Erste selbstlenkende Taxis in Singapur unterwegs

Die kostenlose Nutzung ist auf registrierte Teilnehmer in einem bestimmten Stadtteil beschränkt, aber immerhin kostenlos. In jedem Fahrzeug sitzen sicherheitshalber eine Aufsichtsperson und ein Forscher. Das Taxi wird per Smartphone-App gerufen.

In Singapur sind ab heute erstmals selbstlenkende Taxis im Einsatz. Teilnehmer an dem Programm können sie kostenlos per Smartphone herbeirufen und damit fahren. Es ist der wohl erste öffentliche Einsatz selbstlenkender Taxis weltweit.

nuTonomy-Auto ohne Fahrer (Screenshot: ZDNet)Allerdings gibt es noch einige Einschränkungen: Die Taxis verkehren nur in dem rund sechseinhalb Quadratkilometer großen Viertel One-North, in dem hauptsächlich Bürogebäude stehen. Die Haltepunkte der Taxis sind fest definiert, und in jedem sitzt auch ein menschlicher Fahrer, der die Automatik überwacht und im Notfall eingreifen kann. Einen weiteren Platz im Fahrzeug belegt ein Forschungsmitarbeiter, der den Betrieb dokumentiert und auf den Fahrzeugcomputer zugreifen kann.

Betreiber ist ein Start-up für Selbstlenk-Software namens nuTonomy, das außer in Singapur auch an der US-Ostküste, im Bundesstaat Massachusetts niedergelassen ist. Es spricht vom ersten Einsatz selbstlenkender Technik für die Öffentlichkeit, während Testfahrzeuge unterschiedlicher Technikanbieter natürlich seit Jahren auch auf öffentlichen Straßen weltweit getestet werden.

So brachte Fahrdienstvermittler Uber im Mai erstmals einen mit selbstlenkender Technik ausgestatteten Ford Fusion auf die Straßen von Pittsburgh. Es hofft, mit autonomer Technik Millionensummen einzusparen, die für seine Fahrer und ihre Versicherungen anfallen. Auch die Sicherheit werde größer, teilte es mit – die Technik habe „das Potenzial, Millionen leben zu retten und die Lebensqualität von Menschen auf der ganzen Welt zu erhöhen.“ Schließlich seien 94 Prozent aller Unfälle im Straßenverkehr auf menschliches Versagen zurückzuführen.

Googles Selbstlenktechnik verursachte im Februar 2016 jedenfalls erstmals einen Unfall, als ein Testfahrzeug bei niedriger Geschwindigkeit einen Bus streifte. Der Konzern kommentierte, es habe sich um ein „Missverständnis“ gehandelt, wie es unter menschlichen Fahrern ebenfalls jeden Tag vorkomme.

HIGHLIGHT

Open Telekom Cloud: Ressourcen auf Abruf

Von Capex zu Opex: Mit IT-Kapazitäten aus der Cloud statt von eigenen Servern verwandeln Unternehmen gerade verstärkt starre Investitionskosten in dynamische Ausgaben, die sich dem Geschäftsverlauf anpassen – und werden damit flexibler. Immer beliebter: Infrastructure-as-a-Service (IaaS) aus der Open Telekom Cloud.

Traditionelle Autobauer ziehen langsam nach: Volvo etwa wird ab kommendem Jahr eine selbst entwickelte autonome Technik in London testen, und Toyota hat ein Forschungsinstitut mit ähnlichen Absichten eröffnet. Auch BMW, Hyundai und Nissan planen die Einführung autonomer Fahrzeuge in den nächsten fünf Jahren.

Einen Testlauf mit selbstlenkenden Taxis beabsichtigt darüber hinaus der Zulieferer Delphi – noch dazu ebenfalls in Singapur. Er soll nächstes Jahr starten. Diese Woche hat Delphi eine Partnerschaft mit Mobileye angekündigt, die den Fortschritt der Entwicklung autonomer Systeme noch einmal beschleunigen wird, wie es hofft.

[mit Material von Jonathan Chadwick, ZDNet.com]

Themenseiten: Auto & IT, Delphi Automotive, Künstliche Intelligenz, nuTonomy

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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1 Kommentar zu Erste selbstlenkende Taxis in Singapur unterwegs

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  • Am 26. August 2016 um 18:49 von Tobias

    Über diese Meldung sollten man gerade in Deutschland gründlich nachdenken. Wenn alle Fahrer-Berufe wegfallen, sind das eine ganze Menge. Die ständig propagierte Methode mehr junge ins Land zu holen um das Rentensystem zu sichern, wird dann kaum funktionieren.
    Automatische Fahrzeuge können auch selbsttätig eine automatische Ladesäule aufsuchen. Der Elektroantrieb wird damit auch praxistauglicher. Aber beim Elektroantrieb in unserer wichtige Autoindustrie nicht ganz vorne dabei. Und das liegt auch daran weil die Bundesregierung mit Dieselbegünstigung und Blockade von Verschärfungen von Abgasvorschriften durch die EU falsche Signale an die Autoindustrie geschickt hat.

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