Untergräbt T-Mobile die Business-Ausrichtung des iPhone 3G?

Im Kleingedruckten der Complete-Verträge für das neue iPhone wird eine Funktion explizit ausgeschlossen, die das Apple-Handy für Unternehmen interessant werden lässt: VPN. ZDNet hat nachgefragt, was es damit auf sich hat.

Mit den Funktionen des neuen iPhone 3G hat Apple auf die Kritik reagiert, dass das Mobiltelefon nicht für die Einbindung in Unternehmen geeignet sei. Jetzt unterstützt das Apple-Handy Microsoft Exchange – dafür hat man in Cupertino extra Microsofts Activesync lizensiert. Aber das ist nur ein Baustein auf dem Weg zur Business-Tauglichkeit. Ein weiterer ist die Integration des IPSec-Protokolls. IPSec-basierte VPN-Verbindungen sollen das iPhone 3G für Geschäftsreisende interessant machen. Über VPN können sie nämlich vom Hotel aus sicher auf das Unternehmensnetzwerk zurückgreifen.

Apple schreibt selbst auf seiner deutschen Website: „Was macht das iPhone zum idealen Geschäftstelefon? … Es unterstützt Microsoft Exchange Activesync und stellt so Push-Dienste für E-Mails, Kalender und Kontakte bereit. Mit Cisco IPSec VPN erhalten mobile Benutzer außerdem einen sicheren Zugriff auf Unternehmensressourcen und mit WPA2 Enterprise und 802.1X-Identifizierung auf Netzwerk-Server.“

Nun ist es so, dass ausgerechnet T-Mobile, der einzige Provider in Deutschland, der das iPhone verkaufen darf, Apples Ambitionen das neue iPhone für den Enterprise-Markt interessant zu machen, anscheinend torpediert. Im Kleingedruckten der Complete-Verträgen des neuen iPhones steht nämlich „Die Nutzung von VoIP, Instant Messaging und IPVPN ist nicht Gegenstand des Vertrages …“

Spagat von T-Mobile

Was bedeutet das? Will T-Mobile wirklich Voice over IP, Instant Messaging und VPN unterbinden? Auf Nachfrage, warum VPN vom Vertrag ausgenommen wird, anwortet Telekom-Pressesprecher Alexander von Schmettow:

„Zur Sicherstellung der hohen Qualität des T-Mobile-Netzes sind die Complete-Tarife so konzipiert, dass die Anwendungen Surfen im Internet, E-Mail und Datentransfer optimal unterstützt werden. Die Nutzung von VoIP, Peer2Peer und Instant Messaging (mit Anbietern wie Skype) ist im Leistungsumfang der Complete-Tarife nicht enthalten, da die Nutzung dieser Dienste die für diese Tarife vorgesehene Netzkapazität überschreitet und ein mögliches Risiko für das Netz von vornherein vermieden werden soll.

Das Apple iPhone 3G wird in seinem werkseitigen Funktionsumfang von T-Mobile in keiner Weise eingeschränkt.

Die Nutzung des VPN-Clients auf dem Apple iPhone ist grundsätzlich möglich, hier gibt es keinerlei Einschränkungen. Ergänzend wird T-Mobile seinen Geschäftskunden in Kürze ein attraktives Produkt auf Basis eines eigenen APNs („Mobile IP VPN“) anbieten. Für dieses Produkt wird es eine eigene Produktbeschreibung und eine eigene Preisliste geben.“

Das bedeutet, dass zwar alle Anwendungen, die nicht Gegenstand des Vertrages sind, funktionieren, aber man es bei T-Mobile nicht gerne sieht, dass sie genutzt werden. Hier geht es ums Geschäft, schließlich wird mit Telefonie und SMS noch Geld verdient und VoIP oder Instant Messaging sind in dieser Hinsicht kontraproduktiv.

T-Mobile scheint davon auszugehen, dass Kunden, die die sichere Netzverbindung aktivieren, mehr Datenverkehr und somit mehr Kosten verursachen. Und das sieht man natürlich auch nicht gerne. Aber die Lösung steht ja schon mit dem eigenen Zugangspunkt Mobile IP VPN ins Haus. Nur die kostet wieder einmal extra.

Themenseiten: Mobil, Mobile, Telekommunikation, iPhone

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