Aus für Smart Glasses: Intel schließt Wearables-Sparte

Die New Devices Group entwickelte Fitnesstracker sowie die smarte Brille Vaunt. Der angeblich für dieses Jahr geplante Marktstart der Augmented-Reality-Brille fällt aus. Die Sparte wurde 2013 gegründet und beschäftigt rund 200 Mitarbeiter.

Intel verabschiedet sich von seinen Wearables-Plänen und schließt die New Devices Group, die Fitnesstracker sowie die smarte Brille Vaunt entwickelte – die jetzt nicht einmal mehr in den Markt kommt. Das meldete zuerst der Branchendienst The Information und wurde inzwischen von Intel bestätigt.

Intel Vaunt (Bild: The Verge)Intel Vaunt (Bild: The Verge)

Der Chiphersteller investierte mehrere hundert Millionen Dollar in die 2013 gegründete Sparte und kaufte mehrere Firmen zu, um sie in die New Devices Group einzugliedern. Nach dem plötzlichen Aus soll es auch zu „einigen Entlassungen“ kommen in der Sparte, die rund 200 Mitarbeiter in den USA, der Schweiz und Israel beschäftigt.

„Intel arbeitet ständig an neuen Technologien und Erfahrungen“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. „Davon entwickeln sich nicht alle zu einem Produkt, für dessen Markteinführung wir uns dann entscheiden. Mit dem Superlight-Projekt (auch als Vaunt bekannt) entwickelte Intel beispielhaft eine wirklich eigenständige Augmented-Reality-Brille für Verbraucher. Wir werden weiterhin diszipliniert vorgehen, wenn wir neue Technologien erfinden und erforschen. Das bedingt manchmal harte Entscheidungen, wenn die Marktdynamik weitere Investitionen nicht rechtfertigt.“

Mit der im Februar dieses Jahres vorgestellten AR-Brille Vaunt hatte Intel offensichtlich versucht, die Fehler zu vermeiden, die Google zur mindestens vorübergehenden Einstellung seiner Computerbrille Glass zwangen. Es verzichtete auf eine Kamera und setzte auf ein klassisches Brillendesign. In die Bügel integrierte Intel neben dem Prozessor auch Bluetooth und Sensoren. Ein Niedrigenergielaser projizierte Bilder über einen holografischen Reflektor auf die Netzhaut. Vaunt informierte Nutzer über anstehende Termine, per Smartphone erhaltene Nachrichten oder kontextbezogene Informationen.

Gescheitert ist das Vorhaben vermutlich daran, dass Intel keine namhaften Herstellungspartner fand. Schon im Februar meldete Bloomberg zudem, dass Intel auch an einen Verkauf des Geschäftsbereichs denke. Der Chiphersteller plane demnach, die Mehrheitsbeteiligung an Investoren mit starken Vertriebskanälen oder mit Design-Expertise abzugeben.

Eine eigene Direktvermarktung an Verbraucher wagte Intel offenbar nicht „Das ist nicht Intels Geschäft“, kommentiert The Verge. „Und CEO Brian Krzanich hat wahrscheinlich andere Sorgen wie die anhaltenden Probleme mit Spectre und Apples angebliche Pläne, ganz auf seine Chips zu verzichten.“

Bisher waren die Reaktionen auf Smart Glasses sehr gemischt. Vor allem eingebaute Kameras stießen beim Umfeld von Smart-Glass-Nutzern auf Skepsis. Vorreiter Google hatte die Explorer Edition seiner smarten Brille Glass Anfang 2015 vom Markt genommen. Das Unternehmen beteuerte zu dem Zeitpunkt, das Projekt nicht einzustellen, sondern weiter an einer Smart-Glass-Lösung für Verbraucher zu arbeiten. Seitdem stellte das Unternehmen aber lediglich eine auf Unternehmen ausgerichtete Enterprise Edition vor.

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