Transpazifisches Unterseekabel zwischen USA und Japan geht in Betrieb

Das System namens "Faster" liefert über 9000 Kilometer eine Gesamtbandbreite von 60 Terabit pro Sekunde. Es ist damit das bisher leistungsfähigste Kabel seiner Art. Eine Investorengruppe um Google hat es mit 300 Millionen Dollar mitfinanziert.

Das von Google und fünf anderen Firmen mitfinanzierte Unterseekabel namens „Faster“, das auf rund 9000 Kilometern die US-Westküste mit Japan verbindet, ist fertiggestellt und soll heute den Betrieb aufnehmen. Das hat der Hauptlieferant NEC mitgeteilt. Damit wurde das vor knapp zwei Jahren ausgegebene Ziel erreicht, die Verlegung im zweiten Quartal 2016 abzuschließen.

Das transpazifische Unterseekabel soll eine Gesamtbandbreite von 60 Terabit pro Sekunde (7,5 TByte/s) liefern und damit das bisher leistungsfähigste Kabel seiner Art sein. Es reicht vom US-Bundesstaat Oregon bis zu den japanischen Präfekturen Chiba und Mie. Von dort wird es an andere Kabelsysteme angebunden, so dass auch weitere Teile der Region Asien-Pazifik sowie die US-Ballungszentren Los Angeles, San Francisco, Seattle und Portland davon profitieren.

Das Unterseekabel Faster bei der abschließenden Verlegung vor der japanischen Stadt Minamiboso in der Präfektur Chiba (Bild: NEC).Das Unterseekabel Faster bei der abschließenden Verlegung vor der japanischen Stadt Minamiboso in der Präfektur Chiba (Bild: NEC).

Außer Google sind an dem im August 2014 angekündigten Projekt die Telekommunikationsanbieter China Mobile International, China Telecom Global, Global Transit, KDDI und Singtel beteiligt. Zusammen haben sie 300 Millionen Dollar investiert.

Von den 60 TBit/s Gesamtbandbreite wird Google nach eigenen Angaben bis zu 10 TBit/s nutzen können, um Nutzer schnellen Zugang zu seinen Diensten zu ermöglichen. Dazu gehörten auch Kunden von Google Apps und der Cloud Platform.

„Das ist besonders aufregend, da wir noch für dieses Jahr den Start einer neuen Ostasien-Region für die Google Cloud Platfom in Tokio vorbereiten“, schreibt Alan Chin-Lun Cheung, verantwortlich für Googles Unterwasser-Netzwerkinfrastruktur, in einem Blogbeitrag. „Dedizierte Bandbreite in dieser Region führt zu schnellerer Datenübertragung und reduzierter Latenz für GCP-Kunden, die Nutzern weltweit ihre Anwendungen und Informationen bereitstellen.“

Cheung zufolge ist Google nun an vier Unterseekabeln beteiligt und will sein Engagement in diesem Gebiet noch ausbauen. Beispielsweise finanzierte es 2008 bereits ein Unity genanntes Kabel mit, das 2010 fertiggestellt wurde und ebenfalls zwischen den USA und Japan verläuft. Es liefert eine Bandbreite von 7,68 TBit/s.

Ein weiteres Unterseekabel wird mit Googles Beteiligung seit Oktober 2014 zwischen Brasilien und den USA verlegt. Die 10.556 Kilometer lange Verbindung zwischen den brasilianischen Städten Santos sowie Fortaleza und Boca Ratón in Florida wird aus sechs Glasfaserpaaren mit einer Gesamtübertragungsleistung von 64 TBit/s bestehen. Der Bau soll Ende 2016 abgeschlossen sein.

[mit Material von Stephanie Condon, ZDNet.com]

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