Für Enthusiasten und Fotokünstler ist Photosmart 715 nicht konzipiert, da keine manuellen Einstellmöglichkeiten und kreativen Features zur Verfügung stehen.

Die optischen Daten der Photosmart 715 machen einen ordentlichen Eindruck: ein Canon Objektiv mit einer Brennweite von 7-21 Millimeter (entspricht 34 bis 102 Millimeter bei 35-Millimeter-Kameras bei f/2,8 – f/2,5), optisches 3fach-Zoom und digitales 2fach-Zoom, Blendenwerte von f/2.0 bis f/10 und Verschlusszeiten von 2-1/500 Sekunden.

Brennweite und Empfindlichkeit erfolgen via TTL-Messung durch das Objektiv, der Belichtungsausgleich und Weißabgleich (Auto, Tageslicht, Halogenlampe und Leuchtstofflampe) werden automatisch geteuert. Es gibt eine Makro-Funktion für Aufnahmen bis 20 Zentimeter Abstand, einen 10-Sekunden-Selbstauslöser und einen integrierten Blitz mit einer effektiven Reichweite von 1,0 – 3,7 Metern und automatischer Reduzierung des „Rote-Augen-Effekts“.

Die meisten der genannten Funktionen lassen sich über drei Tasten an der Oberseite der Kamera in der Nähe des LCD-Status-Displays bedienen. Das Display zeigt die Anzahl der noch verbleibenden Fotos und den jeweiligen Status des gewählten Modus an.

Drei Qualitäts-Stufen stehen für die Aufnahmen zur Auswahl, die durch ein bis drei Sterne im Status-Display angezeigt werden. Die niedrigste Auflösungsstufe liegt bei 640 x 480 Pixel, die beiden anderen mit 2048 x 1536 Pixel unterscheiden sich durch die verschiedenen JPEG-Kompressionsstufen. Auf einer 8-MByte-Compact Flash-Karte können somit bis zu 5, 10 oder 79 Bilder gespeichert werden, wobei diese Zahlen aufgrund des tatsächlichen Informationsgehaltes der Bilder noch variieren können. Die Photosmart wird mit einer 16-MByte-Karte ausgeliefert. In der Praxis erreicht man im High-Resultion-Mode nahezu schon optimale Ergebnisse und es gibt kaum einen Grund, die höchste Qualitätsstufe zu wählen.

Die Stromversorgung erfolgt über vier AA-Batterien, hier können entweder Einweg- oder wiederaufladbare Batterien eingesetzt werden. Aufgrund der längeren Haltbarkeit empfieht sich der Einsatz von NiMHs-Batterien. Die Kamera kann auch über ein externes Netzteil versorgt werden.

Ein Mini-USB-Interface und der Type-1-Compact-Flash-Slot sind die einzigen Anschlussstellen – eine Infrarot-Schnittstelle ist nicht vorhanden. HP begründet den Einsatz eines Type-I-Slot anstelle einer größeren Type-II-Schnittstelle damit, dass so die Kosten geringer gehalten werden können, was allerdings wenig Sinn macht. Obwohl Type-II- teurer als die Type-I-Karten sind, lassen sich beide in Type-II-Slots einsetzen, die zudem Voraussetzung für die High-Capacity-CF-Karten, wie beispielsweise IBMs Microdrive sind.

Das Objektiv hat ein Standard-Schraubgewinde von 49 Millimetern, so dass optional erhältliche Filter oder andere Aufsätze verwendet werden können.
Der optische Sucher ist mit einer Dioptrin-Anpassung ausgestattet, was gerade für Brillenträger hilfreich ist. Auf der Rückseite befinden sich die Bedienelemente zum Ein- und Ausschalten, für Zoom, LCD-Display und die Navigationskontrolle für die Bedienungssoftware. Die Bedienung erfolgt über einen 4-Wege-Schalter und eine Bestätigungstaste, wobei der Knopf, mit dem in vier Richtungen gesteuert werden kann, anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist – was sich aber schnell ändert. Man sollte erst einige Testaufnahmen machen und Funktionen wie Löschen oder Markieren durchspielen, damit man für den echten Einsatz optimal gewappnet ist.

