Windows als Beifahrer: Wie Microsoft das Auto erobern will

In rund zwei Jahren will Microsoft in Zusammenarbeit mit verschiedenen Autoherstellern eine Lösung für Entertainment- und Telematikdienste für etwa 250 Euro anbieten. ZDNet hat sich das Konzept der Redmonder genau angesehen.

Der Markt für Entertainment und Navigationslösungen ist derzeit in hohem Maße fragmentiert. Fast jeder Autohersteller kocht, meistens in Zusammenarbeit mit spezialisierten Anbietern, sein eigenes Süppchen.

Für Funktionen wie Telematik oder Entertainment ist eine Vielzahl von Lösungen auf dem Markt, die zueinander völlig inkompatibel sind. Zur Realisierung derselben Funktionen werden Hard- und größtenteils auch Software von jedem Hersteller immer wieder neu entwickelt. Die durch diese Fragmentierung resultierenden geringen Stückzahlen lassen die Kosten explodieren. Auch Änderungen am Funktionsumfang werden schnell zu einem kostspieligen Unterfangen.

So ist es zu erklären, dass fest eingebaute Navigationssysteme in Verbindung mit einem einfachen CD-Radio auch in Fahrzeugen der 10.000 bis 20.000 Euro-Klasse häufig noch deutlich mehr als 1000 Euro Aufpreis kosten. Selbst ein einfaches Navigationssystem, meistens in Verbindung mit einem CD-Radio, macht dann zehn Prozent des Fahrzeugpreises aus.

Seit 1998 mischt auch Microsoft in der Automobilindustrie mit und versucht sein Windows CE-basiertes „Windows Automotive“ als Plattform für Entertainment und Telematikdienste zu positionieren. Das erste System war der unter anderem von Clarion gebaute „Auto PC“. Aufgrund mangelnder Erfolge wandte sich Microsoft von dem Konzept ab und suchte die enge Kooperation mit den Autoherstellern.

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4 Kommentare zu Windows als Beifahrer: Wie Microsoft das Auto erobern will

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  • Am 12. August 2004 um 18:07 von Christian

    Windows als Beifahrer…..
    Ein Windows Navigationssystem, das könnte lustig werden :)

    Nach 100 Metern rechts abbiegen.
    Sind Sie sicher das sie wirklich rechts abbiegen wollen?
    [ja] [nein] [abbrechen]

  • Am 13. August 2004 um 7:37 von Peter Schmidt

    Bock zum Gärtner?
    Der zugegebenermaßen proprietären Software der Automobil-Industrie haftet trotz ihrer Vielfalt sowie der Tatsache, dass das Rad zuweilen mehrfach erfunden wird, ein durchweg guter Ruf an. Zuverlässigkeit und Funktionalität sind meistens gut aufeinander abgestimmt und geben keinen Anlass zur Klage. Dies könnte sich mit dem Einzug von Microsoft ändern. Solange in Redmond kein absturzsicheres Betriebssystem hergestellt werden kann, hat man in Fahrzeugen nichts verloren. Microsoft und Zuverlässigkeit – das sind bis dato noch zwei echte Pole. Während am heimischen PC ein Bluescreen oder Programm-Absturz zwar sehr ärgerlich, aber noch zu verkraften ist, ist ein instabiler Software-Zustand in einem Kraftfahrzeug unvorstellbar, auch wenn es sich "nur" um die Navigations- oder MP3-Player-Software handelt. Microsoft muss erst unter Beweis stellen, dass Stabilität und Zuverlässigkeit bei der Software-Entwicklung oberste Priorität haben. Bei dem Ruf des Unternehmens kann es noch Jahre dauern, bis es sich das Vertrauen der User bzw. Autofahrer verdient hat.

    • Am 13. August 2004 um 13:43 von Henning

      AW: Bock zum Gärtner?
      Genau! Wäre ja noch schöner, wenn mir bei 220 die Servolenkung abstürzt oder ich mit meiner freien Hand einen explorer-Prozess abschiessen muss, weil er gerade mal angehalten hat.
      Nö, da fahr‘ ich dann doch lieber ohne MS.

  • Am 13. August 2004 um 17:56 von Realist

    Aber bitte mit 100GBit-WLAN-Anbindung
    Ich freu mich schon auf die endlosen "Problemberichte an Microsoft senden" und Download-Orgien umd die ständigen Sicherheitslücken einigermassen zu stopfen. Der Einsatz in das Motormanagement ist unbedingt vorzunehmen; ich freu mich dann schon auf den ersten "BlueScreen" auf der Autobahn oder belebten Kreuzung.
    (Muss man dann aussteigen und wieder neu einsteigen damit’s wieder funktioniert oder muss dann nur der Motor neu installiert werden?)

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