Suchmaschinen: Europa hat keine Chance gegen Google

Die europäische Szene hofft mit dem "Leuchtturmprojekt" Quaero zu den amerikanischen Marktführern wie Google und Yahoo aufschließen zu können. Das Projekt kommt aber nicht aus den Startlöchern. 49 andere noch weniger.

Normalerweise gehören Vorträge bei einem gemeinnützigen Verein nicht unbedingt zur Lebenswelt des börsennotierten Suchmaschinengiganten. Immerhin: Google wagte sich in die Höhle des kleinen David. Die „Reinkarnation der bösen Suchkrake“, wie Google-Sprecher Stefan Keuchel das eigene Unternehmen süffisant bezeichnete, erteilte Auskunft über seine Aktivitäten auf dem dritten Forum des „Vereins zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszuganges“, kurz Suma e.V., in Berlin.

Als einen Grund für die Teilnahme räumte der Google-Sprecher den entstandenen Imageschaden ein, der dem Suchmaschinenbetreiber durch die in China quasi verordnete „Selbstzensur“ entstanden sei, regierungskritische Inhalte aus dem Netz zu entfernen. Für Google sei es zudem außerordentlich wichtig, die Privatsphäre der Nutzer zu schützen, ließ Keuchel durchblicken. Andernfalls würde ein tiefer Vertrauensverlust die Community erschüttern.

Offenbar will Google mit derartigen öffentlichen Auftritten wieder Boden gut machen. Das offenere Kommunikationsverhalten des bis dato äußerst schweigsamen IT-Giganten hat aber noch einen anderen Grund: Nämlich am Ohr der Community zu sein, um neue Trends nicht frühzeitig zu verschlafen, wie dies bei anderen Playern á la Yahoo oder Microsoft früher der Fall war.

Doch allzu bange dürfte es dem Informationsgiganten im Netz kaum sein. Europa begnügt sich angesichts des Google-Monopols weiterhin mit der symbolischen Rolle als Zuschauer, wurde auf dem dritten Berliner Forum des Suma e.V. deutlich. „Quaero ist die letzte europäische Chance den Zug in die Informationsgesellschaft nicht zu verpassen“, mahnte Wolfgang Sander-Beuermann, Vorsitzender des Suma auf dem Berliner Forum.

Quaero (lateinisch für „Ich suche“) soll die Vorteile Web 2.0-basierter Dienste mit der semantischen Websuche kombinieren. Diese soll nicht nur Dokumente und Bücher enthalten, sondern auch Musik, Bilder und Videos soll das deutsch-französische Joint Venture in mehreren Sprachen automatisch erkennen und finden.

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3 Kommentare zu Suchmaschinen: Europa hat keine Chance gegen Google

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  • Am 20. Oktober 2006 um 16:29 von B. Fischer

    Bestehende Projekte bündeln
    Es gibt bereits viele gute Ansätze für Suchmaschinen. Anstatt das Rad neu zu erfinden, sollte auf Bewährtes und Innovatives zurückgegriffen und bestehende Projekte mit der Förderung gebündelt werden.
    http://www.LexiQuo.net bietet z. B. bereits einige Features, die Quaero mal haben soll. Laut Wikipedia sieht es so aus, als hätten große Firmen das Geld schon aufgeteilt. Ein Wettbewerb (Ausschreibung) wäre vielleicht sinnvoller gewesen.

    • Am 22. Juni 2011 um 8:37 von Greata

      AW: Suchmaschinen: Europa hat keine Chance gegen Google
      Ja ich sehe das ganz ähnlich. Mein Leitsatz ist besser Bestehendes verbessern, als seltsame Sachen zu erfinden, die unhandlich sind und niemand wirklich braucht! Ich wollte zudem auch mal einen Tipp geben. Fall sich jemand auch auf Facebook über Suchmaschinen informieren will, ich habe ne coole Seite gefunden: http://www.facebook.com/pages/Suchmaschinen/161269437254437. Bis dahin LG Greta

      • Am 8. September 2014 um 15:27 von yeroman

        Hallo
        Es gibt seit gut einem Jahr eine schweizer Suchmaschine namens CENTIL. Die Resultate werden meiner Meinung nach genauer aufgelistet, als bei grossen Suchgiganten, da der Sortieralgorytmus auf der Position der Suchbegriffe innerhalb der gespeicherten Texte basiert. Ursprünglich wurde das Projekt unter dem Namen Suchportal-Schweiz betrieben, danach aufgrund von zu geringer Bandbreite zum Provider für 2 Jahre auf Eis gelegt. Im letzten Jahr wurden die Webspider von Grund auf neu programmiert und die Performance wesentlich verbessert. Wir sind in der Lage, pro Tag 20’000 Websites zu indexieren, bzw. zu aktualisieren. Mit 1.2 Millionen Websites stösst momentan allerdings die verfügbare Hardware an Ihre grenzen, zumal das Projekt zurzeit nicht über Risikokapitalgeber verfügt und keine Firma dahinter steht. CENTIL ist momentan noch über die URL http://www.suchportal-schweiz.ch erreichbar. Verbesserungsvorschläge und Anregungen sind jederzeit willkommen.
        Beste Grüsse aus der Schweiz

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