Die Bedienung der Kamera ist grundsätzlich sehr einfach, da nicht sehr viele Funktionen zur Auswahl stehen. Man kann Bilder ansehen, löschen, sie gegen versehentliches Löschen sperren, in vier Stufen hineinzoomen und sie zum Ausdruck markieren. Ansonsten gibt es nur Einstellmöglichkeiten für Datum und Uhrzeit, das Formatieren der Speicherkarte, den Modus der akustische Signale und der Helligkeit des Displays. Unterstützt wird DPOF zum Bestellen von Abzügen auf elektronischem Weg.

Unpraktisch, um nicht zu sagen ärgerlich: Man kann die Kamera nicht anschalten ohne die Objektiv-Abdeckung abzunehmen. Ein lautes Summen ertönt und im Display erscheint ein Warnhinweis. Das macht vor allem dann keinen Sinn, wenn man nur Bilder ansehen oder herunterladen möchte.

HP legt im Lieferumfang eine Software bei, mit der Bilder von oder zur Kamera geladen werden können, sich Fotos sortieren und ducken lassen. Die Software ist einfach zu bedienen ist und funktioniert völlig ohne Probleme. Die Bilder lassen sich auch direkt von der Compact-Flash-Karte in einen HP Photosmart Drucker – ohne Umweg über den PC – laden. Fotos können beispielsweise per Drag & Drop an E-Mails angehängt werden, die Dateigröße wird automatisch per Software komprimiert. Die Fotos können natürlich auch direkt ins Internet geladen werden.

Die Software ACDSee, mit der Bilder manipuliert werden können, speicherte – zumindest im Test – gelegentlich die bearbeiteten Bilder fehlerhaft ab.

Windows XP-User werden feststellen, dass die Photosmart 715 problemlos mit dem Betriebssystem harmoniert – auch ohne diese Einsteiger-Software.

Grundsätzlich ist die mitgelieferte Software zwar einfach und problemlos zu handhaben, aber jeder, der mehr Fotos macht und dabei höhere Ansprüche an eine Bildbearbeitung-Software stellt, sollte grundsätzlich über einen Griff beispielsweise zu Paintshop Pro oder Photoshop nachdenken.

Im Praxiseinsatz wurde die Photosmart unter unterschiedlichsten Bedingungen eingesetzt. Die Kamera braucht relativ viel Licht. Der Weißabgleich stimmt in den meisten Fällen, Schärfe und Belichtung fallen im Normalfall gut aus. Die Kamera präsentiert sich mit einer ordentlichen Vorstellung, aber ohne große Überraschungen. Sie ist gerade für diejenigen hervorragend geeignet, die einfach nur Bilder machen wollen – ohne großen Aufwand und Foto-Kenntnisse.

Dieser Eindruck wird durch das Feature-Angebot verstärkt. Bei einer beschränkten Makro-Funktion wird auf manuelle Korrekturmöglichkeiten von Belichtung und Schärfe, Infrarot et cetera verzichtet, womit die Photosmart 715 mit einer soliden 35-Millimeter-Schnappschuß-Kamera vergleichbar ist. Enthusiasten bringt sie kaum zum Schwärmen. Sie lässt sich bequem in die Tasche stecken, auch wenn sie vielleicht etwas klobig geraten ist und mit Batterien rund 500 Gramm wiegt. Der Preis von 1099 Mark ist für eine 3,3 Megapixel Kamera durchaus konkurrenzfähig.

Die neue 3,3 Megapixel-Kamera Photosmart 715 von HP setzt auf Automatik-Funktionen und einfache Bedienung und bietet sich gut als digitale Schnappschuß-Kamera an.

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