Mad Hatter ist da: Sun stellt Java Desktop vor

Client-Lösung soll bis zu 75 Prozent Kosteneinsparung im Vergleich zu Windows bringen

Sun Microsystems hat gestern Abend seine lang angekündigte Linux- und x86-basierte Desktop-Lösung „Java Desktop System“ vorgestellt, Codename „Mad Hatter“. Integriert ist die neue Star Office Version 7.0 sowie eine neue Generation seiner Netzrechner-Technologie Sun Ray.

Das Java Desktop System richtet sich in erster Linie an Unternehmenskunden. Mit einem Preis von 100 Dollar pro Arbeitsplatz und Jahr liege Suns Desktop-Alternative rund 75 Prozent unter dem Kostenniveau eines vergleichbaren Windows-Systems. „Nun gibt es eigentlich keine Argumente mehr, an kostenintensiven Desktop-Lösungen festzuhalten“, warb Jonathan Schwartz, Executive Vice President Software bei Sun Microsystems, in einer Keynote.

Sun setzt seine Hoffnung auf jüngste Zahlen von IDC: Laut dem Marktforschungsinstitut wächst der Markt für alternative Lösungen – von Linux-Desktops bis hin zu Thin Clients – bis 2007 jährlich um 44 Prozent. Mehr als 50 Prozent der Entscheidungsträger von Fortune 2000-Unternehmen erwägen vor allem aus Kosten- und Sicherheitsgründen den Umstieg auf ein alternatives Desktop-System. Bekanntestes Beispiel für diesen Trend ist die Stadt München selbst, in der zufällig auch die Enthüllung des Desktops stattfand.

Suns Desktop, aufgebaut auf dem Suse Desktop, der erst vor wenigen Wochen vorgestellt worden war, enthält Applikationen wie Star Office 7.0, Java Technologie, die Desktop-Oberfläche GNOME, Mozilla Browser, Evolution von Ximian für Messaging und Calendaring sowie die Instant Messaging-Anwendung GAIN. Das System unterstütze sowohl etablierte Backoffice Systeme als auch das neue Java Enterprise System. Darüber hinaus sei der Support bestehender Datei- und Druckdienste gewährleistet.

Ferner ist enthalten die aktuelle Version des Multimedia-Players von Real Networks, der Adobe Acrobat Reader und User-Authentifizierung durch die Java Card Plattform. Diese war von Sun-Chef Scott McNealy in seiner Keynote als „Traum jedes CEOs“ gefeiert worden. Jeder Mitarbeiter sei der Java Card überall und jederzeit einsatzbereit — solange ein Kartenleser vorhanden ist. Aber das ist, so McNealy, heutzutage ja fast überall der Fall.

Die Migration auf Suns Desktop-Alternative soll unter anderem vom Migrationspartner EDS sichergestellt werden. Das Java Desktop System ist ab dem vierten Quartal 2003 verfügbar. Als Erweiterung des Sun Java Enterprise Systems erhalten Unternehmen die Desktop-Lösung zu einem Preis von 50 Dollar pro Mitarbeiter und Jahr.

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1 Kommentar zu Mad Hatter ist da: Sun stellt Java Desktop vor

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  • Am 18. September 2003 um 20:45 von Micha

    Ich freue mich über alles was den monopolen ….
    Ich freue mich über alles was den monopolen Officebereich, als Windows-Alterantive auch auf dem Desktop-Markt paroli bietet. Aber wirklich freuen tue ich mich auch nur dann, wenn ich für neue Hardware immer auch einen Linux-Treiber auf der CD erhalte. So lange nicht für (fast) alle Geräte Linux-Treiber zu erhalten sind, wird Suns "Initiative" auch nicht mehr bringen als eine weitere Distribution und ich hoffe weiter …

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