Lindows will Windows-Streit schnell beilegen

Kalifornische Firma reicht Antrag auf beschleunigtes Gerichtsverfahren gegen Microsoft ein

Lindows drückt aufs Tempo: Die Firma aus dem kalifornischen San Diego hat einen schriftlichen Antrag auf Gerichtsbeschluss im beschleunigten Verfahren gestellt. Dadurch soll der Streit mit Microsoft (Börse Frankfurt: MSF) schneller beendet werden.

Lindows hat vor wenigen Wochen die Version 2.0 seines Linux-Betriebssystems frei gegeben. Als zentrale Neuerung nannte Firmenchef Michael Robertson erweiterte Netzwerkfunktionen für die Verbindung mit Windows-Systemen. Außerdem würden nun mehr als 800 verschiedene Drucker unterstützt. Für die Nutzer ist aber vielleicht am auffälligsten, dass sich die Oberfläche immer mehr der von Windows angleicht. Für Notebook-Nutzer wurden unter anderem Stromsparfunktionen eingeführt.

Wie berichtet versuchte Microsoft gegen das Unternehmen gerichtlich vorzugehen. Der Redmonder Konzern betrachtete den Namen der Open-Source-Firma als geschützt. Das eigentliche Problem war aber das Versprechen des ehemaligen MP3.com-Chefs Robertson, Lindows könne auch Applikationen für Microsofts (Börse Frankfurt: MSF) Windows nutzen. Von diesem Plan ist er nun offiziell abgerückt und spricht nur mehr von der „Interaktion mit Brückenprogrammen“ von Windows-Applikationen wie beispielsweise Word. Entsprechend wird Lindows mittlerweile eher als eigenständiges Low Cost-Betriebssystem wahrgenommen.

Das System basiert auf dem Wine-Projekt. Dabei handelt es sich um eine Emulationssoftware für Linux, mit der Anwendungen für Windows 95, 98 oder NT unter Linux laufen. Der Schweizer Projektleiter Alexandre Julliard arbeitet seit Mitte der Neunziger Jahre an diesem Vorhaben.

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