TCO Certified: Notebooks von HP erhalten Nachhaltigkeitszertifikat

Das schwedische TCO Development vergibt das TCO Certified-Siegel und prüft bereits seit 2010 IT-Produkte auf Nachhaltigkeit. Bislang wurden bei Notebooks nur Modelle von Dell und Lenovo zertifiziert.

Künftig werden auch Notebooks von HP von TCO Development auf Nachhaltigkeit geprüft. Eine erfolgreiche Prüfung wird dem Hersteller dann mittels Zertifikat TCO Certified bescheinigt. Neben umwelttechnischen Kriterien werden bei der Prüfung, die selbst den Anforderungen von ISO 14024 genügt, auch soziale Aspekte berücksichtigt, etwa die Arbeitsbedingungen in der Produktion der Systeme vor Ort. Damit stellt sie eine erhebliche Hilfe für Einkäufer oder bei Ausschreibungen dar, in denen diese Kriterien berücksichtigt werden sollen. Dell und Lenovo lassen ausgewählte Notebook-Modelle schon länger dort prüfen und zertifizieren.

Prüfsiegel TCO Certified (Grafik: TCO Development)

Über einen Produktfinder auf der TCO-Webseite lässt sich herausfinden, welche Geräte das Siegel tragen dürfen. Von HP gehören dazu aktuell EliteBook 820 G4, EliteBook 840 G4, das HP mt 43 sowie die Modelle ProBook 430 G4, 440 G4 und 450 G4.

„Unternehmen, die sich nach TCO Certified zertifizieren lassen, unterstreichen damit, dass Nachhaltigkeit für sie ein wichtiger Aspekt für den Unternehmenserfolg ist“, sagt Sören Enholm, CEO von TCO Development, in einer Pressemitteilung. „Dell, HP und Lenovo produzieren heute den Großteil aller Notebooks, die weltweit verkauft werden. Die freiwillige Zertifizierung zeigt das Engagement der Hersteller, umweltgerechter und sozialer zu produzieren und so dem wachsenden Umweltbewusstsein der IT-Käufer Rechnung zu tragen.“ Für Enholm ist der Schritt auch ein Beleg für die Macht der Kunden: „Wenn Kunden auf dem Markt aktive Entscheidungen treffen und nicht einfach nur der Industrie beliebig folgen, reagieren die Hersteller.“

Mit dem Prüfsiegel TCO Certified sollen die Bemühungen der Hersteller für eine nachhaltige Produktion - sowohl aus umwelttechnischen als auch aus sozialen Gesichtspunkten - honoriert werden. (Bild: TCO Development)Mit dem Prüfsiegel TCO Certified sollen die Bemühungen der Hersteller für eine nachhaltige Produktion – sowohl aus umwelttechnischen als auch aus sozialen Gesichtspunkten – honoriert werden. (Bild: TCO Development)

Mit TCO Certified werden nur Produkte zertifiziert, bei denen unternehmensunabhängig geprüft wurde, ob sie alle wichtigen Kriterien für das Prüfsiegel erfüllen. Dabei wird einerseits das Produkt selber unter die Lupe genommen, etwa hinsichtlich giftiger Inhaltstoffe, der Energieeffizienz, der Produktlebenszeit oder dem Verbrauch seltener Erden. Andererseits werden aber auch die Produktionsstätten und der soziale Umgang mit den Mitarbeitern in der Herstellung überprüft und ermittelt, inwieweit Nachhaltigkeit im Unternehmen insgesamt eine wichtige Rolle spielt. Der Hersteller muss außerdem dafür sorgen, dass auch seine Zulieferer verantwortlich handeln.

TCO Development ist aus der vom schwedischen Arbeitnehmerverband TCO ins Leben gerufenen Proeinrichtung für die Ergonomie von Monitoren hervorgegangen. Nachdem sich das als das relevanteste Siegel in dem Bereich durchgesetzt hatte, wurde die Tätigkeit 2010 auf andere IT-Produkte, darunter Smartphones, Tablets, Desktop-Rechner, All-in-One-PCs Projektoren, Headsets und Notebooks ausgeweitet. Besonderheit des Siegels TCO Certified ist, dass nicht nur Umweltaspekte erfasst werden, sondern auch soziale Aspekte – also damit auch bestätigt wird, inwieweit der Hersteller seine soziale und wirtschaftliche Verantwortung, die sogenannte Corporate Social Responsibility (CSR), ernst nimmt.

TCO Development fordert von den Herstellern für die Auszeichnung zunächst, dass sie alle Anforderungen im Hinblick auf Umweltverträglichkeit, Ergonomie und Energie erfüllen. Zudem müssen sie den Nachweis erbringen, dass die Produktion zu den Kernstandards für sozial verantwortliche Arbeitsbedingungen der International Labor Organization (ILO) konform ist. Dazu werden durch unabhängigen Prüfstellen anberaumte Sozial-Audits vor Ort durchgeführt. Vorgesehen ist auch die Teilnahme an Programmen wie EICC oder SA8000.

[Mit Material von Peter Marwan, silicon.de]

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