Studie: Handygeschäft von Siemens nicht überlebensfähig

Angeblich laufen Gespräche mit der koreanischen LG Electronics und anderen Unternehmen

Der deutsche Elektronikriese Siemens ist für den globalen Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt nicht gewappnet. Das belegt eine Exklusivstudie der Unternehmensberatung Accenture für die „Wirtschaftswoche“.

Ein Verkauf der Sparte wird damit immer wahrscheinlicher – möglicherweise schon in den nächsten Tagen. Bis zur Hauptversammlung am Donnerstag der nächsten Woche, auf der Klaus Kleinfeld den Vorstandsvorsitz von Heinrich v. Pierer übernimmt, soll eine Entscheidung fallen, was mit dem Handygeschäft passiert (ZDNet berichtete).

Nach Informationen des Blattes laufen Gespräche mit der koreanischen LG Electronics und anderen Unternehmen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/2004 machte Siemens in der Mobilfunksparte einen Verlust von 152 Millionen Euro. „Der Markt ähnelt immer mehr der Unterhaltungselektronikindustrie mit steigendem Wettbewerb und fallenden Preisen“, so Accenture-Partner Nikolaus Mohr, „Siemens kann da nicht mithalten.“ Siemens habe zu spät auf neue Handy-Trends wie Kameras, MP3-Spieler oder Business-Phones für Geschäftskunden reagiert. Auch fehlten eigene Multimedia-Handys für die neuen mobilen Breitbandnetze (UMTS).

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3 Kommentare zu Studie: Handygeschäft von Siemens nicht überlebensfähig

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  • Am 19. Januar 2005 um 22:47 von Gustav Grewe

    An die Wand gefahren
    Man möchte die Faust in der Tasche ballen, wenn man wieder einmal feststellen muss, dass die Behäbigkeit und mangelnde Flexibilität des Siemens-Konzerns zum Aus einer weiteren High-Tech-Sparte führt. Die Beispiele schlimmer Inkompetenz mehren sich. Andere Mitbewerber arbeiten auf dem Handysektor profitabel, siehe Nokia und Ericsson.

    Der Pressebericht über den teilweisen Siemens-Rückzug aus dem Toll Collect Projekt weist in eine ähnlich beschämende Richtung.

    Kapitän von Pierer sollte noch vor seinem Ausscheiden sein 100000-Tonnen-Monsterschiff in den Griff bekommen. Das ist er dem tüchtigeren Teil seiner Mannschaft schuldig.
    Eine neue Firmenleitung, befreit von dem Siemens-Wasserkopf, machte erwiesenermaßen aus vielen verkauften Geschäftsfeldern nach kürzester Zeit eine Erfolgsstory.

    Das sollte Ihnen zu denken geben, Herr von Pierer.

  • Am 20. Januar 2005 um 10:24 von Gerald Fuchs

    Unverständlich ….
    immerhin ist Siemens weltweit die Nr.4
    nach Nokia, Motorola und Samsung …
    also noch vor Sony-Ericcson (siehe Bericht über Motorola in dieser ZDNET Ausgabe).

    Was macht das Management falsch ?

  • Am 25. Januar 2005 um 1:47 von .. nichts, außer abgucken!

    Was kann Koreaner LG besser als Siemens?
    Es ist schon beschämend, wenn man als Siemens mit einer "Kopierschmiede" wie LG liebäugelt.

    Was kann diese "Kupferschmiede", die ständig mit Patentklagen überzogen wird, besser?

    Antwort: Zeitnah vom Wettbewerb abkupfern, …

    und es gibt im mittleren Management keine "einfallslosen" und "unfähigen" "Siemensbeamte"!

    Diese Trottel haben die Misere am meisten zu verantworten und sollten sich allmorgentlich vor dem Spiegel ohrfeigen!

    Siemens kann nur vor dieser Zusammenarbeit gewarnt werden.

    Dadurch werden die Koreaner insgesamt "hoffein" gemacht….

    und werden dann auch in andere Siemens Sparten vordringen.

    Das fängt bei Haushaltsgeräte, Waschmaschienen und Kühlschränke an, … und hört bei Kraftwerken auf!

    Siemens schaufelt sich sein eigenes Grab,.. könnte man meinen.

    Wo bleibt hier Pragmatismus und Unternehmertum?

    Es spiegelt insgesamt wider, wie es um Deutschland und um Deutsches Unternehmertum bestellt ist.

    Armes Siemens, armes Deutschland!

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