Die BX200-Serie von Crucial zählt zu den günstigsten SSD-Modellen. Sie wird in Kapazitäten von 240, 480 und 960 GByte für circa 70, 135 und 269 Euro angeboten (Stand: Januar 2016). Die 2,5-Zoll-Laufwerke nutzen den hauseigenen Triple-Level-Cell-NAND-Flash (TLC) mit 16 Nanometern Strukturbreite und den Silicon-Motion-Controller SM2256. Die Crucial BX200 folgt auf die im Januar 2015 auf der CES vorgestellte Einstiegsserie BX100.

Crucial BX200 (Bild: Crucial)Die neuen SSDs verwenden eine 6-GBit/s-SATA-Schnittstelle. und erreichen laut Hersteller sequenzielle Datenraten von bis zu 540 MByte/s beim Lesen und 490 MByte/s beim Schreiben. Damit sind sie minimal schneller als die BX100-Vertreter, die auf bis zu 535 respektive 450 MByte/s kamen. Auf Hardware-Support für die Verschlüsselung der Daten verzichtet Crucial bei der BX200. Dieses Feature bleibt den etwas teureren Variante der MX200-Serie vorbehalten.

Die Performance beim Verarbeiten von 4-KByte-Blöcken ist im Vergleich zum Vorgänger, der noch MLC-Speicher und den Silicon-Motion-Controller SM2246EN nutzte, dagegen etwas gesunken. Konnte die BX100 maximal 90.000 Eingabebefehle pro Sekunde (IOPS) verarbeiten, schafft die BX200 lediglich bis zu 66.000 IOPS im Lesebetrieb und 78.000 IOPS im Schreibmodus.

Die mittlere Betriebsdauer bis zum Ausfall (Mean Time To Failure, MTTF) gibt der Hersteller unverändert mit 1,5 Millionen Stunden an. Die BX200-Modelle lassen sich mit insgesamt 72 TByte Daten beschreiben (Total Bytes Written, TBW), was 40 GByte pro Tag über einen Zeitraum von fünf Jahren entspricht.

Crucial liefert die neue SSD-Reihe mit eingeschränkter dreijähriger Garantie aus. Zum Lieferumfang gehört ein Adapter zum Einbau in 9,5-Millimeter-Schächte und ein Lizenzschlüssel für die Software Acronis True Image HD. Mit Letzterer lassen sich sämtliche Daten einer vorhandenen Festplatte komfortabel auf die SSD übertragen, um sie als neues Systemlaufwerk zu verwenden.

Crucial Storage Executive: Firmware-Aktualisierung, Overprovisioning

Die Windows-Software Crucial Storage Executive erlaubt eine einfache Aktualisierung auf die jüngste Firmware-Version, ein Zurücksetzen des Passworts für verschlüsselte Laufwerke sowie den Abruf von Informationen zu Laufwerksstatus, Modellnummer, Speicherkapazität, Firmware-Version, Temperatur und Gesamtzustand. Mit an Bord ist auch eine Funktion für das Overprovisioning. Damit kann man der SSD einen größeren Speicherplatz für allgemeine Verwaltungsaufgaben wie Garbage Collection zuweisen. Dadurch wird die Leistung der SSD erhöht, ihre Kapazität allerdings verringert.

Crucial-Storage_Executive_BX200-status (Screenshot: ZDNet.de)

Einsatz unter OS X

Crucial Storage Executive steht allerdings nur für Windows zur Verfügung, sodass Mac-User für ein Firmware-Upgrade anhand der von Crucial bereitgestellten ISO-Datei einen bootbaren USB-Stick erstellen müssen, um die Firmware zu aktualisieren. Das lässt sich mit Unetbootin bewerkstelligen. Da laut Apple einige ältere Laufwerke die TRIM-Funktion aber nicht korrekt unterstützt haben und dadurch bei eingeschalteter TRIM-Funktion die Gefahr von Datenverlust besteht, bleibt das Feature unter OS X standardmäßig deaktivert. Neuere Laufwerke wie die Crucial BX200 sollten allerdings über eine korrekte Implementierung der TRIM-Funktion verfügen, sodass man unter OS X 10.11 El Capitan und auch unter OS X 10.10.4 Yosemite mit sudo trimforce enable die TRIM-Funktion einschalten kann. Dennoch geschieht die Aktivierung der Funktion auf eigene Gefahr.

Crucial BX200: Aktivierung von TRIM unter OS X (Screenshot: ZDNet.de)

Crucial Storage Executive: Momentum Cache

Mit der Funktion Momentum Cache (PDF) kann man die Schreibleistung der BX200 unter Windows deutlich erhöhen. Durch die Aktivierung dieses Features wird ein Teil des Systemspeichers verwendet, um zufällige Schreibzugriffe zu puffern. Neben einer verbesserten Performance sorgt Momentum Cache für eine erhöhte Lebensdauer der SSD, indem die Software zufällige Schreiboperationen, die den NAND-Speicher erheblich belasten, abfängt und Daten anschließend gebündelt sequentiell in die Flashzellen schreibt. Ohne einen Akku oder USV rät Crucial jedoch vom Einsatz von Momentum Cache ab.

Performance

Die bei der Crucial BX200 verwendeten Triple-Level-Cell-Technik (TLC) speichert pro Zelle drei Bit. Im Gegensatz zu MLC mit zwei Bit und SLC mit einem Bit bietet die TLC-Technik also eine höhere Speicherdichte. Das spart zwar Kosten, bremst allerdings die Performance. Damit die Leistung trotzdem nicht leidet, setzt Crucial auf einen SLC-Cache zur Beschleunigung der Schreibleistung. Dieser wird aus den vorhandenen TLC-Zellen zugewiesen und ist bei dem 480-GByte-Modell 6 GByte groß.

Sobald der SLC-Cache aufgebraucht ist, sinkt in den Benchmarks und auch im praktischen Betrieb die Schreibleistung auf teilweise unter 100 MByte/s ab. Allerdings tritt dies nur im Ausnahmefall ein, etwa wenn große Speichermengen auf die SSD kopiert werden. Dieses Problem lässt sich mit der Aktivierung von Momentum Cache zumindest unter Windows abmildern. Die Benchmarks zeigen dies eindrucksvoll.

Crucial BX200 :AS SSD Benchmark mit und ohne aktiviertem Momentum Cache (ZDNet.de)

Unter OS X steht Momentum Cache allerdings nicht zur Verfügung, sodass man mit den Einschränkungen hinsichtlich der Schreibperformance der BX200 leben muss. Im Vergleich zur schon etwas älteren MLC-SSD Crucial M550 zeigen sich erhebliche Leistungsunterschiede. Der Disk Speed Test wählt zur Leistungsbeurteilung typische Working-Sets aus dem Bereich Videobearbeitung und zeigt, dass die Performance der BX200 deutlich unter der der M550 liegt.

Crucial BX200 im Vergleich zur Crucial M550 unter OS X (Screenshot ZDNet.de)

Fazit

Die Crucial BX200 bietet gute Leistungsdaten, wenn es um das Lesen von Daten geht. Die Schreibperformance lässt in bestimmten Einsatzgebieten wie Videobearbeitung allerdings zu wünschen übrig. Für den normalen Office-Einsatz ist die BX200 aber uneingeschränkt empfehlenswert. Unter Windows lassen sich die bauartbedingten Schwachstellen bei der Schreibperformance mit Momentum Cache abmildern. Für das Upgrade eines typischen Office-PCs ist die getestete 480-GByte-Variante (netto: 446 GByte) eine preiswerte Alternative.

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