Markenkonzerne schielen auf Mobilfunksektor

FTD: Handys zur Kundenbindung und Kaufanreiz im Kerngeschäft

In Deutschland müssen sich die Mobilfunkanbieter künftig auf weitere Konkurrenz einstellen. Laut der Financial Times Deutschland (FTD) planen mehrere Markenkonzerne noch in diesem Jahr einen Einstieg ins Mobilfunkgeschäft. So verhandelt etwa der Telekomdienstleister Materna nach eigenen Angaben mit verschiedenen Firmen, darunter TV-Sendern, Festnetzbetreibern, Ölkonzernen und Autoherstellern.

„Wir führen viele Gespräche und gehen davon aus, dass einige bereits zum Jahresende mit Mobilfunkangeboten starten werden“, so Firmengründer Winfried Materna zur FTD. In der Branche würden als potenzielle Markteinsteiger Firmen wie Air Berlin, Aldi, Aral, Ikea, Lidl, RTL oder Shell gehandelt, schreibt das Blatt.

Nach dem erfolgreichen Start des Konsumgüterkonzerns Tchibo als so genannter virtueller Netzbetreiber (MVNO) hat bereits Air Berlin Interesse am lukrativen Mobilfunkgeschäft gezeigt. Ab Dezember will der Billigflieger, ähnlich wie Tchibo in Kooperation mit O2 ein eigenes Mobilfunkangebot auf den Markt bringen.

Der Einstieg von Markenkonzernen in den Mobilfunkmarkt könnte die Branche in Deutschland wandeln. Neben sinkenden Preisen rechnen Experten laut FTD mit einer Änderung des Geschäftsmodells von T-Mobile und Co. Sie könnten sich verstärkt zu Dienstleistern entwickeln, die Netz und Technik zur Verfügung stellen.

Weitaus größeres Ungemach droht den herkömmlichen Mobilfunkbetreibern allerdings laut FTD durch das komplett verschiedene Geschäftsmodell der Markenkonzerne, die eher weniger daran interessiert seien, mit Handygesprächen Geld zu verdienen. Eher könnte das Mobilfunkangebot zur Kundenbindung oder als Kaufanreiz im Kerngeschäft eingesetzt werden.

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