Dresdner Bank: Neues Bankingportal enttäuscht

Alternative nach HBCI-Abschaltung nicht überzeugend / Probleme bei Ausdruck, Login und kleinen Bildschirmen

„Erleben Sie die Möglichkeiten“ – mit diesem Slogan wirbt die Dresdner Bank für ihr neues Privatkundenportal Dresdner-Privat.de. Nachdem das Unternehmen Ende des Monats das Banking per HBCI-Oberfläche im Web abschaltet, können außer über T-Online oder per Banking-Software nur noch über diese Site Bankgeschäfte abgewickelt werden. ZDNet hat das neue Angebot unter die Lupe genommen.

Positiv ist, dass mit einem Login alle Konten und Depots sichtbar werden. Auf einen Blick ist damit der Stand von Gemeinschafts-, Einzel- und Unterkonten sichtbar. Allerdings hat die Dresdner Bank es offenbar versäumt, das Angebot einem Usability-Test zu unterziehen.

So die neue Site ist nicht für kleinere Bildschirmauflösungen optimiert: Will man den Service mit einer Darstellung von 800 mal 600 Punkten nutzen, so sind der rechte Bildschirmrand und damit einige klickbare Buttons nicht mehr sichtbar. Ein Scrollen nach rechts ist ebenfalls nicht möglich. Der Kunde kann sich zwar die Umsätze der vergangenen Wochen anzeigen lassen, allerdings ist es nicht möglich, den Zeitraum individuell zu wählen – wer also wie bisher bei HBCI die Umsätze eines Monats im Überblick haben will, muss sich umgewöhnen. Ein Audruck ist ebenfalls nicht möglich: Anders als bisher wird nicht der Verwendungszweck, sondern nur noch die Umsatzart (Abbuchung, Dauerauftrag, Überweisung) angezeigt – die Beträge sind zudem so weit rechts angeordnet, dass sie auf dem Ausdruck nicht mehr angezeigt werden.

Enttäuschend auch das Login- und Logout-Verfahren: Durch die „Auto Vervollständigen“-Funktion beim Internet-Explorer ist es möglich, per Doppelklick die einmal eingegebene Kontonummer in Erfahrung zu bringen. Andere Banken haben hier auf Lösungen gesetzt, die dies verhindern. Klickt man nach dem Banking auf „Logout“, ist man nicht sofort ausgebucht: Erst muss die Frage, ob man sich wirklich ausloggen will, per Klick mit „ja“ beantwortet werden. Unerfahrene Kunden bleiben durch diesen unnötigen Zwischenschritt im schlimmsten Fall länger eingeloggt, als sie wollen. Offene Verbindungen wiederum sind anfällig für Angriffe.

Kontakt: Dresdner Bank, Tel.: 01803/366933 (günstigsten Tarif anzeigen)

Themenseiten: Business, Software, Telekommunikation

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3 Kommentare zu Dresdner Bank: Neues Bankingportal enttäuscht

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  • Am 5. Juni 2002 um 17:46 von Nicole Gander

    Dresdner Bank Portal
    Dem Bericht ist zuzustimmen. Außerdem dauert es meist eine Ewigkeit, bis man drin ist und erhält dann bei Überweisungen den Hinweis, man könnte keine ÜW mehr tätigen (dies auch, wenn man schon lange nicht mehr überwiesen hat und genug Guthaben da ist). Negativ ist auch, daß man, wenn man mehrere Karten hat (als Angestellter), sich ausloggen muß und nicht, wie bei Telebanking, direkt gewechselt werden kann. Ich kann nur sagen: Internetbanking der Post ist tausendmal besser.

  • Am 6. Juni 2002 um 8:32 von Ursula Hanasek

    Kommentar zur News
    der Artikel passt nicht zum Thema. Der Komentar bezieht sich auf HBCI-Banking (es ist von Karten die Rede, das Privatkundenportal der Dresdner-Bank arbeitet mit Pin und Tan).Im Privatkundenportal werden dem Kunden in der Kontenübersicht alle Konten angezeigt, die auf seinen Namen angemeldet sind, bzw. für die er eine Bevollmächtigung beantragt hat und er kann dann zwischen diesen Konten auswählen, ohne sich ausloggen zu müssen.

  • Am 7. August 2002 um 22:58 von Schmidt aus Köln;-)

    Dresdner Bank Privatkundenportal
    Hallo zusammen,

    die "negativen Meinungen" kann ich nicht bestätigen. Mein Zugang funktioniert wunderbar. Auch andere Banken hatten Anfangsschwierigkeiten mit neuen Anwendungen. Wie auch immer. Ein zufriedener Kunde:-)))

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