EADS erhält Satelliten-Großauftrag aus Großbritannien

Milliardenschwerer Deal unter Dach und Fach

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat wie erwartet den Zuschlag für das umgerechnet 3,6 Milliarden Euro teure Satelliten-Programm Skynet 5 des britischen Militärs erhalten. „Über die nächsten 15 Jahre wird (die EADS-Tochter) Paradigm dem britischen Verteidigungsministerium sichere militärische Satelliten-Kommunikation als Dienstleistung zur Verfügung stellen“, erklärte EADS am Freitag in London. Im Rahmen des Auftrags erhält der Konzern einen Bankenkredit in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro. Nach der Bestellung von 25 Militär-Transportflugzeugen ist die Order der zweite große Auftrag des britischen Militärs für die EADS innerhalb der letzten fünf Monate.

Reuters hatte bereits am Donnerstag von der anstehenden Unterzeichnung erfahren. Die EADS-Aktie konnte indes am Freitag vom endgültigen Abschluss nicht profitieren und notierte am Nachmittag mit 15,20 Euro um 1,2 Prozent im Minus, während der MDax 0,3 Prozent abgab. Für das britische Verteidigungsministerium ist der Auftrag nach eigenen Angaben der größte, der jemals an ein privtes Unternehmen vergeben wurde. Hierdurch würden in Großbritannien 1900 Arbeitsplätze geschaffen oder zumindest gesichert. Die EADS beschäftigt in dem Land derzeit über 13.000 Mitarbeiter. Großbritannien ist nach Konzernangaben mit einem Umsatz von 2,5 Milliarden Euro im abgelaufenen Jahr einer der vier Hauptmärkte neben den USA, Deutschland und Frankreich.

Die EADS-Tochter Paradigm wird im Rahmen von Skynet auch die Wartung, Kundenunterstützung und die technische Weiterentwicklung des Projekts übernehmen. Profitieren wird zudem die zuletzt von Arbeitsplatzabbau betroffene, kriselnde Satelliten-Sparte Astrium. Sie wird mindestens zwei Satelliten bauen – jeder davon so groß wie ein Kleinbus und 2,5 bis drei Tonnen schwer.

Das Skynet 5-Projekt wird der EADS zufolge zum Teil über ein Konsortialkredit in Höhe von 1,4 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von zwölfeinhalb Jahren fremdfinanziert. Die rund 30 internationalen Insitute ständen unter Führung von BNP Paribas, CIBC und HSBC, hieß es.

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