Schwedische Internetpiraten unter Beschuss

Pirate-Bay-Gründer pochen auf Rede- und Meinungsfreiheit

Die Gründer der schwedischen Filesharing-Plattform The Pirate Bay sind einmal mehr unter heftigen Beschuss geraten. Im jüngsten Fall geht es allerdings nicht um den umstrittenen Bittorrent-Tracker selbst, sondern um den von Pirate-Bay-Mitgliedern geführten Server-Provider PRQ. Dem Unternehmen wird angekreidet, eine Pädophilen-Plattform im Web zu hosten. Aufforderungen empörter Webuser, die Webeiten zu sperren, sind die PRQ-Besitzer bisher aber nicht nachgekommen.

Die Inhalte auf der Seite seien strafrechtlich nicht relevant, da weder kinderpornographisches Bildmaterial noch sonstige Inhalte, die den Verdacht von Kindesmissbrauch nahelegen, angeboten würden, so PRQ in einer offiziellen Stellungnahme. Gleichzeitig wies PRQ auf die Komplexität des Themas hin und warnte davor, Pädophilie nur von einer Seite zu betrachten.

Gegenüber der Stockholmer Tageszeitung Dagens Hyheter meinte Svartholm Warg, einer der Mitbegründer und Mitinhaber des Unternehmens: „Mit den Inhalten stimme ich überhaupt nicht überein. Dennoch haben diese Leute ein Recht auf freie Meinungsäußerung.“ Eine offene Debatte über das Thema sei allemal besser, als alles unter den Tisch zu kehren, so Warg.

The Pirate Bay war im vergangenen Jahr wiederholt in die Schlagzeilen gekommen. Weltweite Berühmtheit erreichte der weltgrößte Tracker aber Ende Mai 2006, als die schwedische Polizei über 100 Server des Hosts PRQ beschlagnahmen ließ. Im jüngsten Blogeintrag auf der Tracker-Plattform wird das Vorgehen der Staatsanwaltschaft einmal mehr kritisiert. Auf Unverständnis stößt vor allem die Tatsache, dass auch beschlagnahmte Server unbeteiligter PRQ-Kunden nach mehr als einem Jahr immer noch nicht zurückgegeben wurden.

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