Crusoe-Prozessor soll Tablet PC antreiben

Microsoft stellt Referenzdesign mit energiesparender CPU voraussichtlich heute vor

Microsoft (Börse Frankfurt: MSF) will sein Konzept des drahtlos kommunizierenden Schreibtafel-Rechners „Tablet PC“ mit dem Crusoe-Prozessor von Transmeta umsetzen. Dazu wird der Software-Riese voraussichtlich heute eine Reihe von Entwicklungsmaschinen als Referenzdesign präsentieren.

Der Tablet PC ist ein auf Notebook-Technik basierender Mobilrechner im Format einer Schreibtafel. Das stiftgesteuerte Gerät soll seinen Nutzern eine intuitive Bedienung erlauben und unter anderem eine integrierte Handschrifterkennung besitzen. Durch die drahtlose Netzwerkanbindung bleibt der Tablet-PC ins Firmennetzwerk oder Internet eingebunden, wenn sich sein Besitzer nur wenige hundert Meter von einer Basisstation entfernt. Kommt der Nutzer an seinen Arbeitsplatz zurück, wird das Gerät einfach in seine Halterung zurückgesteckt und arbeitet dann – durch Tastatur und Maus erweitert – als normaler PC. Soweit das Konzept.

Um diesen Entwurf zu realisieren, wird Transmeta nach Informationen firmennaher Kreise seine Crusoe-CPU TM5600 (600 MHz) mit Longrun-Strom-Management beisteuern. Zudem soll das Unternehmen Microsoft beim Anpassen des kommenden Betriebssystems Windows XP an das Tablet-PC-Konzept behilflich sein.

Nach einigen gescheiterten Anläufen der PC-Industrie Anfang der 90er Jahre haben moderne Handhelds, denen der Tablet PC entfernt ähnelt, die Stift-Steuerung populär gemacht. „Ich denke, darauf will Microsoft hinaus, aber ob das dann auch ein so großer Fortschritt wird, ist eine andere Sache“, erklärt der IDC-Analyst Alan Promisel. Seiner Meinung nach bleibt abzuwarten, ob der Tablet PC erfolgreicher wird als andere Versuche in diese Richtung, beispielsweise die „Windows for Pen“-Software. „Klar staunen die Leute darüber‘, aber die Verbraucher wollen etwas, das sie schon kennen, nämlich die Tastatur“, konstatiert Promisel.

Ein Erfolg des Tablet PC könnte auch Transmeta weiter helfen. Die Firma liefert jetzt zwar Prozessoren für die Designstudien, ist damit aber nicht automatisch der Exklusiv-Prozessorlieferant für die Serienfertigung von Tablet PCs. „Wir gehen nicht so weit zu sagen, der Crusoe wird als einziger Prozessor in den Tablet-PCs stecken“, räumt Transmeta-Gründer David Ditzel ein. Er gibt sich allerdings zuversichtlich, dass sein Chip der einzige ist, der Microsoft die erforderliche lange Akku-Betriebsdauer und die nötige Performance liefern könne.

Welche CPU sie einsetzen, bleibt letzlich zwar den Hardware-Herstellern überlassen. Doch Microsoft kann über eine
Referenz-Spezifikation beträchtlichen Einfluss ausüben. Würde es sich wie beim Pocket PC um einen x86-Chip handeln, könnten die Hersteller unter Angeboten von Intel (Börse Frankfurt: INL), AMD (Börse Frankfurt: AMD), Via oder National Semiconductor wählen. Ein stärker auf Crusoe-Features wie das Power Management zugeschnittenes Anforderungsprofil käme Transmeta natürlich gelegen.

Der Tablet PC wird nach dem aktuellen Stand voraussichtlich 128 MByte RAM enthalten, eine zehn GByte-Festplatte besitzen und über USB-Anschlüsse für Maus und Tastatur verfügen. Für die LAN-Anbindung ist eine 802.11-Schnittstelle vorgesehen. Das Gerät soll ungefähr so groß sein wie ein DIN-A4-Blatt sein und sich auch als elektronisches Buch nutzen lassen.

Kontakt:
Microsoft, Tel.: 089/31760

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