Bug in LastPass gibt Anmeldedaten preis

Per JavaScript lassen sich die Kennwörter der zuletzt besuchten Websites auslesen. Eine Interaktion mit dem Nutzer ist dafür nicht notwendig. Google-Forscher Tavis Ormandy meldet den Bug vertraulich an LastPass. Inzwischen ist auch ein Patch erhältlich.

Der Google-Sicherheitsforscher Tavis Ormandy hat schon im August eine kritische Lücke in LastPass entdeckt und vertraulich an den Herausgeber des Passwortmanagers gemeldet. Die Schwachstelle gibt unter Umständen die Anmeldedaten der zuvor besuchten Website preis. Mit der Version 4.33.0 steht inzwischen ein Update zur Verfügung, das die Anfälligkeit beseitigt.

LastPass (Bild: LogmeIn)Nutzer, die die automatische Update-Funktion der Anwendung nicht verwenden, sollten die Aktualisierung nun zeitnah manuell einspielen. Denn Anfang der Woche veröffentlichte Ormandy einen ausführlichen Fehlerbericht, in dem er detailliert die Schritte beschreibt, die notwendig sind, um den Bug zu reproduzieren – auf diese Informationen haben somit nun auch Unbefugte und Cyberkriminelle Zugriff.

Die Sicherheitslücke lässt sich zudem ohne Interaktion mit einem User ausnutzen, da ein Angreifer lediglich spezielle JavaScript-Code ausführen muss, weswegen sie als besonders gefährlich eingestuft wird. Ein Hacker muss ein Opfer lediglich auf eine speziell gestaltete Website locken, um die Anmeldedaten der zuvor besuchten Websites auslesen zu können. Ormandy selbst bewertet den Fehler als hochkritisch, obwohl der nicht mit allen URLs funktioniere.

Da Ormandy jegliche Details der Anfälligkeit bis nach der Veröffentlichung eines Patches zurückhielt, gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass der Bug bereits aktiv ausgenutzt wird. LastPass selbst wollte sich nicht zu der Sicherheitslücke äußern. Nutzern sollten jedoch sicherstellen, dass sie ab sofort mit einer aktuellen Version der Software unterwegs sind.

Wie jede andere Software auch sind Passwortmanager anfällig für Sicherheitslücken. Trotzdem sind Kennwörter in der Regel in einer solchen Anwendung besser geschützt als in einem Browser. LastPass beispielsweise stellte im Lauf des Sommers klar, dass es nicht in der Lage ist, selbst auf einen Gerichtsbeschluss hin Behörden wie der US-Drug Enforcement Administration bei der Wiederherstellung von Anmeldedaten aus LastPass zu helfen.

WEBINAR

Webinar-Aufzeichnung: HPE Server mit AMD EPYC 2 stellen 37 Rekorde auf

Das Webinar informiert Sie über die neuen auf AMD EPYC 2 basierenden HPE Server. Erfahren Sie mehr über die erheblichen Leistungs- und Kostenvorteile, die die neue Architektur in der Praxis bietet. Jetzt registrieren und Webinar-Aufzeichnung ansehen.

Themenseiten: Authentifizierung, Lastpass, Security, Sicherheit

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Bug in LastPass gibt Anmeldedaten preis

Kommentar hinzufügen
  • Am 17. September 2019 um 10:39 von Gast

    Grundregel seit Spectre/Meltdown spätestens:
    -Wo immer möglich JavaScript abschalten. Seiten bauen sich rasend schnell auf und es laufen keine JavaScript-Programme (es sind Programme…Script hört sich immer so leicht und luftig an, als wäre das nix), die man überhaupt nicht kennt und zu Gesicht bekommt und die heute anders als morgen sein können i.g. zu Programm-Versionen von gängigen bekannten Programmen, die man prüfen könnte.
    -Wo JavScript unabdingbar ist: Immer im TaskManager schauen, ob der z.B. iExplorer-Prozeß komplett geschlossen ist. Dann iExplorer neu starten und nur für den Login auf EINE Site verwenden. Nach dem Ausloggen den Browser schließen. Wieder per Taskmanager schauen, dass der entsprechende Prozeß auch beendet ist. Dann erst andere Seiten zum Login besuchen. Zeitaufwendig, aber, soweit mir bekannt, „sicher“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *