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Verbraucherzentrale NRW warnt vor "Erlebnisauktionen" im Internet

Peter Marwan
|
09.02.10, 16:12 Uhr
Das dort übliche kostenpflichtige Bieten führt zu überhöhten Kaufpreisen. Außerdem gehen viele Bieter trotz hohen Kosten leer aus. Auch die Angebote für unterlegene Bieter sind nach den Erfahrungen der Verbraucherzentrale überteuert.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor Anbietern sogenannter "Erlebnisauktionen". Ins Visier der Verbraucherschützer sind Dealstreet, Idasworld, Hammerdeal, Snipster, Swoopo und Vipauktion geraten. Dreh- und Angelpunkt der Kritik ist, dass im Vergleich zu anderen Onlineauktionen wie Ebay oder Hood das Bieten nicht kostenlos ist, sondern zwischen 10 und 50 Cent kostet.

Das Geschäftsmodell aller Anbieter bestehe darin, dass tausende Angebote ins Leere gehen können, so die Verbraucherschützer. Es handle sich daher mehr um eine Art Glücksspiel als um eine gezielte und vom Kaufinteressenten kontrollierbare Auktion.

An Dealstreet, Idasworld, Snipster und Swoopo kritisieren sie zudem, dass das zeitliche Ende einer Auktion zwar angekündigt wird, aber jedes Gebot den Schluss um bis zu 20 Sekunden hinausschiebt. Obwohl Schnäppchenjägern beispielsweise bei Swoopo die Einblendung "Ende in wenigen Sekunden" entgegenflimmere, könne die Versteigerung noch über Stunden weiterlaufen. "Käufer werden so verführt, aufs angepeilte Produkt nicht nur einmal, sondern zehn-, oder auch 500-mal zu steigern. Sie können dafür umgerechnet fünf oder 250 Euro investieren - und dennoch leer ausgehen", so die Verbraucherzentrale.

Die Tester beobachteten unter anderem, wie bei Dealstreet mehr als 700 Gebote von einem einzigen Kunden auf ein iPhone abgegeben wurden. Ein anderer Bieter mühte sich rund tausendmal, um bei Swoopo ein Notebook zu kaufen.

Aufgrund der Geboteflut kassieren die Betreiber oft deutlich mehr als den üblichen Produktpreis. Idasworld, Swoopo und Snipster etwa, rechnen die Düsseldorfer Verbraucherschützer vor, bringen es in der Spitze auf mehr als das Dreifache der gängigen Preise der versteigerten Notebooks und Spielekonsolen. Dealstreet schafft als Einnahme bei einem Handy gar das Fünffache des eigenen Vergleichspreises.

Auch die Trostangebote der Portalbetreiber für leer ausgegangene Bieter, denen die verpassten Produkte zum Direktkauf angeboten werden, sind nichts für echte Schnäppchenjäger. Alle 40 so angebotenen und von der Verbraucherzentrale verglichenen Direktkaufartikel waren teurer als bei anderen Onlineshops. Beim Konsolenspiel Pro Evolution Soccer 2010 beispielsweise ließ sich gegenüber dem Dealstreet-Preis ein Drittel sparen, und ein Fernseher kostete bei Swoopo mit Versand 1015 Euro, in anderen Webshops dagegen nur 830 Euro.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von Magnus
am 22. Februar 2010, 09:34 Uhr
Swoopo
Hallo,

ich habe mich auch eingehend mit swoopo beschäftigt und stimme nicht mit dem Tenor des Artikels ein. Das die Angebote 50cent kosten und der Einsatz damit knapp unter der Erheblichkeit von Glücksspiel liegt ist nicht so sehr der springende Punkt. Zumal der Vergleich mit Glücksspiel hinkt, da der Bieter den Ausgang der Auktion zu sehr beeinflussen kann. Zwar verdient swoopo mit den Auktionen eine Menge Geld, aber eine legale Geschäftsidee, die Umsatz abwirft ist ja auch kein Verbrechen. Und das der Bieter leer ausgeht, wenn er nicht den Zuschlag bekommt stimmt nicht. Es gibt eine sog. Direktkaufoption, bei der der Bieter den Artikel erwerben kann, obwohl er nicht der Höchstbietende ist. Er kann sich also den Artikel kaufen und bekommt die gesetzten Gebote auf den Kaufpreis angerechnet. So geht der Bieter nicht leer aus, sondern er erhält den Artikel den er haben will und er zahlt auch nicht mehr als wenn er den Artikel im Laden erwerben würde. Bei Swoopo hat man die Möglichkeit ein Schnäppchen zu schlagen, wenn man seine Gebote wohl überlegt einsetzt. Das man sich gut überlegen sollte wie man mit seinem Geld umgeht ist jedoch eine nachzuvollziehende Voraussetzung denke ich...
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