt: Mit der Aufforderung „Raus mit Lotus Notes“ leitete Berg einen Exkurs über die Ablösung von 600.000 Arbeitsplätzen im vergangenen Jahr durch Exchange ein und Oracle will er im kommenden Jahr mit SQL-Datenbanken überholen.

Berg räumte in seiner Ansprache aber ein, der Softwarekonzern müsse „im Consumerbereich seine Hausaufgaben machen“. Ein erster Schritt dazu sei die Zusammenlegung der verbraucherorientierten Aktivitäten (MSN, Windows Live-Produkte, Windows Client Consumer und Windows Mobile) in die neue Organisation Consumer Online International (COI) unter der Leitung von Dorothee Ritz.

Einen weiteren Schub erhofft sich Microsoft von den ab Oktober geplanten Shop-in-Shop-Lösungen mit Microsoft-Produkten. Sie sollen zunächst bei großen Einzelhandelsketten für ein besseres Image bei den Verbrauchern sorgen. Viel verspricht sich Berg aber auch vom Start von Live Mesh. Der sei für Deutschland im Frühjahr 2009 zu erwarten, international gehe das Angebot wahrscheinlich bereits diesen Monat an den Start.

Achim Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung Microsoft Deutschland
Achim Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung Microsoft Deutschland und Area Vice President International, gab sich auf der Partnerkonferenz in München kämpferisch (Bild: Frank Ossenbrink).

Themenseiten: Business, Microsoft, Windows Vista

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2 Kommentare zu Microsoft investiert kräftig in Deutschland

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  • Am 9. September 2008 um 20:03 von com1EDV

    kräftig investieren …
    sollte microsoft mal in die unterstützung der einzelhändler und serviceunternehmen… wenn mal als servicebetrieb erst `ne zeitraubende zertifikation braucht um die neuesten images runterladen zu dürfen, ist das einfach blödsinn – ich muss arbeiten, lernen tu ich jeden tag!

  • Am 10. September 2008 um 8:17 von Vistafan

    Vista ist ein hervorragendes Betriebssystem?
    Ich kann Herrn Berg sofort eine Menge Gründe nennen, weshalb Vista kein hervorragendes Betriebssystem ist:

    1. Es ist langsam
    Ich habe Vista auf dem schnellsten Rechner in unserem Haushalt installiert. Seit dem Wechsel von XP ist dieser Rechner zum langsamsten Computer geworden.

    2. Vista ist umständlich
    Ich verstehe zum Beispiel nicht, weshalb ich jetzt 3 Clicks benötige, um Programme zu öffnen, wo vorher nur ein Click nötig war. Bei Updates wartete man bei XP nur etwas länger beim Herunterfahren des Rechners. Jetzt muß man auch noch länger warten, wenn der Rechner das nächste Mal neu hochgefahren wird. Und vieles mehr…

    3. Es ist ineffizient
    Ständig läuft die Festplatte unter Vista (trotz 2GB Ram). Selbst wenn stundenlang nicht am Rechner gearbeitet wird ist die Festplatte hoch beschäftigt. Warum bieten andere OS hervorragende Desktop-Suchen an, ohne die Festplatte immer wieder zu vergewaltigen?

    4. Es ist fehlerhaft
    Meine USB-Festplatte bekomme ich erst sicher ausgeworfen, nachdem ich Vista neu gestartet habe (!!!), obwohl sicher kein Programm mehr darauf zugreift. Programme in der Sidebar werden manchmal nach dem Zufallsprinzip angeordnet. Solche Kleinigkeiten bekommt MS nicht in den Griff.

    Ich wundere mich immer wieder, welche Ignoranz Microsoft seinen Kunden gegenüber auslebt.

    Vistafan

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