Der Pentium 4 ist da

Erste Test sind ernüchternd / 2 GHz-Version kommt in der zweiten Hälfte 2001

Heute wird Intel (Börse Frankfurt: INL) offiziell mit der Auslieferung des Pentium 4-Prozessors beginnen. Eine 1,5 GHz-Version wird laut früheren Angaben für um die 1150 Dollar, eine Variante mit 1,4 GHz für rund 990 Dollar feilgeboten. Genaue Preise nennt Intel heute im Laufe des Tages. Wie es aus Unternehmenskreisen früher schon verlautete, wird im ersten Quartal 2001 die 1,7-GHz-Variante folgen und bis zum zweiten Quartal eine zwei GHz-Ausgabe. Der Intel-Direktor für Nordeuropa, John Woodget, kündigte eine 2 GHz-Version für die zweite Hälfte des kommenden Jahres an.

Die ersten PCs mit P4 und Rambus-Speicher werden voraussichtlich von den üblichen Verdächtigen Compaq (Börse Frankfurt: CPQ), Dell und Gateway angeboten werden. Die Rechner werden nicht billig sein: Zeichnet sich Rambus neben seiner höheren Speicherkapazität doch vor allem durch seine horrenden Kosten aus.

Benchmark-Tests in den Labors von IT Week ergaben, dass der neue P4 mit 1,5 GHz bei Business-Anwendungen wie etwa Word einem Pentium III mit 933 MHz unterlegen ist. Allerdings war das den Experten bereits bei der Vorstellung des neuen Prozessors im August zum Intel Developer Forum in San Jose durchaus bewusst: Bis zu 20 Prozent kann ein P4 mit gleicher Taktrate langsamer sein als ein herkömmlicher PIII.

Der Grund für das schlechte Abschneiden liegt ist in erster Linie in der noch fehlenden, für den P4 optimierten Software: Noch hat kein Hersteller Programme für die neuen SIMD Extensions 2 (SSE2) genannten Instruktionen und die komplett neue Netburst-Architektur inklusive dem überarbeiteten AGP-Interface AGP8x herausgebracht. Wie berichtet erlauben die SSE2 Multimedia parallel auszuführen, was deutliche Geschwindigkeitsvorteile mit sich bringt.

Daher ist ein P4 bei der Nutzung von Word gegenüber einem PIII im Hintertreffen – bei der Anwendung eines optimierten Grafikprogramms oder eines Spiels dagegen wäre er ihm überlegen.

Der neue ZDNet-Channel Techexpert hat den Pentium 4 im ZDNet-Labor unter die Lupe genommen. Die erste nach fünf Jahren Pause völlig neu entwickelte CPU-Architektur von Intel enttäuscht und begeistert zugleich, wie die 51 ZDNet-Benchmarks zeigen.

Die dem P4 zu Grunde liegende Architektur nennt sich „Netburst Micro-Architekture“. Sie besteht aus 42 Millionen Transistoren, einem 400-MHz-Systembus, einem „Advanced Transfer Cache“, einer „Hyper Pipelined Technology“, „Streaming SIMD Extensions 2“, neuen und erweiterten Floating Point-Befehlen für Multimedia-Darstellungen, einem „Execution Trace Cache“ sowie den neuen Einheiten „Rapid Execution Engine“ und „Advanced Dynamic Execution“.

Die Rapid Execution Technology soll dafür sorgen, dass die arithmetischen Recheneinheiten (Arithmetic Logic Units: ALUs) bestimmte Befehle doppelt so schnell wie der Prozessorkern ausführen können. Die Hyper Pipelined Technology erhöht die Durchsatzrate der Pipeline um ganze 100 Prozent, so Intel. Entsprechend könne man den P4 mit 1,4 GHz starten, wahrend der PIII derzeit mit maximalen Taktraten etwas über einem GHz operiert.

Die Advanced Dynamic Execution genannte Technik ist dafür zuständig, dass nur die auch wirklich benötigten Befehle ausgeführt werden – mit der dreifachen Geschwindigkeit der früheren P6-Mikroarchitektur. Das neue Cache Subsystem besteht aus einem angeblich effizienteren Level 1 Execution Trace Cache und einem 256 Kbyte fassenden Level 2 Cache, der eine Durchsatzrate von bis zu 48 GByte/s aufweisen soll.

Die Streaming SIMD Extensions 2 erweitern die bekannten MMX- und SSE-Befehle um 144 neue Instruktionen. Der überarbeitete, mit 400 MHz getaktete Systembus kann Transferraten von bis 3,2 GByte/s erreichen – dies bedeutet die dreifache Bandbreite des PIII.

Aktuelles und Grundlegendes zu Prozessoren und Mainboards von AMD bis Intel bietet ein ZDNet-Special. Weitere Informationen sowie aktuelle Benchmark-Ergebnisse zu den neuesten Prozessoren findet sich im ZDNet-Beitrag Prozessoren. Ein grundlegender Artikel zum Thema Benchmarks findet sich im ZDNet-Special
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Kontakt:
Intel, Tel.: 089/9914303.

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