Virtuelle Netzwerkbetreiber in den USA auf dem Vormarsch

Konsolidierung auf dem US-Markt ermöglicht Wachstumschancen

Die US-amerikanischen virtuellen Netzwerkbetreiber (MVNO – Mobile Virtual Network Operator) erfüllen derzeit alle Voraussetzungen, um den etablierten Mobilfunkprovidern in den kommenden Monaten Marktanteile abzujagen. Dabei hilft ihnen vor allem die anhaltende Konsolidierung auf dem US-Telekommarkt, wie aus einer aktuellen Studie der Marktforscher von Heavy Reading hervorgeht. Die Zahl der Unternehmen, die MVNO-Dienste anbieten, soll in den kommenden zwölf Monaten kräftig steigen. Der langfristige Erfolg vieler MVNOs sei aber noch lange nicht gesichert, so die Marktforscher.

„US-amerikanische MVNOs sind gut positioniert, um Marktanteile zu gewinnen, da die Konsolidierung die Zahl der herkömmlichen Mobilfunkprovider reduziert“, heißt es in der Studie. Die Zahl der Betreiber, die mehr als vier Mio. Kunden versorgen, werde durch die Akquisition von AT&T Wireless durch Cingular, den Merger von Sprint und Nextel sowie Alltels Übernahme von Western Wireless von acht auf fünf schrumpfen. Die sinkende Zahl etablierter Betreiber erleichtere es den MVNOs, ihre Produkte und Marken in den von ihnen angepeilten Kundengruppen bekannt zu machen.

Darüber hinaus sollte auch der zunehmende Konkurrenzkampf der fünf Mobilfunkriesen die mobilen Netzwerkbetreiber eher stärken. Provider wie etwa Sprint und Cingular haben ihre Beziehungen zu den MVNOs bereits forciert. Der Bedarf der Provider, ihre Netzkapazitäten auszulasten und ihre Umsätze aufzupolieren, sollte den virtuellen Netzwerkbetreibern laut Studie in absehbarer Zukunft eine attraktive Preisgestaltung sichern.

Aufgrund der zunehmenden Anzahl der virtuellen Netzbetreiber ist allerdings der Effekt des frühen Markteintritts bei den Marktpionieren nahezu aufgebraucht. Kleinere MVNOs könnten es in Zukunft schwer haben, mit bekannten Neueinsteigern insbesondere aus der Einzelhandels- und Unterhaltungsbranche mitzuhalten. Der Erfolg der virtuellen Netzbetreiber hängt der Studie zufolge vor allem davon ab, wie die Anbieter es schaffen, die Zielgruppen der finanzschwächeren und jüngeren Leute zu mobilisieren.

Themenseiten: Business, Telekommunikation

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