Mobile Security: echte und aufgebauschte Gefahren

Wie IDC versucht hat diese Frage zu klären, wirft einigen Diskussionsbedarf auf. Das beginnt bei der Definition, welche Geräte als mobile Endgeräte zählen. So hat der Marktforscher neben Smartphones, PDAs, mobilen Festplatten und Servicegeräten auch USB-Sticks zugelassen. Brauchte IDC diese Geräteklasse, weil sonst zu wenige Firmen die Bedingung von 100 mobilen Devices erfüllt hätten? Analyst Haas wollte das nicht kommentieren.

Notebooks hat die Studie ebenfalls als „mobile Geräte“ gezählt. Das ist auf der einen Seite richtig, sorgt an anderer Stelle aber für Unstimmigkeiten. Denn dadurch wird vor allem die Frage verwässert, welche Gefahren die Firmen vom Einsatz mobiler Systeme tatsächlich erwarten und welche Lösungen sie demnach suchen werden.

Andreas Lamm, Managing Director Europe von Kaspersky Lab
„Wir haben insgesamt rund 600 Samples von Malware in der Datenbank, die sich auf Smartphones und PDAs konzentriert“, sagt Andreas Lamm, Managing Director Europe von Kaspersky (Bild: Kaspersky Lab).

So wurden bei externen Bedrohungspotenzialen neben dem Faktor Hacker klassisch auch Viren, Würmer, Trojaner und Spyware am stärksten gewichtet. Das ist bei Notebooks, die mit einem stationären Windows-Desktop vergleichbar sind, vollkommen nachvollziehbar. Hier ist genauso viel Malware zu erwarten, da auf diesen Rechnern mit Windows deren bevorzugte Zielplattform läuft.

Aber bei Smartphones, PDAs mit proprietären geschlossenen Betriebssystemen oder Diagnose-Handhelds mit Embedded Linux? Die Statistiken der Hersteller sprechen hier eine eindeutige Sprache. „Wir haben insgesamt rund 600 Samples von Malware in der Datenbank, die sich auf Smartphones und PDAs konzentriert“, sagt Andreas Lamm, Managing Director Europe bei Kaspersky Lab.

Dem stehen rund 5000 neue Malware-Samples pro Tag gegenüber, die auf typische Windows-PCs ausgerichtet sind. Das macht nach Adam Riese rund 1,8 Millionen Samples pro Jahr für den PC und das Windows-Notebook gegenüber 600 Varianten insgesamt, die auf PDAs und Smartphones zielen.

„Die Signierung externer Anwendungen und die geringe Verbreitung der Smartphone-Betriebssysteme schrecken Malware-Autoren ab“, erklärt Raimund Genes, Chief Technology Officer bei Trend Micro. Malware-Schutz bleibt also ein Randthema. Auch wenn der eine oder andere Hersteller, der für dieses mögliche Problem Lösungen entwickelt hat, das sicher anders sieht.

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