Allianz um Kazaa will Musiktausch legalisieren

Compulsory Licensing auf dem Weg nach Washington: Dienste dürfen jedes beliebige Lied anbieten, müssen dafür aber Gebühren entrichten

Der Musiktauschservice Kazaa, beziehungsweise dessen Mutterunternehmen Sharman Networks, hat mächtige Alliierte gefunden, um den Download und die Distribution von Liedern im Internet zu legalisieren. Sowohl Verizon Communications als auch die Computer and Communications Industry Association (CCIA), der unter anderem Oracle (Börse Frankfurt: ORC), Sun (Börse Frankfurt: SSY) und Yahoo (Börse Frankfurt: YHO) angehören, haben sich für „Compulsory Licensing“ stark gemacht. Die US-Regierung soll es zum Gesetz erheben.

Das Verfahren funktioniert ähnlich wie das Gebührenmodell für Radiostationen: Labels wären verpflichtet, ihre Musik jedem Online-Dienst zur Verfügung zu stellen. Die Services wiederum müssten für jedes weiterverbreitete Lied Gebühren an die Produzenten und Künstler abführen. In Deutschland treibt beispielsweise die Gema solche Beträge ein. Damit wäre „File Swapping“ in gewisser Weise zwar legal, aber nicht mehr kostenfrei.

„Als Breitband-Provider ist es für uns überlebensnotwendig, Content jederzeit zur Verfügung zu haben“, erklärte die Verizon-Managerin Sara Deutsch. „Da das Internet weiterwächst, brauchen wir eine Garantie, dass auch künftig Inhalte dafür bereit stehen.“

Die Idee des Compulsory Licensing ist beim US-Gesetzgeber in Washington seit Jahren in der Diskussion. Bislang haben sich die großen Musik-Labels aber mit all ihrer politischen Macht gegen die Einführung gestemmt.

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