Firmen sind zu bequem für IT-Sicherheit

Die Zahl der Malware nimmt rapide zu. Dennoch sehen Security-Experten keinen Anlass zur Panik: Geeignete Abwehrmaßnahmen stünden zur Verfügung - sie müssten nur richtig eingesetzt werden.

Auch wenn sie sich sonst oft streiten, in einem sind sich die Anbieter von Sicherheitssoftware einig: Die Zahl der Schadprogramme ist in den vergangenen Monaten geradezu explodiert. Lediglich über die absoluten Zahlen herrscht keine Einigkeit. Sie reichen von 2,2 Millionen bis gut 133.000 – je nachdem, wie gezählt und wann ein Schadcode noch als Abwandlung bekannter Malware oder bereits als neues Programm betrachtet wird.

So berichtet etwa Kaspersky, dass alleine 2007 im Internet über 2,2 Millionen neue Viren, Würmer und Trojaner registriert wurden. Das sind viermal mehr als 2006. Und es ist kein Ende in Sicht: Für 2008 erwarten die Analysten von Kaspersky Lab eine Verzehnfachung der Zahl neuer schädlicher Programme. „Die Gesamtzahl der Malware könnte also in diesem Jahr die 20-Millionen-Grenze knacken“ sagt Virenanalyst Magnus Kalkuhl.

Symantec vermeldet in seinem 13. Internet Security Threat Report ebenfalls Rekordzahlen: Auf das Jahr 2007 entfallen zwei Drittel der insgesamt 1,1 Millionen unterschiedlichen Schadcodes, die Symantec bisher überhaupt erfasst hat. Damit wurde 2007 von dem Hersteller rund fünfmal soviel Malware aufgespürt als im Vorjahr. Ebenfalls alarmierend: Von den insgesamt 54.609 Anwendungen, die zwischen Juli und Dezember 2007 für Windows-Systeme veröffentlicht wurden, waren 65 Prozent Malware.

F-Secure verzeichnete 2007 ebenfalls einen rasanten Anstieg der Anzahl neu entdeckter Malware: Nach dieser Zählung hat sich die Zahl der Schadprogramme im Laufe des Jahres verdoppelt und die Summe von einer halben Million erreicht. Wirklich neue Malware-Technologien seien dabei jedoch nicht festgestellt worden, vielmehr würden von den Kriminellen überwiegend bereits bekannte Schadprogramme verfeinert und modifiziert, um so eine größere Wirkung zu erzielen. Außerdem stellte F-Secure fest, dass beim Programmieren von Schadsoftware zunehmend auf leistungsfähige Entwicklungswerkzeuge und Baukastensysteme gesetzt wird.

Etwas weniger dramatisch sieht der deutsche Anbieter G-Data die Lage: Seinen Statistiken zufolge gab es 2007 133.253 neue Schädlinge. Jedoch ist auch das immerhin eine Verdreifachung, denn 2006 zählte das IT-Sicherheitsunternehmen nur 39.670 neue Schadprogramme.

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