Wikileaks will angeblich Gründer Julian Assange loswerden

Mitglied Brigitta Jonsdottir forderte ihn öffentlich zum Rücktritt auf. Sie glaubt nicht, dass es sich bei den Vergewaltigungsvorwürfen um eine Schmutzkampagne handelt. Ein anonymer Insider dementiert, dass Assange gefeuert werden soll.

Wikileaks-Mitglied Brigitta Jonsdottir, eine Parlamentarierin aus Island, hat Gründer Julian Assange öffentlich dazu aufgefordert, als offizieller Sprecher von Wikileaks zurückzutreten – wenigstens, bis die Ermittlungen wegen Vergewaltigung abgeschlossen sind. „Ich bin Julian nicht böse, aber die Situation ist offensichtlich aus dem Ruder gelaufen“, sagte sie gegenüber The Daily Beast.

Assanges persönliche Probleme sollten nicht mit Wikileaks in Verbindung gebracht werden, erklärte Jonsdottir. Sie glaube nicht daran, dass es sich bei den Vorwürfen um eine Verleumdungskampagne seitens der USA handle.

Unterdessen dementierte ein anonymer Insider gegenüber der australischen Tageszeitung The Sydney Morning Herald, dass Assange zurücktreten soll. Darüber gebe es keine Diskussion, obwohl einige Leute die Idee in Umlauf gesetzt hätten.

Ende August hatten zwei Frauen einen Haftbefehl gegen Assange erwirkt, der innerhalb von 24 Stunden wieder zurückgezogen wurde. Kurz darauf stellten die Strafverfolger die Ermittlungen wegen sexueller Übergriffe zunächst ein. Vergangene Woche nahm die schwedische Justiz die Ermittlungen wieder auf. Es geht um Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexuelle Belästigung.

Assange wurde weltweit bekannt, nachdem Wikileaks etwa 77.000 als geheim eingestufte Dokumente über den US-Militäreinsatz in Afghanistan veröffentlicht hatte. Der Nachrichtenagentur AP zufolge bereitet die Organisation gerade die Veröffentlichung weiterer 15.000 Schriftstücke vor.

Themenseiten: Internet, Politik, Wikileaks

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1 Kommentar zu Wikileaks will angeblich Gründer Julian Assange loswerden

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  • Am 25. September 2010 um 20:24 von Ettore Atalan

    Glauben ist nicht Wissen
    „Sie glaube nicht daran, dass es sich bei den Vorwürfen um eine Verleumdungskampagne seitens der USA handle.“

    Glauben ist nicht Wissen und Verleumdungskampagnen kennen die US-amerikanischen Geheimdienste nur zu gut.

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