Börsenrückzug: Dell fordert mehr Informationen zu Icahn-Offerte an

Das vom Aufsichtrat eingesetzte Prüfungskomitee hat Fragen zum Umgang mit Schulden und unerwarteten Nebenkosten. Es fragt außerdem nach Wünschen bei der Besetzung des Managements und der geplanten Strategie.

Das von Dells Aufsichtsrat eingesetzte Spezialkomitee zur Prüfung der Alternativen zum Börsenrückzug hat weitere Informationen angefordert, was die Pläne von Investor Carl Icahn zusammen mit Southeastern Asset Management angeht. Der heutige Brief bezieht sich auf ihr Übernahme-Angebot vom 9. Mai.

Dell

Dell-Gründer Michael Dell und die Investmentfirma Silver Lake Partners wollen Dell durch einen Rückkauf mit einem Volumen von 24,4 Milliarden Dollar von der Börse nehmen. Dagegen schlagen Icahn und Southeastern – Dells größte Aktionäre – vor, den Rückzug auf andere Weise zu realisieren: Jeder mit den Plänen einverstandene Aktionär soll pro Anteilsschein 12 Dollar in bar oder weiteren Aktien erhalten, aber gleichzeitig seine Aktien behalten können.

In dem Brief fragt das Komitee nach, ob die Pläne als direkte Alternative zu Michael Dells Vorschlag gedacht sind oder ob es sich um einen Notfallplan handelt, der nur dann angewandt werden sollte, wenn der Börsenrückzug fehlschlägt. Falls es sich nämlich um eine ernsthaften Gegenvorschlag handle, benötige man eine Reihe weiterer Informationen. Dabei handelt es sich um Details zu Finanzierung oder auch zum Umgang mit Schulden und unvorhergesehenen Nebenkosten.

Gleichzeitig erbittet das Komitee den Entwurf der eventuellen Verpflichtungserklärung für die Aktionäre, um die Wahrscheinlichkeit des Zustandekommens beurteilen zu können. Der Icahn-Vorschlag geht nämlich davon aus, dass mindestens 20 Prozent der Aktionäre sich mit zusätzlichen Aktien als Kompensation einverstanden erklären werden. Das Komitee muss nun die Glaubwürdigkeit dieser These prüfen.

Außerdem weist der Brief darauf hin, dass Dell nach Abschluss der Transaktion „wahrscheinlich signifikanten Bedarf an Bargeld“ haben wird, was zusätzliche Kredite oder auch Verkauf von Vermögenswerten erforderlich machen würde. Bedenken hat der Aufsichtsrat auch wegen innerhalb der nächsten zwölf Monate fällig werdender Schulden in Höhe von insgesamt 1,2 Milliarden Dollar. Abschließend fragt das vom Aufsichtsrat ernannte Gremium, welche Besetzungswünsche die Investoren für das Management haben und welche Strategie sie im Anschluss an die Übernahme zu fahren planen.

[mit Material von Charlie Osborne, ZDNet.com]

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