Kämpfen mit dem Erbe von IBM

Interview mit Phil Thompson, Chief Information Officer, IBM. Phil Thompson ist die Geheimwaffe von IBM.

Der Veteran mit 27 Jahren in der Firma ist der Chief Information Officer bei IBM, eine Stelle, die ihn verantwortlich macht für das Funktionieren des komplexesten Computersystems der Welt. Aber sein Informationstechnologie-Netzwerk dient noch zu einem weiteren Zweck: als ultimative Teststrecke für die vielen Produkte von IBM – eine Verantwortung, die weit über die von vergleichbaren Direktoren bei anderen Firmen hinaus geht und die schwer auf Thompsons Schultern liegt.

Wenn Branchenkenner den Begriff „Legacy-Systems“ benutzen, dann meinen sie gewöhnlich die Milliarden von Dollar kostenden IBM-Mainframecomputer, die immer noch von den großen Firmen in Amerika benutzt werden. Thompson muss nicht nur seine eigenen Legacy-Systems im Betrieb halten, er muss sie auch noch mit neuer IBM-Technologie, die sich erst noch zu bewähren hat, auf den neuesten Stand bringen.

Thompson, dem 350 Manager unterstehen, leitet das riesige Projekt, die Computersysteme in den vielen Geschäftseinheiten von IBM auf Vordermann zu bringen, wozu er neue Web-basierte Technologien nutzt, um alles, vom Online-Einkauf bis zu Ferngesprächen, effizienter zu gestalten. Um- und Neugestaltung ist das Thema bei IBM in diesen Tagen, besonders, wenn man die lasche Nachfrage nach neuen Produkten bei den Kunden in Betracht zieht, die durch die schwache Wirtschaft abgeschreckt werden.

Als ob all das noch nicht genug wäre, arbeitet Thompson außerdem noch als eine Art Botschafter für IBM, wenn er sich weltweit mit mehr als 500 Kunden im Jahr trifft, um die Technologie der Firma an den Mann zu bringen. Das ist keine Routine-Aufgabe, wenn man bedenkt, dass er eine kulturelle Einrichtung repräsentiert, die für den Rest der Welt mit Yankee-Erfindertum synonym ist.

Wie ist das, wenn man das digitale Reich einer 130-Milliarden-Dollar-Firma managt? Erstaunlicherweise, sagt Thompson, ist es weniger verrückt, als man annehmen sollte. Er beschrieb vor kurzem für CNET News.com, wie er alles unter einen Hut bekommt und trotzdem noch Zeit findet, neue Technologien zu begutachten.

CNet: Sie haben einen ungewöhnlichen Titel. Können Sie ihre Aufgaben bei IBM beschreiben?
Thompson: Neben der Um- und Neugestaltung aller Kernprozesse, die mit den Kerngeschäfts-Einheiten in Verbindung stehen, bin ich verantwortlich für die Entwicklung und den Einsatz der gesamten Infrastruktur: Im Prinzip ist der CIO verantwortlich für die gesamte IT, die LANs, die WANs, Telekommunikation, Mainframe/Midrange, Desktop, Server-Betrieb, alle Aspekte der physischen Infrastruktur – und, genau genommen, würde ich das sogar noch ein wenig stärker betonen und sagen, dass ich der Eigentümer der gesamten Firmen-Architektur bin, die sich mit der Verarbeitungs-, der Anwendungs-, der Daten-Ebene und den physischen Elementen beschäftigt. Ich bin verantwortlich für all das, und dann gibt es da auch noch ein vernünftiges Budget, um die Arbeit in jeder Geschäftseinheit zu schaffen.

CNet: Sie sind recht beschäftigt.
Thompson: Oh, ja. Meistens macht es aber Spaß, und Herausforderungen motivieren mich.

CNet: Wie viele Leute leiten Sie an?
Thompson: Wenn Sie alle Leute, die für IBM arbeiten, zusammen nehmen, dann sind es ungefähr 20.000, von denen ungefähr 350 mir direkt unterstellt sind – Design, Strategie und Branding auf höchster Ebene. Und dann haben wir auch noch Verbindungen mit IBM Global Systems für den täglichen Betrieb in der ganzen Welt.

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