Outsourcing-Projekte schrumpfen

Unternehmen bevorzugen Outtasking und Managed Services

Nach Untersuchungen des Marktforschungsunternehmens Gartner sinken die durchschnittlichen Volumen der einzelnen Outsourcing-Projekte deutlich: Unternehmen gehen pragmatischer vor, planen kleinere und übersichtlichere Maßnahmen für die Auftragsvergabe an externe Partner. Begriffe wie Outtasking und Managed Services treten dabei stärker in den Vordergrund.

Tatsächlich ist Outsourcing keine exakt umrissene Dienstleistung, sondern hat viele Facetten und Spielarten. „Der richtige Begriff für eine umfassende Auslagerung ist eigentlich Full Scope Outsourcing. Hier werden ganze Geschäftsbereiche eines Unternehmens durch einen externen Dienstleister abgebildet“, so Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungsunternehmens Harvey Nash. Auch die Spielart des Business Process Outsourcing, bei dem ein abgeschlossener Geschäftsprozess durch externe Ressourcen geleistet wird, gehört nach Nadolskis Verständnis zum reinen Outsourcing. „Outtasking hingegen betrifft Teilaufgaben und nicht komplette Prozesse. Die strategische Entscheidungsgewalt und die Gesamtverantwortung bleiben auf Seiten des Auftraggebers. Gleiches gilt auch für die Systeme. Ein Beispiel für Outtasking ist die Auslagerung des User Help Desk für die interne ITK-Umgebung an einen Service-Anbieter“, führt der Harvey Nash-Chef aus.

„Managed Services“ stellen eine weitere Spielart des selektiven Outsourcings dar. Auch hier werden keine kompletten Geschäftsprozesse durch den Anbieter ausgeführt, sondern nur Teilaufgaben. Im Unterschied zum Outtasking sind aber die Systeme nicht im Besitz des Auftraggebers. „Der Kunde mietet die gewünschten Funktionalitäten, zum Beispiel die IT- und TK-Ausstattung des Arbeitsplatzes. Basierend auf Leistungskatalogen und den Service Level Agreements bekommt er die Leistung im definierten Umfang zur Verfügung gestellt. Die Geschäftsprozesse, die er darüber ausführt, liegen weiterhin in seiner eigenen Verantwortung“, spezifiziert Helmut Reisinger, Geschäftsführer von Nextiraone. diesen Dienstleistungstyp.

Der Stuttgarter IT-Dienstleister bietet Managed Services in unterschiedlichen Varianten an – für TK-Anlagen, den Betrieb von Netzen, Firewall-Diensten oder Contact Center-Anwendungen. Nach Reisingers Erfahrung treffen Managed Services-Verträge genau den aktuellen Trend zum Downsizing von Outsourcing-Projekten: „Kleinere Projekte, flexible Verträge und eine einfache Leistungskontrolle sind dabei die Vorteile. Die Gesamtverantwortung und die Entscheidungskompetenz bleiben beim Kunden. Damit werden die Risiken des umfassenden Full Scope-Outsourcings umgangen und der wirtschaftliche Vorteil der Lösung sichergestellt.“

Harvey Nash prognostiziert für die kommenden Jahre Wachstumsraten zwischen 25 bis 30 Prozent für Outsourcing-Dienste für ITK. Zu ähnlichen Einschätzungen kommen auch Gartner und IDC. „Managed Services werden einen großen Anteil an diesem Ergebnis haben, besonders auch als Dienstleistung für Mittelstandsunternehmen. Zudem erfordern solche selektiven Outsourcing-Formen eine stärkere geographische Nähe zwischen Auftraggeber und Anbieter und sind somit weniger geeignet für eine Verlagerung ins Ausland. Im Gegensatz zu Full Scope-Outsourcing“, resümiert der Beratungs-Experte Nadolski.

Themenseiten: Business

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Outsourcing-Projekte schrumpfen

Kommentar hinzufügen
  • Am 19. Juli 2004 um 21:06 von denglisch

    Denglisch
    Outsourcing hin, Outsourcing her, im Managment und Produktplacement ;-) verschanzt man sich hinter wohlklingenden Phrasen. Auslagerung oder Fremdvergabe hören sich wohl zu hart an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *