Vodafone und Telekom starten VDSL-Pilotprojekt in Heilbronn

Eine Einigung für eine Zusammenarbeit in anderen Städten steht noch aus. Laut Vodafone-CEO Friedrich Joussen muss das Zugangsmonopol der Telekom fallen. Den Vertrag zum Wiederverkauf von VDSL-Produkten wertet er nur als ersten Schritt.

Vodafone und die Deutsche Telekom haben heute ihr Pilotprojekt für ein gemeinsames VDSL-Netz in Heilbronn gestartet. Ziel ist es, Lösungen für einen Ressourcen schonenden Aufbau der VDSL-Technologie zu realisieren und Erfahrungen beim Ausbau einer Stadt zu sammeln.

Eine Ausweitung der Zusammenarbeit auf andere Städte bleibe zunächst jedoch aus, teilte Vodafone mit. Grund sei die bislang fehlende aber notwendige Einigung mit der Telekom über die flächendeckende Nutzung von Leerrohren, Zuleitungen für Glasfaserkabel und Zugang zu Verteilerkästen.

Friedrich Joussen, CEO von Vodafone Deutschland und Vorstandsvorsitzender der Arcor AG, will mit dem Pilotprojekt in Heilbronn ein Signal für mehr Wettbewerb im deutschen Telekommunikationsmarkt setzen: „Wettbewerb ist investitions- und innovationsfördernd. Monopolstrukturen, wie wir sie jetzt im VDSL-Bereich erleben, bremsen Fortschritt und Investitionen.“ Im Hinblick auf das Heilbronner Projekt betonte er, dass das Zugangsmonopol der Telekom fallen müsse. „17 Jahre Mobilfunk in Deutschland haben gezeigt: Wo ein Wettbewerb der Anbieter besteht, entstehen Angebote, Produkte und Preise im Wettbewerb. Davon profitieren die Verbraucher und der Standort Deutschland.“

Den kürzlich geschlossenen Vertrag über den Wiederverkauf von VDSL-Produkten der Telekom wertet Vodafone nur als ersten Schritt. VDSL-Produkte der Telekom zu verkaufen, ermögliche Wettbewerbern und deren Kunden zwar kurzfristigen Zugang zum Markt, langfristig stärke das jedoch das Monopol der Telekom.

Vodafone ist in Heilbronn erstmals für den VDSL-Netzaufbau verantwortlich und stellt die Infrastruktur der Telekom zur Verfügung. Dazu errichtet das Unternehmen so genannte Multifunktionsgehäuse (MFG), in denen beide Anbieter ihrer Vermittlungstechnik installieren. Anschließend werden die MFG per Glasfaser an die jeweiligen Transportnetze angebunden. In einem zweiten Pilotprojekt in Würzburg baut die Telekom aus, und Vodafone beteiligt sich mit Vermittlungs- und Glasfasertechnik.

Die Very Highspeed Digital Subscriber Line (VDSL) ermöglicht schnelles Internet mit Datentransferraten von bis zu 50 MBit/s. Ab Herbst sollen 50.000 Heilbronner Haushalte versorgt werden.

Georg Benzer (2.v.r.), Verantwortlicher für das Vodafone-Netz, startete heute das Heilbronner Pilotprojekt zusammen mit Stephan Gammersbach von der Telekom, dem Heilbronner Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach sowie Richard Drautz, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg (v.l.) (Bild: Vodafone).
Georg Benzer (2.v.r.), Verantwortlicher für das Vodafone-Netz, startete heute das Heilbronner Pilotprojekt zusammen mit Stephan Gammersbach von der Telekom, dem Heilbronner Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach sowie Richard Drautz, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg (v.l.) (Bild: Vodafone).

Themenseiten: Breitband, Deutsche Telekom, Internet, Vodafone

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2 Kommentare zu Vodafone und Telekom starten VDSL-Pilotprojekt in Heilbronn

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  • Am 11. Juli 2009 um 8:22 von Realist

    Und die Gemeinden ?
    Hallo

    ist ja toll das es mal weiter geht.In einer Studie über das Deutsche Netz wurde festgestellt:Die USA und Deutschland haben das Flächendeckende Kabelnetz und könnten alle Haushalte mit schnellen Internet versorgen.Wie gesagt Kabel..ja genau das Kabel vom Kabelfernsehn.Warum sich das hier nicht hier in Deutschland durchsetzt:Die Studie besagt – Schlechte Infopolitik-Schlechte Preispolitik – Schlechte Monopolstellung der Telekom.
    Wer braucht 50Mbit/s…??
    Dörfer und Gemeinden gehen mal wieder im Jahre 2009 mit ISDN Qualität nach Hause !!!
    Oedheim 10 KM von Heilbronn entfernt:Mehr als DSL2000 nicht möglich,aber gezahlt wird für DSL6000….na wenn das nicht Kundenfreundlich ist…..
    Mein Fazit:Nicht der Fortschritt ist wichtig sondern die Gewinnspanne für nicht erbrachte Leistungen….zieht sich ja immer mehr wie ein roter Faden durch das Deutsche Diensleister Landschftsbild.
    Oder wer kennt das nicht? Stundenlanges Warten in der Telefonschleife,dann Unfachliches Personal am Telefon.Vorort Monteure die Überteuerte Rechnungen schreiben.Ne menge Hardware gedöns wo jeder Laie verzweifelt…usw…usw…

    • Am 11. Juli 2009 um 11:56 von Segalen

      AW: Und die Gemeinden ?
      Genau, die Gemeinden schauen in die Röhre, in meinem Ort gibt es nicht mal Kabel, obwohl vor ein paar Jahren alles neu verlegt wurde und DSL gibt es nichtmal in der langsamsten Variante, alles was bleibt ist ISDN oder 56K Modem… es sollte doch möglich sein, wirklich alle mit DSL zu versorgen, das würde fürs erste schon reichen!!!

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