Bitkom kritisiert Handy-Verbot an bayerischen Schulen

"Telefon-Bann löst keine Gewaltprobleme"

Ein Handy-Verbot an Schulen hilft nicht bei der Erziehung aggressiver Jugendlicher. Diesen Standpunkt vertritt Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Er kritisierte gleichzeitig einen entsprechenden Beschluss des bayerischen Landtags.

Handys seien heute fester und wichtiger Bestandteil des Alltags Jugendlicher. Sie dienten zur Pflege sozialer Kontakte und würden gerade in Kleinstfamilien immer wichtiger, um den Alltag zwischen Alleinerziehenden und ihrer Kindern zu organisieren. „Der Missbrauch, den Wenige damit treiben, darf nicht zu einem unzeitgemäßen Generalverbot führen“, kommentiert Rohleder.

Hintergrund des bayerischen Verbots sind Gewalt-Videos, die von Jugendlichen per Mobiltelefon verschickt und teils selbst gedreht wurden. Das lasse sich mit einem Handy-Bann an Schulen nicht verhindern, befürchtet der Bitkom. Statt Handys auf dem Schulhof komplett zu verbieten, müssten Eltern und Lehrer Ursachen und Auslöser von Gewalt-Videos zum Thema machen. „Wir stehen hier nicht vor einem technologischen, sondern vor einem pädagogischen Problem“, betont der Hauptgeschäftsführer.

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5 Kommentare zu Bitkom kritisiert Handy-Verbot an bayerischen Schulen

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  • Am 21. Juli 2006 um 18:19 von Eckhard Labenski

    Bitkom und Handyverbot
    Wie hat nur Herr Rohleder seine sozialen Kontakte aufrecht erhalten.
    Als er zur Schule ging, gab es doch noch keine Handys und aus ihm ist doch auch etwas geworden.

  • Am 21. Juli 2006 um 20:42 von Handy

    Bitkom hat Recht
    Ich finde die Bitkom hat vollkommen recht, nur weil einige wenige diese Videos hatten, soll man das Handy nicht ganz verbieten. Es wurden Menschen mit Messern umgebracht, sollen wir alle Messer verbieten?
    Man sollte sich fragen warum die Kinder diese Gewaltvideos haben und nicht die Handys an den Schulen verbieten, denn nach der Schule geht die Videodreherei weiter, wenn man nicht die Ursache bekämpft. Aber es ist der Trend in der Politik nicht die Ursachen zu bekämpfen, sondern gegen irgendwelche Auswirkungen anzugehen.
    Gerade mit dem in Bayern eingeführten G8 mit dem langen Fernbleiben von zu Hause durch den Nachmittagsunterricht, ist man öfters auf das Handy angewiesen.
    Aber die bayerische Regierung scheint eh das machen zu wollen, was sie will, denn die Beschlagnahmung der Handys war alles andere als legal.

    • Am 24. Juli 2006 um 7:25 von NoHandy

      AW: Bitkom hat Recht
      Bei mir ist die Schule ja schon eine ganze Zeit her, aber damals war es so das wir in der Schule was gelernt haben, und nicht soziale Kontakte gepflegt haben! Ob damit die Videos und Bilder verhindert werden weiß ich auch nicht aber dem Unterricht kommt das Handyverbot auf jedem Fall zugute!

    • Am 24. Juli 2006 um 7:25 von NoHandy

      AW: Bitkom hat Recht
      Bei mir ist die Schule ja schon eine ganze Zeit her, aber damals war es so das wir in der Schule was gelernt haben, und nicht soziale Kontakte gepflegt haben! Ob damit die Videos und Bilder verhindert werden weiß ich auch nicht aber dem Unterricht kommt das Handyverbot auf jedem Fall zugute!

    • Am 24. Juli 2006 um 20:29 von Handy

      AW: AW: Bitkom hat Recht
      Es war schon jetzt so, dass Handys im Unterricht nichts verloren hatten. Hat ein Lehrer das Handy gesehen, hat er es konfisziert und man konnte es sich frühestens nach der Stunde bei ihm abholen, wenn nicht sogar beim Schulleiter.
      Was spricht denn gegen ein Handy auf dem Pausenhof? Irgendwann dürfen die Schüler nicht mal mehr ein Handy bei sich tragen, sollen sie etwa in der Mittagspause, die durch das G8 entstanden ist, nichtmal ihre Eltern anrufen dürfen um sie z.B. um Besorgungen zu bitten? Früher gabs ja wenigstens noch normale Kartentelefone an Schulen, aber diese wurden auch abgeschafft.

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