„Alloy“ verbindet SAP-Software mit Lotus Notes

Seit 35 Jahren sind SAP und IBM strategische Partner. Aber erst vor kurzem haben sie sich zur Entwicklung einer gemeinsamen Software durchgerungen: Das Ergebnis heißt "Alloy" und ermöglicht Lotus-Notes-Anwendern Zugriff auf SAP.

Der Name „Alloy“ ist vielversprechend: Er bedeutet übersetzt „Legierung“, womit üblicherweise die Verbindung von zwei Metallen gemeint ist. Dabei kommt in der Regel ein Material mit besseren Eigenschaften heraus, als sie jedes der Ausgangsmaterialien besitzt. Und – zumindest aus IBM-Sicht – ist der Name „Alloy“ auch deshalb gut gewählt, weil er eine tiefere Verbindung symbolisiert als das von Microsoft und SAP gemeinsam entwickelte Konkurrenzprodukt „Duet„: Sind zwei verschmolzen, sind sie sich wesentlich näher, als wenn sie lediglich im Duett singen.

Alloy soll im März auf den Markt kommen. Die Lösung richtet sich an Unternehmen, die bereits Lotus Notes und ein SAP-System einsetzen. Davon gibt es nach Angaben der beiden Hersteller weltweit rund 30.000. Viele davon hätten in der Vergangenheit – wahrscheinlich auch mit Blick auf das bereits seit längerem verfügbare Duet – eine bessere Integration der beiden Systeme angemahnt. Diese Forderung sei nun erfüllt. Mit Coca Cola, Colgate Palmolive und dem dänischen Lebensmittelkonzern Arla wurden auch schon drei Firmen gefunden, die bereit waren, selbst erstellte Lösungen durch Alloy abzulösen und als Referenzen zu dienen.

Die Kernfunktionen von Alloy (PDF), die sich bereits heute standardmäßig nutzen lassen, sind die Verwaltung von Urlaubs- und Reiseanträgen. Sie sollen sich schneller und vor allem „informierter“, wie SAP-Manager Michael Reh es ausdrückt, bearbeiten lassen. Darunter versteht er etwa, dass bei einem Reisekostenantrag der Bearbeitende sofort einen Blick auf das grafisch aufbereitete, noch zur Verfügung stehende Budget und andere Kennzahlen bekommt, die er für eine gut begründete Entscheidung benötigt – und zwar innerhalb der gewohnten Lotus-Notes-Oberfläche.

Das klingt zunächst einmal wenig revolutionär. Die Aufregung um das Produkt wird jedoch verständlich, wenn man die technischen Details berücksichtigt: Sogenannte „SAP-Business-Objekte“ lassen sich nach Angaben der Entwicklungspartner nahtlos in Notes-Objekte überführen.

Über Single-Sign-On ist auch der Workflow an der in der Benutzerverwaltung des ERP-Systems festgelegten Rollenverteilung ausrichtbar. Das Ergebnis seien sowohl kürzere Bearbeitungszeiten als auch weniger Entscheidungen aus dem Bauch heraus, die sich später als falsch herausstellen. Damit decke Alloy ganz nebenbei auch das für Firmen immer wichtiger werdende Thema Compliance ab.

Themenseiten: IBM, IT-Business, Microsoft, Mittelstand, SAP, SOA, Technologien

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