David Nagel unplugged: Schafft Palm den Anschluss?

Palm-CEO David Nagel äußert sich zur Entwicklung des Mobiltelfon- und PDA-Marktes sowie den Zielen von Palmsource. Er bewertet die Situation von Palm, spricht über Embedded Systems und die Zukunft des Unternehmens.

Wenn überhaupt jemand in der Lage ist, eine Garantie dafür abzugeben, dass das Palm Operating System auch weiterhin ein ernstzunehmender Wettbewerber am Markt für persönliches Informationsmanagement, konvergierte Handy/PDAs, Wireless-Terminals und andere eingebettete Systeme sein wird, dann ist dies der CEO von PalmSource, David Nagel.

Bevor er als Leiter der Platform Division des Unternehmens (jetzt unter dem Namen PalmSource geführt) zu Palm kam, war Nagel CTO bei AT&T und leitete als solcher einen großen Teil der Bemühungen des Unternehmens im Bereich Forschung und Entwicklung. Zuvor war er bei Apple als Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung für das Macintosh OS tätig gewesen. Er weiß, was Benutzerfreundlichkeit bedeutet. Aber reicht ein erfolgreicher Lebenslauf im Management aus, um PalmOS‘ Position am Markt wieder zu festigen, einem Markt, der seine Existenz zu einem großen Teil eben jenem System verdankt?

PalmOS steht einer entschlossenen Konkurrenz gegenüber. Späteinsteiger Microsoft scheint entschlossen, auch den Handheld-Markt zu beherrschen und kann dort, wo das Unternehmen möglicherweise technisch im Hintertreffen ist, durch die gut gefüllte Kriegskasse seiner Marketing-Abteilung ausgleichen. Das kanadische Unternehmen Research in Motion erhöhte die Einsätze mit einem Paket für drahtlose Kommunikation, das die Kommunikation zum Zentrum der mobilen Technologie stellte – zunächst mit E-Mail und dann mit Telefonie.

Symbian, das System, mit dem einst die Handhelds von Psion betrieben wurden, hat sich inzwischen als das vorherrschende Betriebssystem für Mobiltelefone etabliert, deren Hersteller kein eigenes System entwickelt haben. Im Rahmen der Konvergenzwelle übernehmen derartige Telefone PDA-Funktionen, wie auch PDAs Telefon-Funktionen übernehmen.

Schließlich bemüht sich Sun darum, sicherzustellen, dass die bevorzugte Entwicklungsplattform für den Einsatz von Anwendungen überall Java heißt – ganz gleich, wie der Kernel eines Handhelds am Ende aussieht. Für Nagel heißt es, sich ins Zeug zu legen.

Im Laufe des Interviews hat Nagel so ziemlich jedes Thema in den Bereichen Mobiltelefonie und Handhelds angeschnitten. Er gestand ein, dass es bislang noch kein Gerät gibt, das die Konvergenz der Technologien perfekt wiederspiegelte, und gab einige Ideen über dessen Aussehen zum Besten. An einem Ziel von PalmSource hat Nagel aber absolut keinen Zweifel gelassen. Solange der Auftragsumfang auf dem Mobiltelefonmarkt größer ist als der auf dem PDA-Markt, muss PalmSource dort Zugewinne erzielen, und zwar in großem Umfang. Dazu muss es PalmSource weit mehr Lizenznehmern als Samsung, Kyocera und Palm (das durch die Übernahme von Handspring auch dazu zählt) ermöglichen, Geräte auf den Markt zu bringen, die so innovativ sind, dass die Mobilfunkanbieter sie ihren Sortimenten hinzufügen wollen.

Kann Nagel, nun da Palm lediglich ein weiterer Lizenznehmer von PalmSource ist und PalmSource eigenständig entscheiden kann, das Unternehmen auf eine neue Ebene bringen? Oder nimmt der Betriebssystemanbieter am übervollen Markt mit den fest etablierten Konkurrenten Schaden, da er nicht über alle Möglichkeiten der Einflussnahme verfügen kann?

Nagel: Soweit ich es sagen kann, läuft alles recht gut. Wir kommen auf dem Telefonsektor voran. Wir haben einige wirklich hervorragende Produkte, wie zum Beispiel die Sachen, die Samsung bald herausbringt.

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