Google veröffentlicht Server- und Client-Code von Wave als Open Source

"Wave in a Box" wird eine funktionierende Anwendung sein. Sie wird noch 2010 der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Zielgruppe sind Cloud-Entwickler und "abenteuerlustige Anwender".

Google Wave

Google hat angekündigt, der Server- wie auch den Client-Code für seinen Kommunikationsdienst Wave als Open Source zu veröffentlichen. Das geht weit über die Ankündigung vom August hinaus: Als es den Dienst einstellte, versprach Google nur, etwa 200.000 Codezeilen Wave-Code zur Weiterbenutzung freizugeben.

Ursprünglich war geplant, Entwicklern Elemente wie Drag and drop oder auch buchstabenweises Live-Typing zur Verfügung zu stellen. Letzteres zeigt Änderungen durch Nutzer jedem anderen „in Echtzeit“ an, sodass es möglich ist, zu mehreren gleichzeitig an einem Dokument zu arbeiten. Wave ist cloudbasiert, was das Interesse an solchen Funktionen angesichts des aktuellen Cloud-Trends noch deutlich erhöhen dürfte.

Was Google jetzt freigibt, nennt Software-Ingenieur Alex North von Google „eine vollständigere Anwendung“. Es handle sich um „Wave in a Box“. North schreibt im Google-Blog: „Dieses Projekt wird nicht die volle Funktion von Google Wave haben, wie man es heute kennt. Wir wollen aber Entwicklern und abenteuerlustigen Anwendern die Möglichkeit geben, selbst Wave-Server einzurichten und einen solchen Dienst auf ihrer eigenen Hardware zu hosten.“

Von Anfang an sei es Googles Ziel gewesen, dass das Wave-Protokoll zu einer neuen Generation von Kommunikations- und Kollaborationswerkzeugen führen könnte. „Auch wenn Wave in a Box eine funktionierende Anwendung sein wird, werden Eure Beiträge seine Zukunft definieren. Wir hoffen, dass dieses Projekt der Wave-Entwicklergemeinschaft helfen wird, weiter zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.“

Wave in a Box besteht aus einem Server und einem Client, die zusammen strukturierte Echtzeit-Kommunikation ermöglichen. Der Client enthält laut Google „eine schnelle und voll ausgestattete Wave-Oberfläche“ für Diskussionen mit Baumstruktur, während der Server das Speichern übernimmt und eine Suchfunktion bereitstellt. Außerdem gibt es eine Programmierschnittstelle (API) für Wave-Gadgets, Suchroboter und Daten sowie für den Import von Daten aus dem ursprünglichen Google-Angebot.

Einem Nachtrag von North zufolge wird der Quellcode bis Ende des Jahres bereitstehen. Nächste Woche werde man einen genaueren Zeitplan veröffentlichen.

Wave war 2009 gestartet – zunächst nur als Beta und nach persönlicher Einladung für rund 6000 Entwickler sowie später für 100.000 Tester. Erst Ende Mai 2010 machte Google den Dienst für die Allgemeinheit verfügbar. Auch Anwender von Google Apps konnten Wave kostenlos nutzen. „Trotz Zuwächsen und treuer Fans wurde Wave von Nutzern letztendlich nicht so gut akzeptiert, wie wir uns das gewünscht hatten“, schrieb Senior Vice President Urs Hölzle im Firmenblog, als er im August ankündigte, Wave werde zum Jahresende 2010 schließen. Seither haben sich Protestgruppen zur Rettung von Wave formiert.

Themenseiten: Cloud-Computing, Google, Kommunikation, Open Source, Software

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